Chengdu – Kulturstadt im Regen

Chengdu im Regen

»Ihr fahrt nach Chengdu? Toll, da ist ganz viel Grün!« So begegneten diejenigen unseren Reiseplänen, die schon mal in der Hauptstadt von Sichuan waren bzw. das vom Hörensagen so wussten. »Und die Pandas erst!«

Dank des Totenfests standen am ersten Aprilwochenende (letztes Jahr) zwei zusätzliche freie Tage an. Perfekt? Von wegen! »Keine gute Zeit fürs Reisen in China«, warnten die Chinesen. »Zum Totenfest ist immer das Wetter schlecht. Da weint der Himmel nämlich um die Toten.« Flug und Hotel waren aber schon gebucht. Außerdem war es die perfekte Gelegenheit, endlich wieder einmal die 40-Quadratmeter-Wohnfläche zu verlassen, auf der man sich seit drei Monaten zu viert auf der Pelle hockte.

Die Chinesen sollten übrigens Recht behalten. Es regnete tatsächlich die meiste Zeit in Chengdu:

Chengdu im Regen
Regen, Regen, Regen – Die Glücksbringer waren nicht wasserfest. Überall tropfte rotes Wasser von den Bäumen.

Chengdu, die Stadt

Über 2000 Jahre lang galt Sichuans Hauptstadt Chengdu als kulturelles Zentrum in West- und Südwestchina. Heute ist die Sieben-Millionen-Metropole eine Stadt wie jede andere – Altes wird durch uniforme Plattenbauten ersetzt, es gibt viel Smog und dazwischen die gelegentliche Mao-Statue. Warum man trotzdem da hinwill? Pandas! Und einige kulturelle Überreste sind zum Glück ja auch noch da!

Chengdu
Der moderne Teil von Chengdu ist unspektakulär.

Chengdu
Blick aus dem Hotelfenster – Die Bewohner Chengdus sind um einiges ärmer als die in Shanghai. Das merkt man schon daran, dass hier kaum einer mit iPads und/oder iPhones durch die Gegend rennt.

Wuhou-Schrein – Auf den Spuren der drei Königreiche

Der uralte Wuhou-Schrein, der 1672 zum letzten Mal neu aufgebaut worden ist, ist dem berühmten Strategen Zhuge Liang gewidmet. Er steht direkt neben dem Schrein von Liu Bei, dem damaligen Herrscher des Shu-Reichs (in dessen Gebiet Chengdu liegt). Heute umfasst der Eintritt von 60 RMB beide Tempel und einen zugehörigen Garten. Die historischen Figuren kennt man vor allem aus dem klassischen Roman »Die Geschichte der drei Reiche« (steht mit seinen 2000+-Seiten leider immer noch ungelesen in meinem Regal) oder wenigstens aus John Woos Historienepos »Red Cliff«. Zumindest für Interessenten dieser Epoche ist der Wuhou-Schrein ein Muss.

Wuhou-Schrein
Auf dem Weg zum Schrein von Liu Bei

Wuhou-Schrein
Auf dem Weg zum Schrein von Liu Bei

Jinli-Straße

Ganz in der Nähe des Wuhou-Schreins liegt die alte Jinli-Straße. Sie existierte schon während der Qin-Dynastie (221-201 v.Chr.). Seit die historische Straße 2004 fertig restauriert wurde, ist die Gegend von Touristen überlaufen. Man kann dort Souvenirs, Essen und Handwerkskunst kaufen, in Bars und Teehäusern einkehren und sich am schönen Flair erfreuen.

Jinli-Straße

Jinli-Straße

Jinli-Straße

Jinli-Straße

Strohhütte des Dufu

Dufu war ein berühmter Poet der Tang-Dynastie (618-907). Im Jahr 760 baute er sich eine Strohhütte in Chengdu und schrieb dort viele berühmte Gedichte.

Heute umfasst der üppige Garten einen Dufu-Schrein, diverse Pavillons und Hallen sowie eine überdachte Ausgrabungsstätte. Auch Dufus strohbedeckte Hütte wurde neu aufgebaut, um zu zeigen, wie der Poet damals gelebt hat. Dufus Hütte ist mit einer der interessantesten Orte in Chengdu, wie ich finde, und auf jeden Fall einen Besuch Wert (Eintritt 60 RMB).

Strohhütte des Dufu

Strohhütte des Dufu

Und sonst so?

Die Pandas fand ich extrem unspektakulär, da sie hauptsächlich geschlafen haben. Es ist schön, dass sich die Chinesen so viel Mühe geben, sie vom Aussterben zu bewahren. Ein Highlight waren sie trotzdem nicht.

Faule Pandas

Ansonsten hat unsere Zeit nur noch für einen Ausflug zu einem tollen Berg gereicht: Qingchengshan.

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2 Gedanken zu “Chengdu – Kulturstadt im Regen

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