Shanghai von A bis Z

Shanghai von A bis Z

Dieser Artikel liegt schon eine ganze Weile angefangen herum. Nachdem Birgit Ebbert gerade zu einer Blogparade mit demselben Thema (Meine Stadt von A bis Z) aufgerufen hat, war das die Gelegenheit, endlich die letzten fehlenden Buchstaben zu ergänzen – und, nein, es waren nicht Q, X und Y, denn die braucht man in China öfter mal …

SHANGHAI VON A BIS Z

A wie Anting

Im Shanghaier Vorort Anting haben sich viele deutsche Firmen angesiedelt. Kein Wunder, dass hier das deutsche »Dorf« Anting New Town entstanden ist, in dem man sich wirklich wie in Deutschland vorkommt.

B wie Bund

Blick auf den BundAn einem Ufer des Huangpu ragen moderne Hochhäuser in den Himmel, am anderen bilden historische Gebäude den Bund. Der zeigt sich vor allem abends von seiner schönen Seite. Dann sind die Häuser nämlich geschmackvoll beleuchtet. Am besten geht man an der Uferpromenade in Lujiazui spazieren, genießt die Aussicht auf den Bund und hört dabei die Titelmelodie zur gleichnamigen 80er-Jahre-Gangsterserie mit Chow Yun-Fat.

C wie Carrefour

Im französischen Hypermarkt Carrefour kann man (fast) alles kaufen, was das Herz begehrt. Inzwischen gibt es hier sogar Tampons, ein paar (blöde) Sorten von Ritter Sport und Käse zu überteuerten Preisen. An den Wochenenden trampeln sich die Kunden in der Obst- und Gemüseabteilung halbtot, während vor den Keksregalen Angestellte per Megaphon ihre Produkte anpreisen. Ein Tollhaus.

D wie Dialekt

Neben Hochchinesisch hört man in Shanghai auch oft den Shanghai-Dialekt. Die Regierung hat jahrelang versucht, den Dialekt aussterben zu lassen, bevor sie den Erhalt der Sprache doch noch förderte.

E wie Einkaufszentren

Einkaufszentren kann man nicht genug haben und so finden sich in Shanghai wirklich an allen Ecken und Enden Shopping Malls, im Einkaufsviertel Xujiahui auch mal mehrere direkt nebeneinander. Von meiner Wohnung aus kann ich ganze vier fußläufig erreichen, das eher dürftige »Huge Leisure Center« nicht mitgerechnet.

F wie French Concession

Julu Lu in der französischen KonzessionMan soll ja nicht mehr French Concession sagen, aber unter Ausländern ist der alte internationale Stadtteil mit seinen schmucken Kolonialvillen und den knorrigen Platanen immer noch unter diesem Namen bekannt. Gleichzeitig zählt die French Concession mit ihrem Flair zu einem der schönsten Teile Shanghais.

G wie Geister

Um viele Plätze und Gebäude in Shanghai ranken sich Geistergeschichten von tanzenden Frauen, Selbstmördern, weinenden Kindern oder aufgeweckten Drachen. So spukt es zum Beispiel im Jing’an-Park und an mindestens einer U-Bahnstation.

H wie Hongkou

Jüdisches Viertel in HongkouDas einstmals japanische Viertel Hongkou beherbergte im Zweiten Weltkrieg ein jüdisches Ghetto für rund 20.000 Menschen, die aus Deutschland und Österreich geflohen sind. Noch heute gibt es in Hongkou Relikte aus dieser dunklen Zeit zu sehen. (siehe auch: Shanghai, fern von wo)

I wie iPhones und iPads

iPhones und iPads gehören bei der Shanghaier Bevölkerung zum guten Ton. Trotz der vielen Armut laufen hier extrem viele Leute mit den begehrten Apple-Produkten herum. Dass man nicht in Shanghai ist, merkt man vor allem daran, dass die iPhone/iPad-Dichte rapide abnimmt.

J wie Jazz

In den 20ern und 30ern hatte sich Shanghai als Jazz-Metropole einen Namen gemacht. Jazz war unter den Kommunisten lange Zeit verboten und hat sich heute wieder in einigen Clubs etabliert. Die bekanntesten dürften der Cotton Club und der JZ Club sein (beide mit Live-Musik auf der Fuxing Xi Lu).

K wie Kakerlaken

Die ein oder andere Kakerlake gehört in jeden vernünftigen Shanghaier Haushalt. Leider. Die hiesigen Exemplare können ganz schön groß werden und obendrein auch noch fliegen.

L wie Lujiazui

Die Hochhäuser des Bankenviertels Lujiazui formen Shanghais berühmte Skyline.

M wie Metro

Ausschnitt aus dem U-BahnnetzDie Shanghaier Metro ist mit über 500 km Streckenlänge das zweitlängste U-Bahn-System der Welt. Einen aktuellen Plan zu besitzen ist schwer, da ständig neue Stationen oder ganze Strecken eröffnet werden. Man bekommt in der U-Bahn allerdings oft genug ungefragt einen Plan in die Hand gedrückt. Je nach Fahrtlänge kostet ein Ticket übrigens so zwischen 30 und 80 Cent.

N wie Neonlichter

Wenn es dunkel wird, erstrahlt Shanghai im Glanz der Neonlichter. Weil es hier auch im Sommer schon um 19 Uhr dunkel wird, braucht man das Lichtermeer allerdings, um nicht depressiv zu werden.

O wie Ocean Aquarium

Shanghai Ocean Aquarium
Das Shanghai Ocean Aquarium in Pudong ist zwar ziemlich teuer, aber der Besuch lohnt sich nicht nur wegen des längsten Unterwassertunnels Asiens (der Welt?).

P wie Palmen und Platanen

Palmen und Platanen prägen das Stadtbild von Shanghai.

Q wie QQ

QQ, das chinesische Pendant zum ICQ-Messenger scheint auf fast alle Computern installiert zu sein. Wenn ich mit geöffnetem Fenster zu Hause sitze, höre ich den charakteristischen Klingelton der einkommenden Nachrichten im Akkord. QQ ist außerdem die Bezeichnung für Gummibärchen und Co., etwa für die Tapioka-Perlen im Bubble Tea.

R wie Restaurants

Essen zählt neben Einkaufen zu einer der Lieblingsbeschäftigungen in Shanghai. Deshalb gibt es an jeder Straßenecke und häufig auch im Untergrund Restaurants in Hülle und Fülle. Die Vielzahl ist gigantisch, der Unterschied in den Preisen ebenfalls. Man kann sich hier für weniger als 3 Euro satt essen, aber ebenso für das 100-Fache. Viele Restaurants haben sich auf wenige Gerichte spezialisiert. So verkauft das eine nur Nudeln aus Xinjiang, das nächste scharfe Speisen aus Sichuan und wieder ein anderes Restaurant nur Dumplings. Wer in Shanghai beim Essen nicht auf seine Kosten kommt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

S wie Smog

Shanghai gehört zu den chinesischen Städten mit der besseren Luft in China. Trotzdem kann die hier manchmal ganz schön dick sein. In der letzten Zeit wird der Smog nicht selten von Peking heruntergeblasen.

T wie Taxis

Taxis in Shanghai Taxis gibt es in Shanghai immer und überall. Billig sind sie außerdem. Dafür haben sie meistens auch keine Gurte auf den Rücksitzen und Fahrer, die sich während der Fahrt mit Wattestäbchen die Ohren säubern, dabei verträumt aus dem Seitenfenster schauen und nebenbei noch bei Rot in die große Kreuzung brettern. Anderes Wort für Taxifahren in Shanghai: Nahtoderfahrung.

U wie Umziehen

Wenn man in Shanghai eine Wohnung mietet, muss man öfter mal umziehen. In der Regel werden die Mietverträge hier nur für ein bis zwei Jahre unterschrieben und danach vom Vermieter nicht immer verlängert.

V wie Vögel

Die Vögel der Wahl sind in Shanghai scharenweise Sperlinge und Bülbüls. Hinzu kommen noch exotische Singvögel, die sich alte Männer in Holzkäfigen halten, welche sie am Wochenende in die Bäume der Parks hängen. Tauben trifft man vereinzelt in der Stadt an, häufiger jedoch im Kühlregal.

W wie Winter

Die Winter in Shanghai sind zwar mild (selten kälter als 0°C) und in der Regel schneefrei, das Fehlen der Heizung macht sich in den Wohnungen trotzdem stark bemerkbar. Es ist also nicht unüblich, mit gefütterten Stiefeln und Daunenmantel im eigenen Wohnzimmer zu sitzen.

X wie Xintiandi

Xintiandi Xintiandi ist ein überteuertes und völlig überbewertetes Weggehviertel. Die aus traditionellen Shikumen-Häusern bestehende Fußgängerzone beherbergt Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte und ist außerdem der Ort des ersten Kongresses der Kommunistischen Partei. Warum Xintiandi als begehrtes Touristenziel gilt, habe ich noch nicht herausgefunden. Ich bin jedes Mal enttäuscht, wenn ich dort bin.

Y wie Yan’an Lu

Yan’an Lu ist eine der doppelstöckigen Straßen in Shanghai. Beim Bau der Autobahntrasse in den 90er-Jahren kam es an einer Stelle zu Problemen, weil sich ein in der Erde schlummernder Drache gestört fühlte. Erst ein Mönch konnte diesen beruhigen. Für solche Geschichten liebe ich Shanghai.

Z wie Zhongshan-Park

Der hundert Jahre alte Zhongshan-Park im Stadtteil Changning ist für mich der schönste Park Shanghais und das nicht nur, weil ich ihn in fünf Minuten Fußweg erreichen kann. Ursprünglich der Garten eines Engländers wurde der Park später für die Öffentlichkeit erst als Jessfield Park und ab 1944 zu Ehren Sun Yat-Sens als Zhongshan-Park zugänglich gemacht.

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9 Gedanken zu “Shanghai von A bis Z

    1. Ich sehe schon, du willst unbedingt wieder nach China 😀

      Shanghai sieht ja auf den ersten Blick immer so aus, als würde es dort gar nichts Interessantes geben. Aber ich finde, wenn man genau schaut, gibt es doch viele kleine interessante Orte und Geschichten. Ich merke das auch jetzt erst langsam…

  1. Pingback: Tagesgedanken

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