HK | Ocean Park – Freizeitspaß für Jung und Alt

Ocean Park, Hongkong

Wir sind nicht einmal drei ganze Tage in Hongkong und sollen fast einen kompletten Tag für einen Freizeitpark opfern? Muss das sein? Der Ocean Park steht zwar auf unserer To-Do-Liste, genießt bei mir aber niedrige Priorität. »Muss sein.« Herr M. ist nicht davon abzubringen. Also fahren wir hin – und bereuen den Besuch nicht.

Ocean Park, Hongkong

Ocean Park – Lohnt er sich?

Schon für die Kinder in 80er-Jahre-Filmen galt ein Familienausflug zum Ocean Park immer als ganz großes Highlight. Für mich hatten die Szenen mit Fahrgeschäften, Imbissständen und Geschicklichkeitsspielen allerdings immer Jahrmarktcharakter. Wird man dafür nicht irgendwann zu alt? So ganz überzeugt bin ich von unserem Ausflug noch nicht, als wir morgens von Admiralty aus mit dem Bus durch einen langen Tunnel fahren.

Plötzlich kommt Urlaubsfeeling auf. Am Haupteingang des Freizeitparks stehen nämlich bunte Tierfiguren. Sie erinnern mich an Gaudí, an Barcelona. Meine Schwiegereltern lassen sich lieber vor der üppigen Weihnachtsdekoration fotografieren. Genügend Zeit haben wir ja. Wir sind zu früh, der Ocean Park öffnet erst um 10:30 Uhr seine Pforten. Umso besser! So sind wir unter den ersten hundert Besuchern des Parks, müssen nirgends anstehen, können alles gut sehen und werden vor den Tiergehegen nicht weggedrängt. So könnte das ja doch noch was werden!

Als wir uns endlich ins Vergnügen werfen, muss ich bald einsehen: Der Eintrittspreis von 360 HKD pro Person lohnt sich tatsächlich! Und nein, für den Ocean Park wird man nicht zu alt!

Ocean Park, Hongkong
»Hongkong in den 60ern«

Ein Highlight für Jung und Alt

Herr M. und ich reißen den Lageplan an uns und lotsen meine Schwiegereltern die liebevoll angelegten Wege entlang. Wider Erwarten sind auch sie begeistert, finden alles schön, interessant und lustig und wollen an den merkwürdigsten Stellen fotografiert werden. Tatsächlich habe ich die beiden noch nie so ausgelassen gesehen wie hier im Ocean Park.

Wie gut also, dass der 1977 eröffnete Freizeitpark so groß ist. Im Southern District von Hong Kong Island teilt er sich in zwei Ebenen auf, die mit einer Seilbahn bzw. einer U-Bahn, die wie ein U-Boot gestaltet ist, verbunden sind. Die eine Ebene (»Lowlands«) liegt am Fuße eines Berges, die andere auf der Bergspitze (»Highlands«). Das reicht locker für einen tagesfüllenden Ausflug!

Ocean Park, Hongkong
Was an ein lustig gestaltetes Atom-Ei erinnert, ist in Wirklichkeit das Aquarium

Aquarium

Das große Aquarium in der Nähe des Eingangs ist gleich das erste Highlight. Zwar ist das Aquarium in Shanghai größer, moderner und einen Ticken spektakulärer. Aber auch in Hongkong verfehlen Mantarochen, Riesenschildkröten und Haie ihre Wirkung nicht, wenn sie über unseren Köpfen vorbeischweben oder uns in teils mehrstöckigen Aquarien begleiten. Die Besucher knipsen begeistert Fotos und drehen Videos. Weil man die meisten Tiere auch auf chinesischen Fischmärkten finden kann, drehen sich natürlich viele Gespräche im Aquarium darum, was man schon mal gegessen hat und was besonders gut schmeckt.

Kleinere, über den ganzen Park verteilte Aquarien präsentieren ein düsteres, verspiegeltes Labyrinth an Behältern mit Quallen (eng, stickig, zu voll – eine Tortur!), ein Häuschen im traditionellen chinesischen Stil mit teuren Goldfischarten oder – ziemlich unbeachtet – die wenigen verbliebenen Tierarten, die noch im Yangtse-Fluss existieren.

Die Tiere

Weil der Ocean Park auch ein Zoo ist, gibt es neben den Aquarien auch viele asiatische Tierarten zu sehen, z.B. Pandas, rote Pandas, ein paar Affen, Vögel. Aber auch die typischen Tiere vom Nord- und Südpol (Pinguine!) kommen nicht zu kurz.

Die Seehundshow, die eigentlich für die ganz Kleinen konzipiert ist, erwischen wir nur zufällig. Die Seehunde zeigen ein paar Minuten lang ihre Tricks, klatschen und schreien auf Kommando – da steht auch dem erwachsenen Publikum nicht selten vor Begeisterung der Mund offen.

Auch zur Delphinshow schaffen wir es pünktlich. Die Tribüne ist brechend voll, als auf Kantonesisch (mit englischen Untertiteln) eine Geschichte über die Freundschaft zwischen Mensch und Delphin erzählt wird. Als die Delphine dann endlich in das Showbecken eingelassen werden und sich zum ersten Mal aus dem Wasser werfen, geht ein begeistertes Raunen durch das Publikum.

Der Ocean Park rühmt sich damit, viel für die Arterhaltung von Meeresbewohnern zu tun und geizt auch in der Show nicht damit, uns daran zu erinnern, dass wir die Meerestiere besser schützen müssen. In den Gewässern um Hongkong sollen schließlich auch noch ein paar Delphine leben.

Die Fahrgeschäfte

Die Souvenirs in den vielen Shops sehen hochwertig aus (plüschige Pinguine, Faultiere zum Kuscheln, bunte Frösche aus Stoff usw.), aber die hoffnungslos überteuerten Preise schrecken uns ab. Das hält uns natürlich nicht davon ab, mit so ziemlich jeder Pinguinmütze, die wir finden können, für dumme Bilder zu posen. Heute ist uns nichts zu doof.

Deshalb zieht uns auch schnell ein großes Kinderkarussell in den Bann. Hier reiten nämlich hauptsächlich Erwachsene auf den Meerestieren. Nachdem eine Rentnergruppe lärmend im Kreis gefahren ist und andere Erwachsene die ganze Fahrt über für Selfies posierten, stellen auch wir uns ohne zu zögern in die kurze Schlange. Das machen drei Jahre China also mit einem.

Ocean Park, Hongkong
Endlich haben es mal ein paar Kinder auf das Karussell geschafft!

Die Schwiegereltern protestieren auch kein bisschen. Meine Schwiegermutter entscheidet sich sogar dazu, nicht mit dem Vater in der langweiligen Kutsche zu sitzen, sondern klettert ganz aufgeregt zu uns auf die Fische. Bevor die Fahrt losgeht, stellt eine Mitarbeiterin sicher, dass alle ihre Sicherheitsgurte angelegt haben. Nicht dass wir bei Schrittgeschwindigkeit noch von den Meerestieren fallen!

Ocean Park, Hongkong
Nervenkitzel pur – Der Ritt auf einem Korallenfisch

Natürlich gibt es auch wildere Fahrgeschäfte: Karussells in luftiger Höhe oder haarsträubende Achterbahnen am Berghang. Dazwischen immer wieder Akrobaten, Tänzer, Musiker.

»The Rapids« (leider kein Bild) entpuppt sich als ultimatives Highlight für meinen Schwiegervater. Dort fährt man auf einer Wasserbahn entlang und wird nicht nur von Wasserfontänen nass gemacht, die kreuz und quer über die Bahn spritzen, sondern auch von Wasserkanonen, die Passanten auf die Fahrenden zielen können. Kein Wunder, dass viele im Regenmantel in das Gefährt einsteigen!

Mein Schwiegervater ist kaum mehr von der Wasserspritze auf der Brücke wegzubekommen. Er wird nicht müde, unter schadenfrohem Gelächter direkt in die Gesichter der Vorbeifahrenden zu zielen. Da hilft es ihnen auch nichts mehr, sich kreischend unter einem hastig aufgespannten Regenschirm zusammenzurotten. Ich bekomme derweil schon vom Zuschauen eine Blasenentzündung.

Ocean Park, Hongkong
Harmlosigkeitsgrad: mittel; panisches Geschrei: laut

Oean Park, Hongkong
Nach dem todesmutigen Ritt auf dem Kinderkarussell ist uns die Achterbahn
am steilen Berghang zu unspektakulär

Wir decken uns an den Imbissständen mit Pommes und Cola ein, was bei meinen Schwiegereltern als exotische Mahlzeit zählt, und genießen die Aussicht aufs Meer. Im Dunst erkennen wir Lamma Island. Da würde ich auch gern hingehen und zwar nicht deswegen, weil Chow Yun-Fat dort geboren ist, sondern weil es dort sehr dörflich sein soll, keine Autos gibt und laut diversen TVB-Serien ganz tolle Fischrestaurants gibt. Leider haben wir keine Zeit dazu.

Wir haben ja kaum Zeit, im Ocean Park alles zu sehen und zu fahren, obwohl wir einen Tag erwischt haben, an dem nur wenige Besucher da sind und die Warteschlangen kurz sind. Der Park ist ganz schön weitläufig und wir wollen nicht hetzen. Für die Schwiegereltern machen wir viele Pausen und durchstöbern jeden Souvenirshop. Mein Schwiegervater will nämlich noch unbedingt einen bunt beleuchteten Plastikpinguin kaufen, hält ihn für viel zu teuer und kauft zum Schluss gleich zwei. Das muss Begeisterung auf Chinesisch sein.

Ocean Park, Hongkong
Die Seilbahn verbindet die beiden Teile des Parks und bietet eine schöne Aussicht auf Hongkongs Außenrum

Anfahrt

Von Admiralty mit dem Bus 629 bis zum Haupteingang des Parks (Fahrtzeit ca. 20 Minuten), Preis ca. 11 HKD pro Person. Eine U-Bahn-Linie zum Park befindet sich derzeit noch im Bau.

Im Untergrund der U-Bahn-Station Admiralty können an einem Touristenstand gleich die Tickets für den Park gekauft werden, dann muss man beim Park nicht mehr anstehen. Preis: 360 HKD pro Person (Erwachsene).

Website: Ocean Park Hong Kong

Fazit

Der Ocean Park ist definitiv ein Highlight auf unserer Reise nach Hongkong. Wer auf Freizeitparks oder Kindereien steht, kommt hier voll auf seine Kosten; Alter egal. Herr M. meint sogar, dass der Ocean Park von allem, was wir in Hongkong gemacht haben, das Beste war. Damit könnte er sogar Recht haben …

to be continued …

Würde euch der Park interessieren?

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16 Gedanken zu “HK | Ocean Park – Freizeitspaß für Jung und Alt

  1. Mir ist es ähnlich mit DisneyWorld in Orlando gegangen. Eigentlich wollte ich nicht, mochte ich nicht, aber ich musste, da ich mit einer Gruppe zusammen war. Und dann war ich total begeistert. Irgendwann schau ich mir das in Hongkong mal an. Aber demnächst habt Ihr ja auch Disney World in Shanghai! Viel Spaß! Ulrike

    1. Das hätte ich nicht gedacht, dass du was mit Freizeitparks anfangen kannst 😉 Wahrscheinlich muss man an solche Orte ohne große Erwartungen hin, dann wird man positiv überrascht. Bin mal aufs Disney World gespannt …

    1. Die Aquarien allein lohnen sich ja auch schon. Obwohl ich dann wahrscheinlich lieber noch mal in das Aquarium in Shanghai gehen würde. Ist größer und kostet auch nicht ganz so viel …

  2. Ist wahrscheinlich so mit Freizeitparks, dass der Spaß erst mit dem Erleben kommt. Geht mir jedenfalls auch so. Da erwacht das Kind im Manne … Oder der Frau. Schön, das war mal wieder eine ganz andere Seite von China. Tolle Fotos.
    Herzliche Grüße, Eberhard

  3. Was ist denn an Pinguinen so spektakulär, dass du sie mehrmals und in verschiedenen Ausführungen erwähnst?
    Ich glaube, ich würde mich – mit entsprechender Begleitung – auch auf diesen Park einlassen.

    1. Haha, habe ich die Pinguine wirklich so oft erwähnt? So spektakulär sind sie natürlich nicht, aber wir mögen sie halt 😉 (Ist vielleicht auch mehr ein Insider zwischen mir und meinem Mann, hmm …). Die Pinguinmützen gab es aber wirklich in allen möglichen Varianten, da kann man nicht schweigend dran vorbeigehen 😉

  4. Schöner bunter Bericht. Das letzte Bild ist der Hammer! Die Hochhäuser an die Berghänge hingebaut. Die Insel und die bunten Kabinen davor – perfekt!
    Mich reizen Fahrgeschäfte überhaupt nicht, weil mir sehr leicht sehr schlecht wird, aber Disney muss man schon mal gesehen haben – es gibt dort viele nette Sachen 🙂

    1. Danke! Mich reizen Fahrgeschäfte auch gar nicht so sehr, aber der Park hat ja auch genug anderes zu bieten …

      Disney in Hongkong wurde uns auch empfohlen, aber zwei Freizeitparks in so kurzer Zeit wäre dann doch etwas viel geworden 😀

  5. Danke für den sehr lebendigen, schönen Bericht aus dem Ocean Park!
    Hab von dem auch schon viel gutes gelesen …

    Und was Disney angeht: das könnt Ihr ja demnächst in Shanghai nachholen. 🙂

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