Auf der Suche nach der perfekten Wohnung in Shanghai (+ Bilderstrecke)

Wohnungssuche in Shanghai

Wer in Shanghai auf Wohnungssuche geht, stellt schnell fest: die perfekte Wohnung gibt es nicht. Vielmehr wählt man aus einer Vielzahl an Scheußlichkeiten das kleinste Übel – und die Suche nach eben diesem kann einen in den Wahnsinn treiben.

Shanghaier Wohnungen

Sind meine Ansprüche an eine Wohnung tatsächlich zu hoch? Eine Zwei-Zimmer-Wohnung in vernünftiger Lage (Innenstadt) und zu angemessenem Preis, renoviert und mit akzeptablen Möbeln – viel mehr will ich doch gar nicht. Schließlich bin ich auch aus meiner Zeit in München keinen Luxus gewohnt. Die kleine Wohnung, die wir damals zu zweit bewohnt haben, war mit dem Riesenboiler im Bad und der Küche/Schlafzimmer-Kombo, die man nur mit dem Gasherd beheizen konnte, ja auch nicht gerade das Vorzeigeobjekt deutscher Wohnkultur gewesen.

Dass man in Chinas Wohnungen keinen deutschen Standard erwarten darf (obwohl Shanghaier Mietpreise durchaus denen in München Konkurrenz machen), ist auch klar.

So ist es hier keine Seltenheit, dass es in vielen Bädern keine Duschwanne gibt, sich die abgeranzte Küche direkt im Eingangsbereich bzw. gleich im Treppenhaus befindet oder die Balkons zu 95% zugemauert sind.

Fenster haben dank Einfachverglasung, verzogenen Aluminiumrahmen oder herausbröckelnder Isolation oft mehr symbolischen Wert, der Kühlschrank steht aus Platzgründen gerne im Wohnzimmer und nicht aus allen Hähnen kommt warmes Wasser. Auch alte Wasserschäden oder Schimmelbefall machen so eine Wohnung nicht unbedingt heimeliger. Hinzu kommen öfter mal Kakerlaken, Mäuse oder Termiten als unerwünschte Gäste.

Unsere chinesischen Wohnungen

Nach unserer ersten Wohnung im Sunshine Garden in Pudong (in der ich es gerade mal einen knappen Monat ausgehalten habe) zogen wir ganz zentral nach Changning und hatten mit unserer zweiten Wohnung wahnsinniges Glück: Mit ihrem Esszimmerchen, einer Frontlader-Waschmaschine und stabilen Möbeln hatte sie schon direkt Luxus zu bieten. Die Lage war top und in anderthalb Jahren hat es nur eine einzige Maus durch das Fenster in unsere Wohnung im sechsten Stock geschafft. Wen kümmerte es da schon, dass die Bodenflächen in der Küche in hässlicher Holzoptik gehalten waren, alle zwei Monate der Durchlauferhitzer defekt war und die Gasleitung mal ein Leck hatte?

Unsere dritte Wohnung, ebenso zentral, da nur zwei Häuser weiter, war ein Rückschritt. Zwar war sie größer (und teurer), dafür schäbiger, hatte ein Wohnzimmer ohne Fenster und Schimmel im Kleiderschrank. Warum wir unter dem Fernsehschrank mumifizierte Hühnerkrallen fanden, wurde uns später auch klar: Mäuse! Kakerlaken! Auf dem Klo konnte man auch nur seitlich sitzen, weil man sonst die rostige Waschmaschine in den Knien hatte. Da kümmerte es uns schon, dass auch hier ständig der Durchlauferhitzer defekt war und die Gasleitung mal ein Leck hatte!

Nun haben wir uns auf die Suche nach Wohnung Nummer Vier gemacht. Nachdem wir uns durch gut 30 Scheußlichkeiten quälen duften (durch einige davon sogar mehrmals), haben wir nun eine akzeptable Wohnung gefunden. Dazu habe ich mal einen alten Text zum Thema aktualisiert:

Wohnungssuche in Shanghai
Hier soll sich eine tolle Wohnung verbergen? Nö. – Besonderes Highlight war die Uraltwohnung, in der vier zwielichtige Gestalten qualmend im Wohnzimmer saßen und uns auf keinen Fall das zweite mysteriöse Zimmer besichtigen ließen.

Auf der Suche nach der perfekten Wohnung in Shanghai

Auch wenn ich nicht glaube, dass ich allzu hohe Ansprüche an eine Wohnung stelle und ich damit leben kann, wenn die Fliesen nicht ordentlich verfugt sind, der Parkettboden abgewetzt ist oder das Silikon unansehnlich verstrichen ist, bleibt deutlich, dass ich in einem Wohlstandsland aufgewachsen bin. Denn noch immer liegen meine Ansprüche über dem Niveau der Einheimischen, die in unserer Preisklasse ihre Wohnungen ausschreiben.

Dann offenbaren sich viele meiner Ansprüche, die ich eigentlich als selbstverständlich vorausgesetzt hätte, als Luxus. Ich hätte zum Beispiel gerne Platz für einen Esstisch und möchte nicht am Couchtisch über meiner Schale Reis kauern (da ist es mir übrigens egal, wenn der Flachbildfernseher an der Wand von Sony ist). Auch hätte ich gern ein Waschbecken im Bad. Und schon gar nicht will ich im Erdgeschoss direkt an der doppelstöckigen Stadtautobahn wohnen, da kann die Wohnung noch so hell und schön eingerichtet sein.

Don’t judge a Wohnung by its Treppenhaus!
PS: Kennt ihr schon mein altes Treppenhaus?

Auf was ich auch verzichten kann: Rohre, die sich mitten im Raum vom Boden zur Decke ziehen, dekadente Kronleuchter in einem heruntergekommenen Loch oder eine pechschwarze Decke, weil der Schimmel hier schon seit Monaten ungehindert sprießt (das allseits beliebte Argument »kann man doch übermalen« finde ich mittel, vor allem, wenn ich dabei von drei Chinesen gleichzeitig ausgelacht werde).

Außerdem möchte ich in allen Zimmern aufrecht stehen und im Schlafzimmer das Fenster in all seinen Funktionen nutzen können. Wenn dieses Fenster nämlich in den düsteren Lüftungsschacht zeigt, in den sämtliche Dunstabzugshauben ihren Dreck blasen, hat die derzeitige Mieterin schon Recht, wenn sie das verfettete, verdreckte Ding immer zulässt und mit Tüchern verhängt.

chinesisches Badezimmer, Shanghai
Shabby Chic im Badezimmer

Ich will auch keine Löcher, die sich Zwei-Zimmer-Wohnung schimpfen, weil man in ein größeres Zimmer eine Trennwand gezogen hat, um mehr Miete rausschlagen zu können – vor allem wenn man dabei vergessen hat, dass beide Zimmerchen jetzt winzig sind und mindestens eines (da ohne Fenster) absolut düster ist.

Wenn in sämtlichen Einbauschränken die Türen herausgebrochen und die Fensterscheiben zerschlagen sind, macht es das auch nicht heimeliger (klar, kann man leicht reparieren, aber wenn ich mit ganz viel Klebeband Kartonagen über die Bruchstelle klebe wie in der einen »total sauberen« Wohnung, wird so ein Fenster auch ziemlich sinnlos).

Und wenn ich die eine, viel zu kleine, viel zu düstere und viel zu heruntergekommene Wohnung nicht haben will, dann wird das Angebot übrigens nicht dadurch attraktiver, dass der Vermieter die Wohnung gegenüber gratis drauflegt!

Treppenhaus in Shanghai
Stromkästen und Co. haben auch schon aufgegeben

Erfolg!

Wochenlang haben wir unsere Ansprüche an den Zustand der Wohnung nach unten und den zu erwartenden Mietpreis nach oben korrigiert. Außerdem musste ich erst wieder lernen, dass man hier nicht von dem total verdreckten Jetzt-Zustand der Wohnung ausgehen darf. Man sollte sich nämlich nicht denken »Ist mir zu dreckig, nehm‘ ich nicht«, sondern sich fragen »Kann man das durch tagelanges Putzen in einen akzeptablen Zustand bringen?«

So haben wir letzte Woche endlich eine bezahlbare Wohnung in der Nähe gefunden, die zwar lange nicht perfekt ist, in der wir uns aber wohlfühlen können.

Zunächst ist das Wohnzimmer ein winziges Loch, in dem gerade mal ein Sofa, ein Klapptisch mit rostigen Beinen und der obligatorische zweite Fernseher Platz haben. Dafür wurde der Raum für mehr Licht und Zen durch ein rundes Fenster mit dem Nebenzimmer verbunden. Das sieht eigentlich ganz nett aus.

Schubladengriffe zerbrechen bei Gebrauch demonstrativ – aber kann man mit Klebeband reparieren. Der Putz schält sich in großen Schollen von der Decke – aber immerhin gibt es keinen Schimmel. Die Wasserpumpe ist lauter als ein Staubsauger – dafür haben wir fließendes warmes Wasser, zumindest in der Dusche.

Wo der Fugenputz im Bad herausgebröckelt ist, krabbeln Termiten heraus – dafür hat Pao-Pao jetzt eine neue Lieblingsbeschäftigung. Das Schlafzimmer hat sogar zwei richtige Fenster, im Treppenhaus sitzt ein Vogel, der Japanisch kann, und auf unserem Kühlschrank klebt ganz viel Hello Kitty. Kakerlaken habe ich auch noch keine gesehen und die Maus, die es offensichtlich mal in die Wohnung geschafft hat, war wohl ein Einzelfall, der sich in einer Schublade ausgelassen hat. Was will man eigentlich mehr?

Treppenhaus in Shanghai
Unser neues Treppenhaus

Auf Wohnungssuche – Eine Bildergalerie

Dieses Jahr habe ich mich zum ersten Mal an Apps versucht, mit denen man in Shanghai Wohnungen suchen kann. Das geht natürlich auch online, via fang.com, ganji.com, baixing.com und 58.com. Von dort stammen auch die folgenden Bilder. Und ja, ich habe fast alle Wohnungen live gesehen. Warum? Weil die Bilder online fast immer als Musterbilder herhalten müssen. Da pappt man dann Bilder von fünf verschiedenen Wohnungen zu einer neuen zusammen, so dass die Bebilderung offiziell nutzlos ist. Wenn man die Angebote so wie ich allerdings auswendig lernt, stolpert man früher oder später doch über Bilder der besichtigten Wohnungen…

Ein paar willkürliche Einblicke in chinesische Wohnungen:

Wohnzimmer in Shanghai
Der Beweis: Erst ein Bild an der Wand macht ein Wohnzimmer so richtig heimelig

Ich dachte eigentlich, einen Kühlschrank im Badezimmer kann nichts mehr toppen. Dann stieß ich auf eine verglaste Duschkabine im Wohnzimmer. Doch nicht genug:

Wohnzimmer und Bad in Shanghai
Da hat man’s wenigstens nicht weit, wenn man nachts mal raus muss

Badezimmer in Shanghai
Jackpot! Das Bad hat sogar eine Badewanne
(Auf dem gelben Makler-Schild steht übrigens »Ich liebe mein Zuhause«)

Wohnzimmer in Shanghai
Vermiete Wohnung, renoviert

In manchen Wohnungen wird man fast optimistisch: guter Preis, gute Lage, gute Wohnung. Dann sind es die kleinen Dinge, die einem einen Strich durch die Rechnung machen – wie zum Beispiel in dieser Wohnung: kommt man durch die Eingangstür (an der übrigens die Klinke gefehlt hat), steht man direkt in der Küche:

Küche in Shanghai
Meine Schwiegermutter so: »Dir ist die Küche zu gammlig? Die kannst du doch putzen!«
Öhm, nö … (Im Nachhinein betrachtet, war das noch eine der besseren Küchen)

Badezimmer in Shanghai
Das Etagenbadezimmer zur stockdunklen, schimmligen und modrigen Wohnung. Die Waschmaschine ist aufgestockt, damit sie untenrum nicht so schnell rostet, wenn man neben ihr duscht. Wo man hier duscht? Na da, wo Platz ist. (Die zugehörige Wohnung war übrigens schwer vermittelbar; die hat uns so ziemlich jeder Makler zeigen wollen.)

Wohnzimmer in Shanghai
Ein Traum in Lila. Man beachte die Bodenmarkierung, damit man sieht, wo das Zimmer aufhört

Wohnzimmer in Shanghai
Gibt’s auch in Rot …

Wohnzimmer in Shanghai
… mit passendem Sofa und Fliesentisch

Wohnzimmer in Shanghai
Tetris!

Wohnzimmer in Shanghai
Ein Fernseher ist nicht genug (die überstieg bereits unsere finanziellen Mittel)

Wohnzimmer in Shanghai
Merke: Fotos vom letzten Wasserschaden eignen sich nicht so gut als Makler-Bilder

Schreibtisch in Shanghai
Schön zu wissen, dass der Schreibtisch, den wir letztes Jahr auf die Straße geworfen haben, nur wenige Häuser weiter ein neues Zuhause gefunden hat

Wohnung in Shanghai
Vermiete Wohnung, möbliert

Wohnung in Shanghai
Gibt’s auch in der Luxusvariante

Wohnung in Shanghai
Die Fliesen haben zwar nicht für das ganze Zimmer gereicht, aber dafür haben wir 2 (ZWEI!) Fernseher!

Noch zwei eigene Bilder aus einer Wohnung, die es dank Schwiegervater in die engere Auswahl geschafft hat. Es scheiterte dann übrigens an dem hässlichen Sofa im Schlafzimmer, das wir nicht entsorgen durften …:

Küche in Shanghai
Nicht ungewöhnlich – Die Küchen meiner neuen Nachbarn sehen fast alle so aus, oder noch schlimmer

Bad in Shanghai
Rustikal – Das Bad hat sogar ein Fenster, d.h. ein Loch in der Wand, das zum zugemauerten Balkon, d.h. ins Schlafzimmer führt

PS: Alle hier gezeigten Wohnungen (ca. 35-60 m²) liegen zentral und haben einen Mietpreis zwischen 400 und 500 Euro; ein preislicher Rahmen, den sich auch in Shanghai viele Leute nicht leisten können. Die Wohnungen entsprechen also der hiesigen Mittelklasse bzw. werden von vielen als WG bewohnt. Das erklärt auch, warum in unserer neuen Wohnung drei Doppelbetten standen. Und wir bewohnen sie gerade mal zu zweit! Absoluter Luxus!

Wer wissen möchte, wie man in Chinas Großstädten noch primitiver lebt, dem empfehle ich die Fotoserie Migrant Hair, in der gezeigt wird, wie Friseure in Chengdu wohnen. Schockierend!

In welche Wohnung würdet ihr ziehen?

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55 Gedanken zu “Auf der Suche nach der perfekten Wohnung in Shanghai (+ Bilderstrecke)

  1. Ein wirklich interessanter Post. Da bin ich richtig glücklich, dass ich in meinen 3 Jahren China-Aufenthalt nicht auf Wohnungssuche gehen musste… Ich weiß ja eigentlich, wie alles in China mittlerweile abläuft, aber deine Bilder (zu den Preisen!) haben mich doch etwas geschockt…
    Da weiß man die eigene Wohnung plötzlich viel mehr zu schätzen, lach.
    Die Tetris Wohnung finde ich aber irgendwie interessant. Warst du denn dort auch und sah sie wirklich so aus? ^^

    1. Wohnst du denn bei Verwandten oder habt ihr eine Eigentumswohnung? Oder wie bist du um die Wohnungssuche gekommen 😉

      In der Tetris-Wohnung waren wir nicht, die wäre viel zu klein gewesen, war nämlich nur dieses eine Zimmerchen mit Küche und Bad …

      1. Wir haben eine Eigentumswohnung, die nun auch schon ziemlich brüchig ist… (15 Jahre alt), aber im Vergleich zu den Bildern noch ziemlich gut dar steht xD

  2. …mir gefällt ja sehr gut der „Traum in rot“ und die Wohnung mit Wellness-Konzept (Bad im Schlafzimmer). Das haben schon vor Jahren unsere Designer bei meinem ehemaligen Arbeitgeber im Programm gehabt! Da war unsere Wohnungssuche vergleichsweise mehr als harmlos und mein Jammern auf hohem Niveau… Wünsche euch viel Spaß beim Deep Cleaning und ein gutes Einleben in der neuen Wohnung!
    Liebe Grüße heute vom ausgelagerten Büro – das Wetter ist zu schön, um drin zu arbeiten…eigentlich zu schön, um überhaupt zu arbeiten 🙂

    1. Bad im Schlafzimmer. Ja das scheint sehr hip zu sein. Nur was denkt man sich dabei? Nach dem Duschen ist das ganze Schlafzimmer feucht (wie lange es wohl dauert, bis es da schimmelt?) und das ganze Wasser spritzt auf den Holzboden (wie lange es wohl dauert, bis der durchgefault ist?).

      Danke, mit dem Putzen bin ich inzwischen fast fertig! Und eingelebt haben wir uns auch schon 🙂

  3. Ich würde auch die Tetriswohnung oder die Rote mit dem Fliesentisch nehmen. Wow, aber real gesehen könnte ich da nirgens einziehen. Ich bin ja nochdazu ein Landei, zwar in der absoluten Pamper aber mit Haus. Luxus pur also!

  4. Du willst es wissen? Ganz ehrlich? In gar keine!
    Deine Schilderungen, die an Zynismus kaum zu überbieten sind, zeigen mir mal wieder auf, in welchem relativen Wohlstand wir leben. Wir bewohnen zu zweit eine 80 m2 grosse 3-Zimmer-Wohnung mit zwei Nasszellen. Und alles funktioniert. Tadellos. Für hiesige Verhältnisse leben wir bescheiden. Zwei Etagen über uns bewohnt eine Einzelperson eine 100 m2 grosse 4-Zimmer-Wohnung.

    1. Tja, und wir wurden hier von den Maklern gefragt, wozu wir zu zweit mindestens zwei Zimmer brauchen 😉 Bei der Wohnungssuche zeigt sich total, dass ich im Wohlstand aufgewachsen bin … Manchmal war mir das schon regelrecht peinlich, eine Wohnung wegen so „Kleinigkeiten“ abzulehnen …

      1. Haha, auf den Link hätte ich mich jetzt auch bezogen.

        Früher ist man scheinbar auch gern zum Picknicken zum IKEA gegangen (scheinbar war das Konzept eines Möbelhauses in China irgendwann so neu, dass man es mit einem Freizeitpark verwechselt hat ;-)). Das wurde aber gerade verboten, als ich nach China kam …

  5. Vielen Dank fuer den genialen Blogeintrag 🙂 Immerhin wird auch die Wohnungssuche zum echten Erlebnis und dir gehen so schnell nicht die Schreibideen aus (freue mich schon auf Pao-Paos Abenteuer mit den Termiten) 😉

  6. Die Tetriswohnung sieht noch am bewohnbarsten aus. Wir haben hier in Tokyo nicht so die riesigen Wohnungen, aber so ein, sorry, Loch hat sich noch keiner getraut uns zu zeigen. Bei uns scheiterte es dann eher an „Das Schlafzimmer hat gar keinen Anschluss für eine Klimaanlage :(“ und „Das Treppenhaus liegt draußen :(“ – Was wir hier doch für Luxusprobleme haben.

    1. Loch – ein Wort, das auch ich in den letzten Wochen sehr oft benutzt habe 😀

      Die Tetris-Wohnung besteht nur aus diesem Zimmer mit Küche und Bad – ist die für japanische Verhältnisse dann schon groß?

      Keine Klimaanlage – deswegen haben wir auch ein, zwei Wohnungen abgelehnt. Dass das Treppenhaus draußen liegt, hätte ich da noch verschmerzen können 😉

      1. Für eine Single-Wohnung ist das in Tokyo recht in Ordnung. 🙂 Ich habe hier auch schon mal in einer kleineren Wohnung gewohnt.
        Noch eine Frage: Ist das in Shanghai so üblich, dass man Wohnungen möbliert mietet? Das gibt es hier eigentlich gar nicht.

      2. Für nen Single finde ich das auch in Ordnung. Aber ab zwei Personen wäre mir das dann doch zu eng. Ich mag es nicht, wenn sich schlafen, essen, leben alles in einem kleinen Raum abspielen muss und man sich so gar nicht aus dem Weg gehen kann.

        Ja, die meisten Wohnungen sind hier möbliert. Einerseits gut, weil man so nicht tausend teure Möbel kaufen muss, andererseits natürlich nervig, weil in den meisten Wohnungen hässliche, alte, kaputte Möbel stehen …

  7. Am bedenklichsten finde ich, dass offenbar Schimmel als so normal empfunden wird, dass er kein Hinderungsgrund ist, eine Wohnung anzubieten und wahrscheinlich auch zu nehmen. Die Elektro- und sonstigen Leitungen sind auch der blanke Wahnsinn. Ja und vor allem wenn die Mittelschicht so lebt, wie leben dann die Armen !?!

    1. Das mit dem Schimmel scheint echt kaum einer zu verstehen. Das ist hier höchstens ein ästhetisches Problem. Wegen Schimmel habe ich etliche Wohnungen, die sonst okay gewesen wären, abgelehnt …

      Die Armen teilen sich dann eben so eine Wohnung (unsere jetzige Wohnung war mit ihren drei Doppelbetten ja auch für mindestens sechs Leute ausgelegt). Oder sie wohnen in einem Fahrradunterstand, in ihren Garagenläden, haben also hinter ihrer Werkstatt eine Nische mit Bett, kochen auf der Straße und waschen sich dort in einer Schüssel die Haare. So war das zumindest in der Straße, in der ich davor gewohnt habe. Das ist echt hart. Habe mich deshalb manchmal schon fast geschämt, dass ich einige Wohnungen wegen so „Kleinigkeiten“ abgelehnt habe …

  8. Ein abenteuerlicher Bericht. Und dabei ging es nur um eine Wohnungssuche. Und den Clou, mit Schock-Effekt, gab’s zum Schluss – der Mietpreis. Ich glaube gerne, dass sich der „Durchschnittschinese“ das kaum leisten kann. Aber wieder ein interessanter Einblick in das Leben in China.
    Herzliche Grüße, Eberhard

    1. Haha, „nur“ eine Wohnungssuche ist gut 😉 Da gehe ich regelmäßig an meine Grenzen.

      Der Mietpreis ist in den letzten Jahren ganz schön gestiegen, finde ich. Und bei Wohnungen, die so zentral liegen wie wir sie gesucht haben, probieren es viele inzwischen mit echt abenteuerlichen Preisen. Wenn man lange genug wartet, gehen einige dann doch mit den Preisen runter, aber 500 Euro für eine 2-Zimmer-Wohnung, wobei man in einem Zimmer nicht mal aufrecht stehen kann, ist einfach immer noch zu viel!

  9. Das war mal wieder ein superinteressanter Beitrag! Ich finde die Tetris-Wohnung sieht am besten aus. Hoffentlich zeigst du uns auch mal Bilder aus eurer neuen Wohnung :). Die Preise sind ja absolut schockierend… das solche Preise für solche z.T. Löcher verlangt werden, hätte ich nicht gedacht. Es hört sich so an als sei es in China üblich in möblierte Wohnungen zu ziehen? Was ich mich auch frage: stören sich die Chinesen eigentlich nicht an den dreckigen Küchen und Bädern?

    1. Ja, die Wohnungen sind meistens möbliert. Das macht es dann noch mal schwerer, weil ja auch die Möbel vom Zustand und Design irgendwie passen müssen. Und oft stellen Vermieter nur das billigste, älteste, zusammengewürfelte Zeug rein – ein Bett ist schließlich ein Bett, egal wie hässlich und kaputt es ist und egal wie durchgelegen die Matratze 😉

      Die Preise sind in den letzten Jahren kräftig gestiegen, habe ich das Gefühl. Wir haben natürlich auch sehr zentral gesucht, wo man die Preise scheinbar willkürlich setzt. Trotzdem war auch ich schockiert. Das sind Preise wie in München – in einer Stadt, wo das durchschnittliche Monatsgehalt gerade mal 400 Euro beträgt …

  10. Ich musste lachen. Ich kenne das aus Peking. Allerdings muss ich sagen, dass ich hier nie Wohnungen zu Gesicht bekommen habe, die ganz so schäbig waren, wie die, welche du hier gezeigt hast. Und die waren auch nicht teurer als Deine. Aber vielleicht geht das Zeuge beim feuchthässlichen Klima in Shanghai auch einfach schneller kaputt?

    1. Kann sehr gut sein, dass das Klima wesentlich zum Verfall beiträgt …

      Ich schätze, Mieten in Shanghai sind generell ein bisschen teurer als in Peking, oder? Wir haben auch ziemlich zentral gesucht, da ist es dann natürlich auch noch mal teurer. Und in den letzten zwei Jahren scheinen die Mieten ziemlich gestiegen zu sein. Unsere vorigen Wohnungen waren alle um ein gutes Stück billiger, obwohl in der gleichen Ecke …

      1. Ich kann jetzt natürlich nur für eine ganz andere Preisklasse sprechen, aber die Mieten und auch die Kosten „Drumherum“ sind innerhalb der letzten Jahre drastisch gestiegen. Was die Kollegen, die vor nem Jahr zurückkamen, uns als Referenzwerte gaben, steht in absolut keinem Verhältnis. Andere Kollegen, die jetzt gerade suchen, müssen auch schon wieder wesentlich mehr berappen, als wir und da liegt nicht mal ein halbes Jahr zwischen.

    1. Interessante Grafik mit aktuellen Daten! (Die 400 Euro Monatsgehalt, die ich mir seit Jahren vor Augen führe, waren aus einem Report von 2011. Dann sind die Mieten also mit den Gehältern proportional gestiegen.)

      1. Ich hatte Zweifel an der Statistik, weil ich mit meiner Erwerbsminderungsrente (Arbeitsunfähig) schon über dem Bruttoeinkommen von Berlin liege.
        Mag sein das ich früher doch relativ gut verdient habe.
        Das Durchschnittseinkommen von HK ist dann anscheinend auch korrekt.

  11. Nia Hao,
    interessante Bilder … habe auch schon einiges in China gesehen. Wir sind immer wieder bei Schwiegermutter zu Besuch und haben Glück mit dieser Wohnung im Norden von Beijing. Das Treppenhaus ist wie in China üblich nicht sehr ansehlich, doch die Wohnung und das drumherum sind ganz in Ordnung.
    Lg THomas

    1. Treppenhäuser sagen hier wirklich nichts über die Wohnungen aus. Ich denke sogar, dass die meisten Wohnungen hier echt nett sein könnten, wenn man sie entsprechend herrichten würde 🙂

    1. In der alten Wohnung habe ich so unser Bad geputzt. Einfach alles abspritzen. Aber wenn so wie auf dem Bild oben keine gefliesten Wände da sind, wird das nichts … 😀

  12. Irgendwie sieht die „Tetris-Wohnung“ noch am besten aus.
    Aber warum alle möbliert und man darf nichts rauswerfen, das einem nicht gefällt???
    Kapier ich nicht, denn man würde ja was Neues kaufen und beim Auszug drin lassen müssen.
    Hoffentlich fühlt ihr euch in der neuen Wohnung wohl. Das wünsche ich euch von Herzen.
    Bärbel

    1. Theoretisch könnte man schon rauswerfen, was einem nicht gefällt, und beim Auszug neu kaufen. Aber man muss ja auch erst mal jemanden finden, der das Zeug für Geld haben will und bei so schäbigen Möbeln ist das nicht ganz einfach … (Unser Doppelbett wollten nicht mal die Müllsammler geschenkt haben – kommt aber noch dazu, dass man es nicht abbauen kann und es nicht gerade verlockend ist, das primitive Ding sechs Stockwerke nach unten zu schleppen ;-))

      Dann ist noch das Problem: wenn ich z.B. einen alten hässlichen Esstisch rauswerfe, muss ich mir einen neuen kaufen. Und wenn der jetzt total schön ist, will ich ihn beim Auszug nicht zurücklassen und habe beim nächsten Umzug noch mehr Gerümpel, das in eine neue Wohnung muss. Also würde ich den auch nur durch einen billigen Tisch austauschen, den ich beim Umzug zurücklassen könnte. Dann kann ich ja gleich das Zeug, das jetzt drin ist, behalten. Ein Teufelskreis!

  13. Oh je, die sind ja alle ziemlich gruselig. 😉 Hast Du irgendwas an dem Blog geändert? Ich bekomme schon länger keine Nachricht mehr, wenn Du einen neuen Beitrag postest. Dachte Du machst Pause und bin heute nur mal so bei Dir gucken gegangen… Ich muss Dich wohl neu abonnieren.
    LG Susanne

    1. Nein, ich habe nichts geändert. Komisch … Aber schön, dass du trotzdem wieder hergefunden hast. Ich habe mich schon ein bisschen gewundert, so gar nichts mehr von dir zu hören 🙂

  14. Wozu ist die Bodenmarkierung? Beginnt da die Nachbarwohnung ?!?
    ___________________

    Ich will mir nicht vorstellen, was mich erwartet hätte, wenn ich meiner Ex nach China gefolgt wäre … Andersrum verstehe ich noch weniger, was sie an meiner 100m² Wohnung (+ div. Abstellkammern) auszusetzen hatte …
    (Oder steigen auch die Ansprüche mit dem Grenzübertritt ?!?)

      1. Hmmm … macht Sinn! … kommt ja auch viel mehr Licht durch, als wenn man da ne Wand hingestellt hätte … (abgesehen von den höheren Kosten einer Wand …)

  15. Der rote Salon war ja ein Graus.. wenn ich da an die Wohnungen denke, die meine Freunde in Hangzhou bewohnt haben.. das waren dann wohl eher die royal Suiten xD
    Aber kreativ sind sie, das muss man ihnen lassen – diese extravagante Zimmerabtrennung hatte ich auch mal probiert durchzukriegen.. damals mit 8 als ich mir ein Zimmer mit meinem Bruder teilte – es scheiterte am Stockbett 😀

  16. Wow das ist ja krass – da lobt man sich doch die Standards bei uns 🙂 Wir würden ehrlich gesagt keine der Wohnung nehmen, aber wenn man aus einer Schimmelbude oder Krabbelviecherwohnung raus will, hat man ja wirklich nur die Wahl zwischen Pest und Elend 😦 Und dann diese Preise! In Shanghai muss man etliches aushalten können – ich würde wohl bei den Badezimmern regelmäßig Herpes bekommen, weil ich mich so ekeln würde -Tschuldigung, dass ich das so offen sage, aber westlicher Standard verwöhnt halt – sogar in vielen Gartensparten sehen bei uns die Bäder besser aus. Und Bad en Suite kenn ich auch irgendwie anders.
    Wir hoffen, dass ihr euch in der neuen Wohnung wohl fühlt und sie von Wasserschäden, Kurzschlüssen und Krabbelviechern verschont bleibt.
    Liebe Grüße
    Anja und Hans-Georg

    1. Komischerweise kann man sich wirklich an das meiste gewöhnen. Und wenn man so ein Bad mal von Grund auf geputzt hat, muss man sich nicht mehr so sehr ekeln. Zum Duschen nutzen wir aber immer Badeschlappen. Barfuß würde ich den Raum nicht betreten wollen 😉

  17. So, das ist zwar ein alter Beitrag, aber ich bin über Deinen neuesten Google-Suchwörter-Beitrag erst jetzt dazu gekommen. Wahnsinn. Mann, mann, mann geht es uns gut hier! Die Mietpreise sind hier zum Teil unverschämt (wir gehören zu den Expats mit Mietbudget, das ist also Jammern auf hohem Niveau – aber was für runtergewirtschaftete, improvisierte Wohnungen wir uns angesehen haben – und das war im Vergleich zu deutschem Standard. Wenn ich mir da aber eure Löcher ansehe… wow. Da wird mir ganz anders) und die Mentalität „rausholen was geht“, die ich auch aus Deinem Post rauslese, zeigt sich in aller belustigenden Grässlichkeit.

    Eine Anmerkung hab ich noch zu einem Kommentar weiter oben: Bei einem meiner ersten IKEA-Besuche hier habe ich im Bereich vor den Kassen (also noch drinnen, im SB-Bereich) eine vierköpfige Familie an einem ausgestellten Sonnenschirm/Tisch/Stühle Dings picknicken sehen. Das war im August/September 2015 😉 Ich habe mich damals gefragt, wofür die hier so Terrassensitzgelegenheiten aufstellen (aber es muss ja auch irgendwo draußen Gärten geben) und ob die Familie im Ernst ihr gesamtes Essen einmal durch IKEA geschleppt hat. Ich meine, die mussten ja unterwegs auch noch ein paar Sofas Probeschlafen… Ich konnte es mir jedenfalls nicht verkneifen, aus der Ferne ein Foto davon zu knipsen und erzähle es gern als eines der Beispiele für den „Kulturschock“.

    1. Auch alte Einträge dürfen jederzeit gelesen werden 😀

      „rausholen was geht“ ist vermutlich typische Shanghaier Mentalität.

      Zu IKEA in China: Haha, immer wieder gut!

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