Teepause #3 | Lotus-Tee und Co.

Lotusblume

Die Lotusblume. Diese wunderschöne, exotisch anmutende Seerosenart erfreut sich in China großer Beliebtheit — nicht nur des Aussehens sondern vornehmlich auch pragmatischerer Zwecke wegen. Quasi alles an der Pflanze lässt sich nämlich irgendwie verzehren oder hat laut TCM medizinische Effekte. Wohl aus diesem Grund wuchert sie an großen Seen und kleinen Tümpeln ganze Uferstriche zu. Das sieht romantisch aus und lockt während der Blütezeit (Juli – August) zahlende Besucher an (z.B. in Nanxiang) und hat den schönen Nebeneffekt, dass man die Lotusblumen zum Schluss auch noch ernten und weiterverarbeiten kann. Wird die Samenkapsel in der Mitte der Blüte reif, verkauft man diese z.B. in Massen am Straßenrand. Aus der Kapsel lassen sich ca. erdnussgroße Samen puhlen, die man schält und direkt isst (die getrocknete Variante für z.B. Suppen gibt’s hier für viel Geld im Supermarkt).

Lotustee

In diesen Samen befindet sich ein kleiner Spross, aus dem mal eine neue Lotusblume wachsen soll. Auch diese Sprosse lassen sich verzehren — als Tee beispielsweise. Die Farbe des Tees, ein zartes Grün ist wirklich schön anzusehen, der Tee selber ist leider so bitter, dass man ihn kaum runterbekommt. Da hilft es auch nicht zu süßen. Am besten nutzt man pro Tasse nicht mehr als vier Sprosse, gießt sie mit heißem Wasser auf und entfernt sie nach einer Ziehzeit von vielleicht zwei Minuten wieder. Trotzdem muss ich zugeben, dass ich mit diesem Tee überhaupt nichts anfangen kann.

Lotuswurzel

Interessanter wird dann erst wieder die Wurzel der Lotusblume. Nicht nur ist sie sehr dekorativ, wenn man sie aufschneidet, sie schmeckt auch noch toll (d.h. sie schmeckt eigentlich relativ neutral, hat aber eine tolle Konsistenz). Viele haben die Lotuswurzel schon als Kartoffelersatz betitelt, was der Wurzel nur überhaupt nicht gerecht wird. Sie ist ja sooo viel besser als Kartoffeln! Die Lotuswurzel lässt sich vielseitig verwenden: z.B. als Gemüse in Fleischgerichten oder süß zum Frühstück. Außerdem wird die Wurzel in ein Instantgranulat verarbeitet, das man mit heißem Wasser aufgießt und rührt, bis man einen leckeren süßlichen Brei hat (der Geschmack variiert von Marke zu Marke). Herr M. mag den Brei heute nicht mehr, da er ihn als Kind ständig zum Frühstück essen musste. Ich musste mich damals mit Semmeln und Cornflakes begnügen, weshalb es jetzt an mir ist, mich an dem Brei zu überfressen.

Lotusbrei

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