Shanghai QuerBeet #2 | Es wächst!

Es ist schon eine Weile her, dass ich groß getönt habe, aus Küchenabfällen neues Gemüse ziehen zu wollen. Der Grund: Ich habe kurzzeitig die Lust am Projekt verloren. Nachdem im Frühling Taro, Frühlingszwiebeln, Bohnen und Co. brav ausgetrieben und weitergewachsen sind (mit Ausnahme der Knoblauchzehen, die bei mir noch nie was geworden sind), sind Trauermücken über sie hergefallen und haben sämtliche Pseudobeete zunichte gemacht. Erst als Monate später ein vergessener Ingwer in der Küche ausgetrieben war, wagte ich einen neuen, halbherzigen Versuch von Urban Gardening.

Als kurz darauf meine Schwiegermutter zu Besuch war, sah sie natürlich sofort den Ingwer mit dem Kommentar: »Das geht doch auch mit Knoblauch. Oder mit Frühlingszwiebeln.« Worauf sie mir ausführlich (auf Chinesisch) erklärte, was ich zum Glück sowieso schon wusste. Und als ich am nächsten Tag nach Hause kam, steckten stolz die Reste von Knoblauch und Frühlingszwiebeln in eilig herbeigeschaffter Erde. Ich verstehe bis heute nicht, was ich immer falsch gemacht habe, aber die Knoblauchzehen der Schwiegermutter wachsen plötzlich wie blöd!


Frühlingszwiebeln und Knoblauch

Vor Monaten habe ich außerdem in der Gemüseabteilung eines Supermarktes eine Packung Wurzeln (Houttuynia Cordata) mitgenommen. In Deutschland ist die Pflanze unter dem Namen Eidechsenschwanz oder Chamäleonpflanze als Zierpflanze bekannt. In Asien werden ihre Wurzeln und Blätter entweder roh oder gegart gegessen. Mit ihrem leicht fischigen Geschmack und dem eher unschönen Aussehen sind die Wurzeln nicht gerade ein Liebling in der Küche und Rezepte finden sich wenig dazu (höchstens als thailändischer? indonesischer? vietnamesischer? Salat) — meine Schwiegermutter kannte die Wurzeln nicht einmal. Also habe ich die Reste eingepflanzt, die nun wie Unkraut wachsen. Die Blätter kann man ebenfalls essen. Demnächst werden wir mal ein paar ernten, da es der Pflanze in ihrem Behälter sowieso langsam zu eng wird.


Wurzeln


Grün

Ach ja: Abgesehen vom essbaren Grünzeug war auch die Grünlinie, die ich im Frühling gekauft habe, den Sommer über nicht untätig und hat unzählige Ableger produziert, die inzwischen alle in Erde gepflanzt die Fensterbretter zieren.


Ein großer Ableger und viele kleine – die Dosen von Skittles-Großpackungen eignen sich perfekt als Blumentöpfe

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