Warum Katzen die Weltherrschaft abgelehnt haben – Eine chinesische Legende

Warum Katzen die Weltherrschaft abgelehnt haben - Eine chinesische Sage

Alles für die Katz #6

Katzen sind in der chinesischen Mythologie nicht gerade die wichtigsten Tiere und doch haben sie immer wieder ihre kleineren und größeren Auftritte. Im »Buch der Riten« bekommen sie sogar die Weltherrschaft angeboten.

Weltherrschaft, nein, doch nicht

Als die Götter mit der Erschaffung der Erde fertig waren, wollten sie einem Lebewesen die Aufsicht über die Erde übertragen. Sie wählten die Katzengöttin Li Shou und all ihre kätzischen Gefährten aus. Li Shou nahm an und bekam von den Göttern die Fähigkeit zu sprechen übertragen.

Li Shou wanderte also durch die Welt, um nach dem Rechten zu sehen, aber irgendwie klang ein Nickerchen unter einem Baum verlockender. Oder Spielen. Oder Faulenzen. Weltherrschaft war einfach mit zu viel Arbeit und zu viel Stress verbunden! Nachdem die Katzen mehrmals im Dienst versagt hatten, gaben sie ihre Verantwortung wieder ab. Li Shou schlug den Göttern vor, an ihrer statt die Menschen zu den Herrschern zu machen. So geschah es, dass die Menschen fortan das Erdenrund beherrschten und sprechen lernten. Die Katzen verlernten das Sprechen wieder und genießen bis heute faul ihr Leben.

Hüter der Zeit

Ganz ohne Verantwortung sind die Katzen allerdings nicht davongekommen. Weil die Götter gleich erkannt haben, dass die Menschen nicht die klügsten sind, übertrugen die Götter den Katzen die Überwachung der Zeit. In alten Zeiten glaubten die Chinesen deshalb, Katzen könnten den Stand der Sonne mit der Größe ihrer Pupillen beeinflussen – schmale Pupillen: es wird hell; große Pupillen: es wird dunkel.

Verehrt

Li Shou wurde von Bauern übrigens als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt. Man brachte ihr Opfer, damit sie den Bauern eine gute Ernte und wenig Ungeziefer bescherte und sie nachts vor bösen Geistern beschützte.

Das ist mein Beitrag zum Projekt von Kalle bloggt.

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11 Gedanken zu “Warum Katzen die Weltherrschaft abgelehnt haben – Eine chinesische Legende

  1. Es gibt auch in Japan einen Katzenschrein, der von jemandem errichtet wurde, der Katzen aus denselben Gründen als Götter der Zeit betrachtete – vielleicht hat im in Korea, wo er stationiert war, auch ein Chinese eingeflüstert. 😉

    1. Der Katzenkult wird in Japan immer noch gepflegt, oder? Ich habe schon oft von japanischen Katzenschreinen, Katzeninseln usw. gelesen (oft auch bei dir, glaube ich :-)). In China scheint diesbezüglich leider gar nichts mehr los zu sein …

  2. Hallo Shaosi,

    ich würde die Weltherrschaft auch abgeben. Ein Katzenleben ist viel interessanter und entspannter 😉 Dass sie aber Hüter der Zeit geworden sind ist klasse, denn sie lehren uns die Zeit zu nutzen – auch mit Nichtstun. Eine Katze zu streicheln und liebkosen, mit ihr zu liegen und einfach nichts zu tun, tut so gut in unserer hektischen Zeit.

    Ganz herzlichen Dank für die schöne Geschichte, liebe Grüsse kalle

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