HK | Avenue Of Stars – Zu Besuch bei den Filmstars von Hongkong

Avenue Of Stars, Hongkong

Die Uferpromenade am südlichen Zipfel von Tsim Sha Tsui steht aus zwei Gründen auf meiner Must-See-Liste: die gute Aussicht auf Hongkongs Skyline und die Avenue Of Stars, wo Hongkonger Filmstars ihre Sterne haben, ganz nach großem Vorbild in Hollywood.

Auf nach Tsim Sha Tsui

»Ich komme von weit her, um hier zu essen«, sagt Sammi Cheng in irgendeinem Film zu einem Restaurantbesitzer auf Hong Kong Island. »Woher denn?«, will der wissen. Ihre Antwort: »Kowloon.«

Typischer Hongkong-Humor. Denn eigentlich ist der Weg von Hong Kong Island auf die Kowloon-Halbinsel ein Katzensprung. Mit der U-Bahn sind wir in wenigen Minuten drüben. Andererseits scheint man in Hongkong-Filmen kaum mit der U-Bahn zu fahren. Spontan fällt mir nur ein Streifen mit Nicholas Tse als tanzender Postbote ein (»Tiramisu«), in dem mir die Metro zu Gesicht kam.

U-Bahn, Tsim Sha Tsui, Kowloon, Hongkong
Samstag Nachmittag in der U-Bahn rückt Hongkong zusammen

Schon auf den ersten Blick scheint in Tsim Sha Tsui mehr los zu sein als auf der Insel: mehr Menschen, mehr Verkehr. Allerdings ist auch Samstag und mehr Leute haben Zeit, die Straßen zu verstopfen.

Für uns soll es erst einmal beschaulicher zugehen: Erster Anlaufpunkt ist die Uferpromenade am südlichen Zipfel von Tsim Sha Tsui.

Dann stehen wir vor einer überdimensionierten Postkarte: die Hongkonger Skyline. Staunend? Ein bisschen, selbst nach drei Jahren Shanghai. Leider ist die Sicht um die Mittagszeit nicht gerade atemberaubend. Die Sonne steht extrem ungünstig und es ist noch immer diesig. Wir schlendern also erst einmal die Avenue Of Stars entlang und lassen den Ort auf uns wirken.

Central und Western District
Der Blick aufs abendliche Central ist schon besser

Avenue Of Stars

Hongkong ist stolz auf seine vielen Stars und so ist hier ein Walk of Fame ganz nach großem Hollywood’schen Vorbild entstanden. Die wichtigsten Schauspieler und Regisseure von der Stummfilmzeit über die Shaw-Brothers-Ära bis heute sind mit einem Stern auf dem Boden verewigt – und sofern noch am Leben, auch mit Handabdruck in Beton.

Die Sterne finden bei den Besuchern überraschend wenig Beachtung. Ursprünglich wollte ich jeden einzelnen fotografieren (kann man ja mal brauchen, für den Filmblog und so), aber die ungünstige Sonne nervt mit Schattenwurf und macht sämtliche Bilder unbrauchbar. Also lasse auch ich es bald bleiben.

Wir machen uns auf die Suche nach dem Stern von Chow Yun-Fat, aber ausgerechnet er hat in seinem Stern keinen Handabdruck hinterlassen (genau wie Stephen Chow übrigens). Das holt Herr M. nach, meine Schwiegermutter legt ihre Hände in die von Tsui Hark.

Ein paar Sterne sind dann doch von allgemeinem Interesse. Wie erwartet gruppieren sich einige Leute um die Handabdrücke von Jackie Chan und Jet Li, die Mädchen posieren lieber mit dem Stern von Sylvia Chang. Die Statue von Bruce Lee ist ebenfalls gern genommenes Motiv und an der großen Figur von Hongkongs Kult-Schweinchen McDull entsteht sogar eine Schlange, um sich damit fotografieren zu lassen. Selbst die Skulpturen, die verschiedene technische Berufe beim Film zeigen, sind bei den Besuchern gefragt.

Bruce Lee, Avenue Of Stars, Hongkong
»I’ve fought the strong and I did right the wrong / When I change my hands into fists of fury« (anhören)

Abends an der Promenade

Als wir abends wiederkommen, ist die Sicht klarer. Herr M. und ich setzen uns auf ein Mäuerchen mit Blick auf die Skyline. Langsam taucht die untergehende Sonne die Wolkenkratzer in Gold, dann in Rosa. Der Duft von gebratenem Tintenfisch kitzelt angenehm in der Nase, doch wir sind zu faul, um die Quelle ausfindig zu machen. Außerdem müssen wir sowieso bald mit meinen Schwiegereltern essen gehen, da brauchen wir noch Platz im Magen.

Sampan, Hongkong
Eh klar – Ich bin einmal in Hongkong und das Sampan spannt sein großes Segel nicht auf …

Mobile Rasenflächen in Tsim Sha Tsui
Tsim Sha Tsui soll grüner werden – Mobile Rasenflächen an der Promenade

Jetzt hätten wir Lust auf die Lasershow zwischen den Hochhäusern von Hongkong Island, die man von hier aus jeden Abend beobachten kann. Doch dafür bleibt keine Zeit. Noch ein paar Minuten, dann müssen wir weiter. Mist!

An einer nahegelegenen Karaoke-Station wird Cantopop zum Besten gegeben. Irgendwann wankt eine grölende Prozession betrunkener Weihnachtsmänner vorbei. Sonst ist nicht allzu viel los, fast beschaulich. Die Uferpromenade in Hongkong ist um einiges einladender als die in Shanghai. Wir könnten ewig so sitzen bleiben.

to be continued …

Hongkong Skyline
Abendstimmung über Hong Kong Island (Klick: vergrößern)

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23 Gedanken zu “HK | Avenue Of Stars – Zu Besuch bei den Filmstars von Hongkong

  1. Der Bericht hätte von mir sein können. Allerdings ohne Schwiegermutter, dafür mit Schilderungen von der Lasershow und den Sternen von Maggie Cheung und Tony Leung Chiu Wai, die bei mir einen nachhaltigen Eindruck im Film „In the mood for love“ hinterlassen haben.
    Wenn ich hier von Hong Kong lese, bekomme ich richtig Fernweh.
    im übrigen empfand ich die Stadt bereits richtig grün, entgegen aller vorherigen Überlegungen.
    In der Nähe der Avenue of Stars habe ich sogar einige Orchideenbäume gesehen, mit Blüten. Die Bauhinia ist also nicht nur ein sogenanntes Wahrzeichen der Stadt, sondern sogar tatsächlich zu finden.

    Liebe Grüße
    Midori

    1. Oh ja, den Film fand ich auch toll!

      So grün fand ich HK allerdings nicht, so im Vergleich zu Shanghai gibt es in der Stadt doch wenig Bäume. Minuspunkt waren auch die Busse: extrem laut und stinkend. Da sind die Elektrobusse in Shanghai um einiges angenehmer. Aber ansonsten bekomme ich auch sofort wieder Fernweh, wenn ich die Bilder sehe 😀

  2. Starkult made in China. Gefällt mir. 🙂 Genauso wie eine Prozession grölender Weihnachtsmänner. :-))) Wo kamen die denn her?
    Herzliche Grüße, Eberhard

  3. Vor allem die mobilen Rasenflächen gefallen mir…wenn ich die Bilder so sehe, bin ich schon ein wenig neidisch. Sieht auf jeden Fall ziemlich beeindruckend aus! 🙂

  4. Die Avenue of Stars kannte ich noch gar nicht, zu Jackie Chan wäre ich doch auch mal gegangen. 1 Woche Hongkong ist halt doch arg kurz. Danke übrigens für den Verweis auf meinen Beitrag über die Lasershow.

      1. Hm, es war dunkel, viele Menschen strömten und der Blick war aufs Wasser und die (auch ohne die Schau) sehenswerte Hochhausfront gerichtet. Beim nächsten Mal (allerdings etwas unwahrscheinlich, solange wir nicht ganz China gesehen haben) halte ich mal Ausschau. Dankenswerterweise gibt es ja Blogs, in denen man von solchen Dingen erfährt :-).

  5. liebe shaoshi, der blick auf die abendliche skyline ist wundervoll!
    ich war übrigens so frech und habe dich auf meinem foodblog mit einem stöckchen beworfen. vielleicht hast du mal lust, die 11 fragen zu beantworten…

  6. Hm, müssen wir HongKong jetzt auch noch in unsere Weihnachtsreiseplanung packen? Schlimm wenn man ständig mit solchen Eindrücken bombardiert wird, wirklich schlimm! 🙂

    LG Thomas

  7. Wo kommt denn die hübsche Lady mit der Leuchte her …?? (Titelbild)
    Muss wohl die letzten paar Jahre aufgestellt worden sein – kann mich nicht an sie erinnern … nur iwie an ein Stück Baustelle in der Nähe der Sternchen 😐

  8. ein ganz tolles panorama der skyline! die lady mit der leuchte stand auch 2013 schon da und war eines unserer ersten motive 🙂
    allerdings sind die statuen komplett an uns vorbeigegangen, oder wir wohl eher an ihnen. die lasershow ist gar nicht so toll.. da habt ihr ehrlichgesagt gar nicht so viel verpasst!
    ich hoffe ihr seid auch mal mit der fähre nach hk island oder zurück – fand ich viel schöner als die ubahn, aber ich steh eh auf boot fahren 😀

    1. Naja, die Statuen sind ja auch nicht so spektakulär 😉

      Bezüglich Fähre ist es eigentlich schon fast peinlich. Die stand bei mir unter „unbedingt machen“, aber chinesische Schwiegereltern haben das letzte Wort. Somit bin ich wohl der einzige, der in HK war, ohne die Fähre benutzt zu haben. Aber ist ja auch schön, einen Grund (oder in diesem Fall viele Gründe) zu haben, mal wiederzukommen …

    1. Ich glaube, Bruce Lee ist überall. Ich bin ihm in HK auch im Supermarkt begegnet – auf Kaffeepulver. Anscheinend gibt es da eine Kaffee-Marke namens Bruce Lee 😀

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