»Chinesen können das einfach nicht!« – Science-Fiction in China

Science-Fiction in China

»Chinesen können keine Science-Fiction«, hört man gern aus dem Westen. Doch kann man das so plump verallgemeinern? Und wie steht es überhaupt um Science-Fiction in China? Ich habe mich auf die Suche nach Antworten gemacht, im 20. Jahrhundert gegraben und Chinesen mit meinen Fragen genervt.

Ich kann nicht behaupten, dass ich mich wahnsinnig für Science-Fiction interessiere. Ich habe mich irgendwann durch Frank Herberts Wüstenplanet-Schinken gebissen, habe den Film noch irgendwo auf Video und den gelegentlichen Sci-Fi-Streifen aus den 50ern gesehen, aber hauptsächlich, um mich über die aus heutiger Sicht unfreiwillige Komik zu amüsieren.

Trotzdem ist mir natürlich schnell aufgefallen, dass in der chinesischen Filmlandschaft gerade dieses Genre sträflich vernachlässigt wird. Science-Fiction ist kaum mehr als eine Randnotiz. Warum ist das eigentlich so? Und wie sieht es in der Literatur aus?

»Chinesen können keine Science-Fiction«

Vor langer Zeit sah ich den Hongkong-Film »The Wesley’s Mysterious File« (卫斯理蓝血人, 2002) mit Andy Lau als Alienjäger in Schwarz und Rosamund Kwan als Außerirdische mit blauen Augen. Ich fand ihn mittel, habe mich aber vor zwei Jahren, als ich ihn noch mal gesehen habe, den vernichtenden Kritiken angeschlossen: der Film ist Mist. Überzeugt euch selbst mit diesem Trailer:

Ross Chen von lovehkfilm.com fand mal wieder die passenden Worte:

Scheinbar denkt Produzent/Regisseur Wong Jing, dass Sci-Fi nur aus Außerirdischen, unverständlichen wissenschaftlichen Konzepten und vielen Leuten in schwarzen Anzügen besteht.

»Chinesen können keine Science-Fiction«, monieren weniger differenzierte Kritiker, z.B. in Internetforen. Damals ist mir aufgefallen, dass der Wesley-Schmarrn (der übrigens auf einer chinesischen Buchreihe basiert), der einzige Science-Fiction-Film aus Hongkong geblieben ist, den ich gesehen habe – und ich war bei Filmgenres lange nicht wählerisch, solange HK drauf stand. Vom Festland fällt mir sogar kein einziger ein.

Stimmen die Unkenrufe also? Können Chinesen wirklich keine Science-Fiction? Und kann man das überhaupt so schamlos unreflektiert verallgemeinern?

科幻 (kēhuàn) – Wissenschaft + Fantasie = Science-Fiction

Science-Fiction entwirft – häufig in die Zukunft verlegte, teilweise auch räumlich entfernte – Konstellationen des Möglichen und beschreibt deren Auswirkungen. Dabei werden reale wissenschaftliche und technische Möglichkeiten mit fiktionalen Spekulationen angereichert.

So heißt es in der Wikipedia.

Zwar wurde der Begriff Science-Fiction im Westen erst in den 1920er Jahren geprägt, das Genre an sich reicht allerdings viel weiter zurück. Einen Höhepunkt erreichte es in den 30er Jahren (»Ohmeingott, Technik! Ohmeingott, wir werden zu mächtig!« – eine Angst, die diverse Dystopien auf den Plan brachte), dann wieder in den 50er und 60er Jahren, weil »yeah, wir sind jetzt echt im Weltraum«.

Danach hat sich der Inhalt von Science-Fiction-Filmen oft gewandelt, aber bis heute hat das Genre Bestand – und das durchaus auch in Asien. In Japan ist Science-Fiction bis heute fester Bestandteil der dortigen Popkultur und auch in Südkorea werden immer wieder mal Filme dieses Genres gedreht (z.B. Natural City).

Doch wie sieht es in China aus?

Science-Fiction mit Hindernissen

Das 20. Jahrhundert war in China wahrlich kein einfaches – Niedergang des Kaiserreichs, Bürgerkrieg, Krieg mit Japan, Kulturrevolution. Die Leute hatten schlicht meist andere Probleme als sich um hochintellektuelle Literatur geschweige denn um Science-Fiction-Romane zu kümmern.

Um Literatur war es in China ohnehin schon länger nicht mehr gut bestellt. Während der mandschurischen Fremdherrschaft (Qing-Dynastie, 1644-1911) ging es mit dem Land bergab, was sich auch im kulturellen Bereich widerspiegelte. Laut Herrn M. wurde während der Qing-Dynastie nämlich nur ein einziger nennenswerter Roman (nicht Science-Fiction!) veröffentlicht: »Der Traum der roten Kammer« (und der ist ironischerweise eine höchst clevere Kritik an eben jener Qing-Dynastie).

Trotzdem waren bereits zur Kaiserzeit Science-Fiction-Romane in China bekannt. Das waren Übersetzungen von westlichen Romanen, z.B. von Jules Vernes oder H.G. Wells. Und auch in den Jahrzehnten danach blitzte das Genre immer wieder auf, nur um gleich wieder im Keim erstickt zu werden.

1900 – 1966

Bereits 1904 wurde der erste chinesische Science-Fiction-Roman veröffentlicht: »Mondkolonie« (月球殖民地小說), ein nie fertig gestellter Roman von einem unbekannten Autor, der unter dem kompakten Pseudonym Old Fisherman of the Secluded River (荒江釣叟) schrieb. Chinesen waren also durchaus von den futuristischen Vorstellungen des Westens fasziniert und ließen sich davon anstecken. Kein Wunder, dass nach dem Untergang der Qing-Dynastie (1911) auch Science-Fiction-Romane von chinesischen Schriftstellern populär wurden.

Bis in die 50er und 60er wurden in China noch Science-Fiction-Romane geschrieben. Man suchte sich nun allerdings das Vorbild in der sowjetischen Literatur und setzte den Schwerpunkt auf sozialistischen Realismus. Science-Fiction-Romane waren jetzt also eher ein Werkzeug, kommunistisches Gedankengut unter die Leute zu bringen.

Mit dem Beginn der Kulturrevolution (1966-1976) hatte sich das Thema Literatur erledigt. Wovon die Revolution nicht profitieren konnte, durfte auch nicht mehr gedruckt und verbreitet (oder gar gelesen) werden. Damit verschwand (nicht nur) Science-Fiction praktisch komplett aus China.

1970er und 1980er

Erst Ende der 70er Jahre feierte Science Fiction in China ihr Revival. Das neu gegründete Magazin »Scientific Literature« (科学文艺) widmete sich übersetzten aber auch original chinesischen Science-Fiction-Geschichten. Ye Yonglie veröffentlichte ab 1978 seine berühmten Kindergeschichten »Xiao Lingtong reist in die Zukunft« (小灵通漫游未来), mit Zukunftsfantasien wie einer Magnetschwebebahn, einer Megastadt, die ans heutige Shanghai erinnert, oder einem Roboter, der im Haushalt hilft und mit Opa Schach spielt.

Xiao Ling Tong reist in die Zukunft
Xiao Lingtong reist in die Zukunft (via)

Chinas erster Science-Fiction-Film

1980 flimmerte Chinas erster Science-Fiction-Film überhaupt über die Leinwand: »Death Ray On Coral Island« (珊瑚岛上的死光), die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Tong Enzheng. Der Streifen erinnert mich an japanische Science-Fiction-Klassiker der 50er Jahre und ist durch den Einfluss der 80er kaum ernst zu nehmen (Die Effekte! Das Set Design! Dieser Pullover!).

Auch im Lianhuanhua-Format (große Bilder, wenig Text) etablierten sich schnell wieder Science-Fiction-Geschichten (Herrn M.s Sammlung der chinesischen Bilderbüchlein habe ich schon einmal vorgestellt).

Chinesische Science-Fiction aus den 80er Jahren, im Lianhuanhua-Format
Chinesische Science-Fiction in den 80ern: Im Kampf gegen fliegende Untertassen bauen die Chinesen ein Super-U-Boot.

1980er und 1990er

Wieder hielt das Science-Fiction-Fieber nur kurz an. Mitte der 80er Jahre deklarierte eine Kampagne u.a. Science Fiction als spirituelle Verschmutzung (清除精神污染). Das kam natürlich nicht von ungefähr. Einige Science-Fiction-Schriftsteller hatten nämlich angefangen, mehr und mehr Kritik in ihre Werke einfließen zu lassen. Autoren wie die eben genannten (Ye Yonglie, Tong Enzheng) wurden wegen Diffamierung angeklagt und das Genre wurde erneut gebannt.

Erst ab 1991 erlebte das Genre durch eine internationale Science-Fiction-Convention in Chengdu eine neue Blüte in China (in Buch- und sogar in Filmform (z.B. »Magic Cellphone« (魔幻手机))).

Heute – Film und Fernsehen

Immer wieder mal erlässt SARFT (State Administration of Radio, Film and Television) neue Richtlinien dafür, was in Filmen erlaubt ist und was nicht. 2008 wurden diese umfassenden und teilweise lächerlichen Zensurrichtlinien sogar ganz offiziell der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – lesenswert).

In einer neueren Fassung treffen die Regulierungen auch das Science-Fiction-Genre. Inzwischen sind nämlich u.a. Zeitreisen und Pessimismus im Fernsehen verpönt. Aha! Ist es also das? Hat man da oben mal wieder Angst, dass ein Blick in die Zukunft für China zu negativ ausfallen, dass eine Dystopie zu kritisch sein könnte?

Science-Fiction ist damit zwar nicht per se verboten, aber doch wieder in ein sehr enges Korsett gezwängt. Beim Entwurf von Zukunftsvisionen dürften den Drehbuchautoren die Hände gebunden sein, Investoren werden sich zweimal überlegen, ob sie Geld in einen Film pumpen wollen, der am Ende vielleicht nicht aufgeführt werden darf. Auf den Bildschirmen sieht die nahe Zukunft für Science-Fiction in China eher mau aus.

Und in Buchform?

Heute – Chinas größter Science-Fiction-Hit

Da ist durchaus was los! Was nicht passt, wird eben passend gemacht; so ist es auch kein Wunder, dass es bereits chinesische Science-Fiction-Romane gibt, in denen die USA von China besiegt wurden (die Satire »2066: Red Star Over America«) oder Starbucks von einer chinesischen Firma aufgekauft wurde.

Liu Cixin - The Three-Body Problem
Mein Lesestoff für die nächsten fünf Jahre: Liu Cixins „Three-Body“-Trilogie auf Chinesisch

Die Romane von Chinas derzeit beliebtestem Science-Fiction-Autor Liu Cixin sind zumindest den jungen Chinesen ein Begriff und werden sogar ins Englische übersetzt. Und nicht nur das. Die 2008 von ihm geschriebene Science-Fiction-Trilogie The Three-Body Problem (三体) wurde in China nicht nur über eine Million mal verkauft, sie hat unter jungen Lesern für ein neu aufkeimendes Interesse an (hauptsächlich westlicher) Science-Fiction-Literatur gesorgt.

Liu Cixins Trilogie wird sogar gerade verfilmt und kommt voraussichtlich im Sommer 2016 in die Kinos. Das soll dann ungefähr so aussehen:

Ob der Film dazu beitragen wird, China-konforme Science-Fiction-Filme zu pushen und das Genre doch noch auf der Leinwand zu etablieren? Abwarten. Die Story liest sich so jedenfalls interessant: Außerirdische haben sich angekündigt, um die Erde zu besiedeln. Bis zu ihrer Ankunft in 450 Jahren (sind die mit der Deutschen Bahn unterwegs?) teilt sich die Erdbevölkerung in rivalisierende Lager (»Yeah, Außerirdische!«, »Hilfe, Außerirdische!« und »Mimimi, alles ist Scheiße!«)

Was Chinesen über Science-Fiction denken

Mit so vielen Hürden ist es für ein Genre nicht leicht, in einem Land Fuß zu fassen. Aber vermissen die Chinesen überhaupt etwas? Weil mich das Thema nicht losgelassen hat, habe ich ungefähr zwanzig meiner chinesischen Bekannten, alle so zwischen 20 und 40 Jahre alt, damit genervt.

Das Genre kennen sie sehr wohl (auch wenn manche sogar Harry Potter dort ansiedelten), auch berühmte Werke aus dem Westen sind ihnen ein Begriff. Sie nannten Klassiker von Jules Vernes, natürlich Sowjet-Literatur und Filme wie Ridley Scotts »Blade Runner« oder Stanley Kubricks »2001: Odyssee im Weltraum«. Einige kennen sich sogar richtig gut aus, kennen chinesische SF-Magazine und haben Romane (auch von chinesischen Schriftstellern) gelesen. Auch »The Three-Body Problem« haben sie mir ans Herz gelegt, wenigstens den ersten Band. Die Trilogie habe ich mir inzwischen besorgt.

Einige sehen auch gern Science-Fiction-Filme aus den USA (»wegen der Spezialeffekte«), andere sprechen den Werken sogar philosophischen Tiefgang zu und wieder andere mögen das Genre überhaupt nicht (»zu kompliziert, da muss man mitdenken«). Ein bunt gemischtes Publikum also, wie bei uns!

Chinesische Science-Fiction?

Sollte es mehr chinesische Science-Fiction-Filme geben? »Bloß nicht!« Da sind sie sich einig. »Spezialeffekte in chinesischen Filmen sind viel zu schlecht. Das will keiner sehen.«

Warum sich in China so wenig Filmemacher der Science-Fiction widmen? Und warum die Romane chinesischer Schriftsteller (mit Ausnahme von Liu Cixin) nicht die Qualität der internationalen Werke erreichen? Auch da sind sich fast alle einig: Chinesen fehlt das »Wissenschaftsgen«. Die neueste Technik benutzen – gern; sich näher damit beschäftigen oder in diesem Bereich selbst den Kopf anstrengen – nein, danke. Und wer in diesem Bereich tatsächlich gute Ideen hat, versucht wohl eher, sich im Wissenschaftssektor hervorzutun, anstatt Unterhaltungsliteratur zu schreiben.

Außerdem meinten die meisten, dass Chinesen romantische, mystische Filme bevorzugen. Liebes- und Beziehungsgeschichten sind eben interessanter – und einfacher nachzuvollziehen – als Science-Fiction. Das würde dann auch erklären, warum in »The Wesley’s Mysterious File« die doofe Liebesgeschichte wichtiger ist als der Science-Aspekt.

Fazit

Science-Fiction hat schon immer versucht, in China Fuß zu fassen. Während es kurzzeitig immer mal wieder als positiv gesehen wurde – sei es, um jungen Leuten etwas über Wissenschaft und Technik beizubringen oder ihnen kommunistische Gedanken einzuimpfen – war das Genre in China lange Zeit verboten oder starken Auflagen unterworfen. Auch heute wird Science-Fiction genau beobachtet bzw. reguliert. Schließlich können Zukunftsvisionen schnell in Kritik umschlagen, die der Obrigkeit nicht passt.

Da ist es natürlich schwer, ein Genre als feste Größe zu etablieren. Außerdem wird zu viel Fantasie bis heute nicht unbedingt als positiv gesehen. Das meint auch Sci-Fi-Autor Liu Cixin in einem Interview: Chinesische Leser suchen eher das Vertraute, man muss sie langsam an die Zukunft oder eine andere Welt heranführen, wenn man Erfolg haben will.

Chinesen können also keine Science-Fiction? Doch. Sie haben nur eine andere Herangehensweise, weniger Spielraum. In China gibt es sehr wohl Science-Fiction, wenn vielleicht auch nicht auf den ersten Blick. Dabei erlebt die Literatur-Nische dank »The Three-Body Problem« gerade einen neuen kleinen Höhepunkt. Generell gilt aber wohl: Das Genre siecht in China an der kurzen Leine vor sich hin, aber totzukriegen ist es auch nicht.

Was denkt ihr? Habt ihr euch schon mal mit Science-Fiction aus China beschäftigt? Kennt ihr vielleicht sogar schon »The Three-Body Problem«?

Quellen, alle auf Englisch:
Chinese Science Fiction
Science Fiction, Globalization, and the People’s Republic of China
Science Fiction in China – 2008
China’s Science Fiction World
China’s [Politically Motivated?] Science Fiction Craze
This Is What It’s Like To Write Science Fiction Novels In China – Interview With Liu Cixin
Chinese Sci-Fi Hits Peak After Success Of Three-Body Trilogy

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18 Gedanken zu “»Chinesen können das einfach nicht!« – Science-Fiction in China

  1. Science Fictiion ist so gar nicht meins. Interessanter Artikel. aber ich glaube, ich werde mri trotzdem keinen chinesischen Science Fiction Film anschauen. Obwohl ich die Vorstellung, dass China über die USA herrscht, sehr spannend finde. LG Ulrike

    1. Science Fiction ist wie gesagt auch nicht mein Lieblingsgenre, aber das Thema Science Fiction in China hat mich so lange beschäftigt, dass ich jetzt einfach mal drüber schreiben musste 😉

      Das Buch würde mich auch interessieren. Ist ja eine Satire, da ist die Gefahr schon mal geringer, dass man es mit reinrassiger Propaganda zu tun hat.

  2. Das ist mal ein faszinierendes Thema – im Nachhinein finde ich Einiges logisch (die Sache mit der Zensur, die Orientierung an Science-Fiction aus der Sowjetunion). Vom „Three Body Problem“ habe ich aber auch schon öfter gehört und meist nur Positives. Bin gespannt, ob ich es mal in die Hände kriege 🙂

    1. Solltest du das Buch mal lesen, bin ich natürlich an deiner Meinung interessiert! Ich habe es jetzt zwar auf meiner Will-lesen-Liste, aber das sind ja viele Bücher 😉

  3. Eigentlich ein interessantes Thema und gut recherchiert. Dass SciFi nur bei einem kleines Teil der Menschen auf Interesse stößt, ist eigentlich normal. Die „harte“ Fangemeinde ist begrenzt, sicher auch im Westen. Es gibt immer mal einen Hype, wenn neue Filme (Star Wars, Terminator) oder Romane auf den Markt kommen, der große Teil der Bücher oder Filme ist aber nur Mittelmaß mit ständig wiederkehrender Thematik. Na gut, von den Unterschieden bei den Spezialeffekten vielleicht mal abgesehen. Die politische Komponente, die Du schilderst, ähnelt ein bisschen den Zuständen in der ehemaligen DDR. Da waren die Autoren und Filmemacher auch sehr eingeschränkt. Trotzdem gab es hervorragende Autoren (deutsche oder auch sowjetische), die das Genre geprägt haben. Man musste eben viel zwischen den Zeilen lesen. Die Endzeitthematik und Dystopien waren natürlich ebenfalls tabu.
    Herzliche Grüße aus Utopia, Eberhard

    1. Ja, Science Fiction hat in Deutschland auch einen eher schlechten Ruf, habe ich mir sagen lassen. Ist halt eine Nische.

      Ich finde ja deine Vergleiche mit der DDR immer wieder interessant, obwohl’s natürlich naheliegend ist, dass da vieles ähnlich abgelaufen ist!

  4. Super interessanter und gut recherchierter Artikel !!!
    Meine aufrichtige Anerkennung !!!
    ( Bist Du beruflich in der Journalismus-Banche?? – Das Zeug dazu scheinst Du zu haben 😉 )

    Von meinem chinesischen Mitbewohner weiß ich, dass er SciFi liebt … vielleicht mit ein Grund, weshalb er lieber in Deutschland lebt als in China 😉

    btw: im Trailer „The Unofficial Trailer of Three Body“ haben sie Szenen aus anderen Filmen reingeschmuggelt
    (z.B. I Robot) !?!

    1. Danke. Nein, mit Journalismus hab ich nichts am Hut 😉

      Ich glaube, der Trailer besteht nur aus Szenen aus anderen Filmen. Ich weiß auch gar nicht, ob die schon so weit gedreht haben, um genug Material für einen “echten” Trailer zu haben (oder ob das wirklich der offizielle Cast sein soll). Wenn’s dann mal so weit ist, werde ich das durch den offiziellen Trailer ersetzen …

      1. Ich wollte schon wegen des Casts fragen. Da sind einige Namen dabei, die zu gut klingen um wahr zu sein.

        Guter Artikel übrigens. Ich war in Peking als einer der Transformersteile in den Kinos lief. Der Film war gut besucht. Wobei da die Frage ist, wieviel Scifi da noch drinsteckt. Aber das ist ein Thema für sich…

  5. Hat dies auf LittleBigAsia rebloggt und kommentierte:

    Auf meinem China-Blog habe ich mir darüber Gedanken gemacht, wie die Science-Fiction-Landschaft in China aussieht. Gibt es so etwas überhaupt? Und was sagen Chinesen dazu?

    1. „In einer neueren Fassung treffen die Regulierungen auch das Science-Fiction-Genre. Inzwischen sind nämlich u.a. Zeitreisen und Pessimismus im Fernsehen verpönt. Aha! Ist es also das? Hat man da oben mal wieder Angst, dass ein Blick in die Zukunft für China zu negativ ausfallen, dass eine Dystopie zu kritisch sein könnte?“

      Die Zeitreise-Thematik hatte aber, glaub´ich, einen anderen Hintergrund. Diese Thematik ist in China ja nun nicht so selten, allerdings geht es da eher in die andere Richtung, sprich moderner Mensch reist in Periode-Time oder gar in fantastisches Wuxia-Reich. Oft wird das auch mit Tod oder zumindest Nahtod-Erfahrungen verknüpft. Ich hatte da mal drüber gelesen, dass einige Teenager Suizid begangen haben um genau diesen Schritt ebenfalls nachzuvollziehen. Soll ja solche Menschen mit Realitätsverlust geben. Aus diesem Grund, so hieß es damals in der Veröffentlichung, sollte die Zeitreise-Thematik eingeschränkt werden. Allerdings kam zur gleichen Zeit auch die Soap „Holy Pearl“ raus, die eben genau diese Thematik wiederum anschnitt.

      1. Oh, wow, das mit den Selbstmorden wusste ich in der Tat nicht! Aber es würde passen, dass man wegen ein paar verwirrten Leuten gleich alles verbietet, wäre hier ja auch nicht das erste Mal…

        Ich glaube, diese ganzen Regelungen sind sowieso sehr dehnbar. Falls es irgendjemand Wichtigem nicht passt, kann man sich ganz einfach darauf berufen, ansonsten: mei. Ich wollte sie nur erwähnt haben 😉

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