Meine 8 besten Tipps zum Chinesischlernen

Tipps zum Chinesischlernen

Chinesisch ist vielleicht nicht die einfachste, dafür aber eine umso spannendere Sprache. Und wer (wie ich) länger in China leben möchte, für den sind wenigstens ein paar Brocken Chinesisch Pflicht. Hier sind meine 8 erprobten Tipps zum Chinesischlernen, inklusive Online-Ressourcen. Schwerpunkt: Lesen und Hören.

Lena von Lernplan möchte noch bis zum 29. Februar in ihrer Blogparade wissen, wie wir Fremdsprachen lernen. Deshalb gebe ich heute im Rahmen von 8 Tipps einen kleinen Einblick in meine Chinesisch-Odyssee. Auch wenn ich damit das Rad sicher nicht neu erfinde – vielleicht könnt ihr ja doch etwas für euch daraus mitnehmen? (Mehrwert, Mehrwert!)

Chinesisch und ich

Alles begann mit meiner Liebe zu chinesischen Filmen (also keine Filme vom Festland, sondern Streifen aus Hongkong). Zwar wird da in den Originalversionen normalerweise Kantonesisch gesprochen, über einen geschenkten VHS-Kurs Mandarin freute ich mich trotzdem. Leider war mir der Kurs viel zu langsam und ich lernte nebenbei zu Hause für mich weiter, pinselte stundenlang chinesische Schriftzeichen ab wie der Streber, der ich in der Schule nie war, umgab mich mit chinesischer Musik und suchtete eine taiwanesische Serie nach der anderen (obwohl ich die meisten eher bescheiden fand).

Heute lebe ich in China und beiße mich sogar durch chinesische Romane. Hätte ich auch nie gedacht. Dass ich Chinesisch kann würde ich trotzdem nie behaupten. Dafür kriege ich beim Sprechen einfach keinen geraden Satz raus, aber das ist ein anderes Thema …

Auf meinem Lernweg, der nach dem VHS-Kurs nur noch aus Selbststudium bestand, habe ich viele Strategien ausprobiert. Nicht alle haben für mich funktioniert (*hust* Lehrbücher *hust*), viele habe ich irgendwann wieder aus den Augen verloren. Einige sind mir geblieben. Aus letzteren habe ich euch 8 Tipps zum Chinesischlernen gebastelt. Was sind eure besten Strategien beim Fremdsprachenlernen? Lasst mir doch einen Kommentar da.

Tipps zum Chinesischlernen
Chinesisch? Man beisst sich so durch …

1. Lernt regelmäßig!

Chinesischlernen basiert auf Fleiß. Das ist ärgerlich, aber leider nicht zu umgehen. Nun bin ich von Natur aus ein sehr fauler Mensch. Ich will schließlich nicht lernen, ich will können! Geht euch das auch so? Meine beste Strategie gegen übermäßige Fleißarbeit heißt deshalb: Regelmäßigkeit. Lasse ich das Vokabellernen mal ein paar Wochen schleifen, merke ich sofort, wie mir ein Wort nach dem anderen abhanden kommt. Lerne ich dagegen regelmäßig, festigt sich der Wortschatz irgendwann.

Vokabel-App

Für Vokabeln benutze ich am liebsten Memrise, eine Webseite/App, mit der man von anderen Nutzern vorgefertigte Vokabelsätze lernen oder – was ich bevorzuge – eigene anlegen kann. Das klingt aufwändiger als es ist. Wenn ihr die Wörter nämlich regelmäßig – da ist es wieder – in die Listen eintragt, braucht ihr dafür jedes Mal nur wenige Minuten.

Chinesisch im Schlaf

Am liebsten lerne ich neue Vokabeln tatsächlich abends im Bett. Vor dem Einschlafen soll das Gehirn ja am aufnahmefähigsten sein. Damit Informationen im Langzeitgedächtnis abgespeichert werden können, arbeitet unser Gehirn, während wir uns ausruhen. Und wie das so ist: Was wir zuletzt aufgenommen haben, bleibt uns am ehesten im Gedächtnis, in diesem Fall also die neuen Vokabeln.

Bei mir funktioniert die wissenschaftlich erwiesene Methode tatsächlich! Mit meiner Memrise-App wiederhole ich ausstehende Vokabeln, lerne anschließend ein paar neue und dann: Augen zu. Pro Vokabelsatz dauert das Lernen so nur 5-10 Minuten. Das bekomme ich sogar hin, wenn ich angeblich „keine Zeit“ habe oder „zu müde“ bin. Und ihr?

Übrigens: Aus Regelmäßigkeit wird schnell Gewohnheit – dann greift man im Idealfall schon ganz automatisch zu den Vokabeln. Ich mache das inzwischen mehrmals am Tag, beim Warten, beim Langweilen in der Arbeit und, ähem, manchmal auch auf dem Klo. Nutzt eure Zeit!

2. Analysiert Schriftzeichen!

Was mir gerade am Anfang sehr geholfen hat, war das Zerlegen der Schriftzeichen in einzelne Teile. Viele Zeichen sind sehr logisch aufgebaut und lassen schon Rückschlüsse auf ihre Bedeutung oder sogar ihre Aussprache zu – und selbst wenn nicht, kann man sich daraus oft gute Eselsbrücken bauen. Deshalb solltet ihr beim Chinesischlernen unbedingt auch die Schriftzeichen lernen, auch wenn es anfangs unmöglich scheinen mag.

Schlagt zur Übung Schriftzeichen ganz altmodisch in einem Wörterbuch aus Papier nach. Dafür müsst ihr wissen, welcher Teil des Schriftzeichens der Radikal ist, unter dem man es im Wörterbuch findet, und aus wie vielen Strichen das Zeichen genau besteht. Am Anfang ist das mühsam, aber es hilft, die Zeichen und damit Chinesisch besser zu verstehen. Hier findet ihr eine Anleitung, wie man ein Schriftzeichen im Chinesisch-Wörterbuch findet.

3. Schaut Filme und Serien!

Filme

Filme sind zum Lernen hervorragend, weil ihr durch das bewegte Bild viele unbekannte Wörter aus dem Kontext erschließen könnt. Außerdem könnt ihr hier schon als Anfänger brauchbare Wörter und Floskeln aufschnappen und euch an den Klang der fremden Sprache und die Satzmelodie im Chinesischen gewöhnen.

Heute sehe ich meine geliebten Hongkong-Filme hauptsächlich in den Mandarin-Synchronfassungen, um auch etwas dabei zu lernen. Auch ans Festlandkino habe ich mich schon so manches Mal gewagt, nur leider muss ich da länger suchen, bis ich einen Film finde, der mir gefällt. Damit ihr euch nicht erst stundenlang durch seichtes, uninspiriertes Filmmaterial graben müsst, habe ich euch schon einmal sechs China-Filme der neueren Zeit vorgestellt, die euch vielleicht gefallen.

Im chinesischen Fernsehen ist CCTV6 der Spartensender für Spielfilme. In dessen Online-Mediathek mit wechselndem Programm könnt ihr unter dem Reiter 影片 (Direktlink) viele Filme auf Chinesisch finden und direkt kostenlos online schauen.

Anfängern empfehle ich z.B. den Hongkong-Film „A Simple Life“ (桃姐) in der Mandarin-Synchronisation, in dem es um einen Typen (Andy Lau) geht, der zu seiner alternden Haushälterin (Deanie Ip) eine ganz neue Beziehung aufbaut, nachdem diese einen Schlaganfall (中风, zhòngfēng) erlitten hat. Die Sätze sind aus dem Alltag gegriffen und drehen sich hauptsächlich ums Essen – ganz wie im echten Leben. Die eigentliche Handlung findet eher zwischen den Zeilen statt. Netter Nebeneffekt: Der Film ist wirklich gut (aber traurig)!

Serien

Serien sind zum Lernen sogar noch besser, bleibt der Wortschatz doch über viele Episoden hinweg bei einem Thema. Wie wäre es zum Beispiel mit der Festland-Serie „A Tale of Two Cities“ (双城生活)? Die Geschichte um eine junge Frau aus Peking und einen jungen Mann aus Shanghai, die heiraten wollen, ist nicht ganz so kitschig wie der Durchschnitt, außerdem witzig und vom Wortschatz her recht alltäglich. Besonders gut: ihr könnt auf spielerische Weise die unterschiedliche Mentalität und Kultur der Shanghaier und der Hauptstädter kennenlernen.

Hier findet ihr einen Trailer zur Serie.

4. Hört Musik!

Musik hat den Vorteil, dass man sich praktisch pausenlos damit umgeben kann und sich somit ständig der chinesischen Sprache aussetzen kann. Lasst eure chinesischen Lieblingssongs nebenbei laufen, schaut aktiv Musikvideos auf den chinesischen Youtube-Verschnitten Tudou (土豆) oder Youku (优酷) (bei den meisten läuft der Songtext mit) oder versucht, besonders interessant erscheinende Texte selbst zu übersetzen. Der Wortschatz in den Songs wird zwar meistens nicht der sinnvollste sein, aber so könnt ihr zum Beispiel das Nachschlagen im Wörterbuch üben.

Musik-App

Mit der kostenlosen Musik-App Duomi Music (多米音乐) könnt ihr gezielt nach Songs oder Interpreten suchen. Und wenn ihr noch gar keine Ahnung von chinesischer Popmusik habt, dann scrollt euch einfach durch die Rubrik der angesagtesten Songs (unter denen natürlich auch englische, japanische oder koreanische Songs vertreten sind).

Tipps zum Chinesischlernen
Bei Duomi gibt’s schon mal ein Jodel-Special

5. Lest einen Roman!

Wenn ihr keine blutigen Anfänger mehr seid, versucht euch doch mal an einem chinesischen Roman. Für mich sind Romane die beste Möglichkeit, schnell Wortschatz aufzubauen. Außerdem kommen alle Vokabeln mit Kontext und Beispielsatz und, wenn sie wichtig sind, auch mehrmals im Text vor – ideal zur Wortschatzfestigung. Und bestimmt werdet ihr wie ich überrascht sein, bei wie vielen unbekannten Wörtern sich der Sinn aus dem Kontext ergibt. Ich hatte beim Lesen jedenfalls schon viele Aha-Momente, durch die sich diese Wörter auch besonders gut einzuprägen scheinen. Lernen ohne zu lernen quasi.

Sucht euch also einen Roman aus, der euch interessiert, versucht euch an einer Leseprobe von Amazon.cn (亚马逊) und Co. und kauft euch das Buch am besten auf eurer nächsten China-Reise (ist um einiges billiger als Importe).

Lasst euch von den ersten Seiten nicht gleich entmutigen. Die sind immer hart. Aber wenn ihr euch erst mal ins Thema und den Wortschatz eingefunden habt, werdet ihr sehen, dass sich so ein Roman bald immer flüssiger lesen lässt. Ihr müsst auch nicht jedes Wort akribisch nachschlagen oder jeden Absatz bis ins kleinste Detail verstehen. Am Anfang ist es schon befriedigend genug, der Handlung ganz allgemein folgen zu können. Der Rest kommt später (fast) von ganz allein. Aber zu diesem Thema könnte ich einen ganzen Artikel schreiben.

Wenn ihr euch nicht gleich an einen ganzen Roman traut, probiert doch mal Comics aus (z.B. die Klassiker rund um San Mao (三毛)) oder versucht euch an traditionellen Lianhuanhua – chinesische Bilderbüchlein mit wenig Text und großen Bildern.

E-Book-App

Bevorzugt ihr die digitale Variante? Die beliebte E-Book-Reader-App QQ阅读 (iTunes / Google Play) bietet eine große Auswahl an E-Books – viele kostenlos, die anderen zum kleinen Preis. Pluspunkt: Man kann sich die Texte auch von relativ natürlich klingenden Stimmen vorlesen lassen. So hat man quasi ein integriertes Hörbuch dabei oder kann beim Lesen gleichzeitig hören und die Aussprache trainieren.

chinesische Romane
Meine bescheidene Bücherecke

6. Überfordert euch!

Der Lieblingstipp von Herrn M.: Lest oder hört einfach mal Material über eurem Niveau, zäumt das Pferd quasi von hinten auf. Traut euch also doch an euren liebsten Roman, auch wenn ihr glaubt, dass er euch zu schwer sein könnte. Ihr werdet euch vielleicht durchkämpfen müssen, habt am Ende aber ein größeres Erfolgserlebnis. Und: Dinge auf eurem eigenen Niveau werden euch plötzlich viel einfacher vorkommen.

Auch wenn mein Mann da knallhart ist, würde ich sagen: Übertreibt es nicht. Wenn es euch zu schwer wird und euch das Lesen mehr frustriert als erfreut, dann sucht euch erst mal doch lieber einen leichteren Stoff.

6. Taucht richtig ein!

Ihr hört schon Musik, seht Filme und lest gerade ein Buch auf Chinesisch? Da geht noch mehr! Gerade direkt in China habt ihr es natürlich leicht: Was sagen die Durchsagen in der U-Bahn, was steht auf den vielen Werbeplakaten und welchen Slogan nutzt eigentlich eure Klopapiermarke? Außerdem habt ihr eine Milliarde potenzielle Gesprächspartner um euch herum, auch wenn ihr mit den meisten wohl nur die Standardthemen durchgehen werdet wie deutsche Autos, die hohen Mietpreise in Shanghai oder klassische Fragen à la „Woher kommst du? Was machst du in China? Wie gefällt es dir hier? Was isst du gern?“

Und fern von China?

Umgebt euch so viel mit eurer Fremdsprache wie nur möglich. Installiert Software wie Gimp auf Chinesisch („Was heißt noch mal Gaußscher Weichzeichner auf Chinesisch?“), stellt die Betriebssprache eures Handys um oder blättert mal durch den chinesischen Teil einer Betriebsanleitung. Kocht Rezepte auf Chinesisch nach oder stöbert auf der chinesischen Wikipedia oder Baidu Baike (百度百科), dem chinesischen Klon der Online-Enzyklopädie. In Facebook-Gruppen wie Chinesisch lernen online, könnt ihr nach Sprachpartnern in eurer Region suchen.

Sehr schön finde ich auch das deutsche Portal New Chinese, die selbst von sich sagen:

„Chinesisch lernen mit Funfaktor: Bei uns gibt es kostenlose Audios und Videos, aktuelle Updates, neue Vokabeln und Ausdrücke aus Musik, Medien, Internet, Film und der chinesischen Umgangssprache sowie Lese- und Hörtexte zu aktuellen Themen, die einen spannenden Einblick in die moderne chinesische Gesellschaft und Kultur geben.“

Steht euch der Sinn eher nach News und Boulevard? Dann schaut mal bei The Chairman’s Bao vorbei, eine Online-Zeitung für Chinesischlerner, deren chinesische Texte man sich auch vorlesen lassen kann.

Vielleicht mögt ihr online ja an einer chinesischen Community wie Gutou (骨头) teilnehmen? (Das chinesische Haustierfacebook habe ich schon mal vorgestellt.) Oder, wenn ihr chinesische Bekannte habt, könnt ihr euer Highlight des Tages – auf Chinesisch natürlich – an eure virtuelle Klowand vom chinesischen WhatsApp WeChat posten, egal wie banal.

Und wenn das alles immer noch nicht reicht, habe ich hier noch 6 Apps zum Chinesischlernen für euch.

8. Lernt mit Spaß!

Im ersten Punkt habe ich geschrieben, dass ich nicht fleißig bin. Wenn ihr euch die Tipps so anseht, sieht es vielleicht doch so aus, als würde ich viel Zeit mit Chinesisch verbringen. Vieles davon fühlt sich aber gar nicht wie Lernen an – das Buchlesen zum Beispiel, weil es eben Spaß macht, das Musikhören, weil es nebenbei passiert, oder das Filmeschauen, weil ich die Filme nach meinem Gusto aussuche und nicht von einem Lehrer dazu gezwungen werde. Somit ist dieser Punkt der wichtigste überhaupt: Spaß!

9. Bleibt neugierig!

Da mir mehrere Zeugnisse bescheinigen, dass ich in Mathe eine Flasche bin, kommt hier der neunte meiner acht Tipps: Bleibt neugierig – ein Punkt, den ich auch besonders wichtig finde. So lange ich Spaß am Lernen habe, bleibe ich auch neugierig und umgekehrt.

Analysiert das Chinesische um euch herum, probiert Neues aus und verbindet die Sprache mit der Kultur, denn beides ist fest miteinander verbunden. Wer Neues über Kultur und Bräuche in China lernt, der wird bestimmt auch einige neue Wörter oder Redewendungen lernen. Und vielleicht stößt ihr sogar auf weitere unbekannte Dinge, die ihr unbedingt genauer verstehen wollt. Ich bin zum Beispiel immer wieder überrascht, wo mich meine Recherchen für meinen Blog manchmal so hinführen. Immer öfter sind da chinesische Seiten dabei – für die eine spezielle Info, die sich auf Englisch nicht finden lässt.

Oder: Als ich neulich in Buchläden und online nach einer chinesischen Trilogie gesucht habe, die sich leider als vergriffen herausstellte, habe ich stattdessen so viele andere interessante Romane entdeckt (die wohlgemerkt nicht auf Englisch oder gar Deutsch übersetzt wurden), dass ich mich damit wohl für die nächsten zehn Jahre versorgen könnte. Und allein diese Neugierde reicht bei mir schon aus, weiterzulernen, auch wenn es manchmal mühsam ist und immer viel langsamer vorangeht, als ich mir das eigentlich erhofft habe.

Fazit

Jetzt wisst ihr, wie ich zur Zeit Chinesisch lerne – mit Spaß, Neugier und Popkultur. Einen Kurs, in dem man Grammatik und Grundlagen lernt, ersetzt das natürlich nicht. Ich würde euch raten, wenigstens eine gewisse Basis in einem Kurs zu lernen, bevor ihr allein weitermacht. Und wenn ihr die Chance habt, Chinesisch so richtig intensiv zu lernen (z.B. im Studium, in einem täglichen Sprachkurs), dann greift zu. So lernt es sich bestimmt um einiges schneller als mit meiner „Methode“ (aber vielleicht nicht mit so viel Spaß).

Da es mein momentanes Ziel ist, chinesische Romane irgendwann mit einer relativen Lässigkeit lesen zu können (haha!), konzentriere ich mich momentan sehr auf Leseübungen und Wortschatz – sprich: ich lese zur Zeit fast täglich ein paar Seiten in einem Roman und lerne dann auch gleich die entsprechenden Vokabeln.

Mein mündliches Können stagniert leider schon länger, weil ich einfach viel zu selten dazu komme, mich mit Chinesen an komplexeren Themen als Immobilienpreise und Familiensituation zu versuchen. Und das mitten in China! Und noch dazu mit einem Chinesen als Ehemann! Aber wie gesagt: Sprechen ist ein anderes Thema, vielleicht ein andermal mehr dazu.

Und jetzt interessiert mich natürlich, wie ihr Chinesisch oder andere Fremdsprachen lernt:

Was sind eure besten Strategien beim Fremdsprachenlernen? Und was funktioniert bei euch gar nicht?

Advertisements

29 Gedanken zu “Meine 8 besten Tipps zum Chinesischlernen

  1. Tolle Tipps! Muss mir mal die eine oder andere App angucken. Ich lese chinesische Bücher bevorzugt noch als „richtiges“ Buch. Da kann ich dann die Schriftzeichen, die ich nicht kenne, markieren und Pinyin und Übersetzung gleich reinschreiben.
    An meinem ersten chinesischen Buch, dem Klassiker Jia von Ba Jin, kann ich noch jetzt ansehen, wie meine Chinesisch-Kenntnisse Fortschritte machten: Auf den ersten Seiten waren fast alle Zeichen markiert, dann wurden es immer weniger, bis praktisch gar keine Markierungen vorkamen.
    LG
    Ulrike

    1. „Richtige“ Bücher sind mir auch lieber, eben weil man direkt was reinschreiben kann. Bei mir sehen die Bücher ähnlich aus: auf den ersten Seiten ist viel markiert, dann wird es immer weniger. Wenn der Reader gut ist, kann ein E-Book aber auch Vorteile haben. Dann kann man z.B. Wörter im Text direkt markieren und in eine Wörterbuch-App kopieren. So geht das Nachschlagen schneller.

      Den Klassiker von Ba Jin möchte ich auch noch lesen, seit ich seine Villa in Shanghai besichtigt habe. Dass ich das auf Chinesisch tun könnte, darauf bin ich noch gar nicht gekommen. Liest sich das Buch einfach?

      1. Ba Jins Jia fand ich leicht zu lesen. Wenn man erstmal die Namen auseinander halten kann. Und es ist interessant von dieser Zeit vor 100 Jahren zu lesen… Mir hatte meine Lehrerin in Peking Ba Jin empfohlen.

  2. Vielen Dank für die vielen guten Tipps! Ich habe schon ähnliche Strategien benutzt, z.B. Handy-Betriebssystem auf Chinesisch umgestellt, in China alle Plakate gelesen usw. Bezüglich Leseverständnis kann ich noch empfehlen, erst mal Kurzgeschichten zu lesen: Die findet man zum Beispiel im „Chinese Graded Reader“, den es in mehreren, jeweils dem Sprachniveau angepassten Ausgaben gibt (und mit Anmerkungen zu unbekannten Vokabeln) 🙂

    1. Kurzgeschichten sind natürlich auch eine gute Idee! Nur mag ich persönlich Kurzgeschichten nicht so.

      Vom Graded Reader habe ich auch schon mal gehört, hatte aber noch keinen in der Hand. Sind das dann „echte“ Kurzgeschichten oder extra dafür geschriebene? Wenn letzteres der Fall wäre, wäre es mir wahrscheinlich schon fast wieder zu lehrbuchhaft.

      1. Ja, ich mag auch lieber Romane! Aber diese Kurzgeschichten sind für Anfänger verständlicher, auch wegen der Anmerkungen… aber es sind „echte“ Kurzgeschichten, also nicht nur für den Reader geschrieben.

  3. Also mir hat es sehr geholfen stark angetrunken dem Taxifahrer, nem Verkäufer anner Garküche oder irgendwem klarmachen zu wollen, was ich möchte.. wenn ich nicht hungrig nach Hause laufen wollte. Hat sehr schnell sehr gut funktioniert. #NüchternBinIchSchüchternAberVollDaBinIchToll

    Konventioneller waren doch die Zwangsdiktate drei Mal pro Woche. Diktakte ist nervig, aber echt effektiv und das kann man auch alleine. Einen Satz lesen und aus dem Kopf aufschreiben.

    1. Hihi, das erinnert mich an meine Zeit an der Uni in Peking. Irgendwann war ich so weit, dass ich sagte: Nach zwei Bier kann ich auch auf Chinesisch politisch diskutieren…

  4. Ich mache es genauso wie du, und ich bin ebenfalls begeisterter Memrise nutzer. Diese App hat mir beim lernen einfach unglaublich viel geholfen. Ich habe deswegen auch vor einiger Zeit einen Beitrag über die App geschrieben.
    Ein toller Artikel, das mit den Romanen habe ich mich bisher noch nicht getraut. Aber vielleicht sollte ich mal auf deinen Mann hören und mich auch etwas überfordern.

    LG

    1. Bei deinem Memrise-Artikel werde ich mal vorbeischauen. Habe irgendwie gar keine Benachrichtigungen mehr bekommen für neue Artikel, vielleicht bist du aus Versehen aus irgendeinem Reader geflogen. Hmm.

      Versuch das mit dem Buchlesen unbedingt. Ich habe mich mit Chinesisch ja auch lange nicht getraut und ärgere mich jetzt total, dass ich nicht schon viel früher mit Romanen angefangen habe! Einen Versuch ist es wert – und wenn er doch noch zu schwer ist, kann er ja als Motivation im Regal stehen bleiben, so nach dem Motto „in einem Jahr bin ich so weit“ 😉

    1. Am Anfang habe ich die chinesische Version mit englischen Untertiteln geschaut. Heute schaue ich Chinesisch mit chinesischen Untertiteln. Im TV laufen praktisch bei fast jeder Sendung chin. Untertitel mit und bei den Filmen in der Mediathek ist das dann auch so. Da hat man nicht so viel Wahl 😉

  5. Uff, Chinesisch 😀 Ich habe ja dieses Semester mit einem Uni-Kurs angefangen und war schnell überfordert. Der Kurs ging so schnell voran, dass das Selbststudium wahrscheinlich allein für eine 40-Stunden-Woche gereicht hätte. Ich hatte daneben aber noch Uni, schrieb meine Abschlussarbeit und arbeitete – das ging auf Dauer irgendwie nicht gut. Jetzt bin ich natürlich für ein halbes Jahr erst mal komplett raus, da ich wieder in Lateinamerika sein werde und mich eher auf Spanisch und indigene lateinamerikanische Sprachen konzentrieren will.

    Aber Chinesisch will ich dennoch noch lernen, zumindest ein bisschen für den Alltag, irgendwann einmal… Mal sehen, wie ich das schaffe. Vielleicht starte ich ja im Oktober mit dem nächsten Uni-Kurs und hänge mich diesmal tiefer rein 😉 Deine Tipps sind auf jeden Fall super, vor allem das mit dem „im Schlaf lernen“ ist eine gute Idee. Und auch Filmen und Musik muss ich mich dann mal widmen – auch, wenn man nichts versteht, hilft das ja schon mal, um sich einzuhören.

    Fun Fact übrigens: Als ich im Januar in China war, habe ich ab und an meine drei Wörter Chinesisch, die ich kann, ausgepackt. Und scheinbar habe ich immer so überzeugend Ni hao, Xiexie und Co. gesagt, dass mir jedes Mal mit einem laaangen Redeschwall geantwortet wurde und die Leute schwer von dem Gedanken abzubringen waren, ich spräche gut Chinesisch. Die Aussprache scheint also schon mal zu sitzen 😉

    1. Chinesisch für den Alltag lernt sich eigentlich recht zügig, finde ich. Das kriegst du bestimmt hin 😀

      Hihi, das kenne ich auch. Da kriegt man endlich mal einen Satz überzeugend raus und dann kommt der Redeschwall vom Gegenüber … Uff.

  6. Hallo,
    also ich benutze den Vokabeltrainer phase6. Gibt es als App und auch für den Rechner. Man kann verschiedene Lerninhalte/Wörtbücher dann kaufen. Funktioniert nach dem Karteikastenprinzip (richtiges Wort landet einen Kasten weiter hinten). Ich habe den Lerninahlt zu meinem chinesischen Lernbuch gekauft und das wird auch bei meinem Kurs an der VHS benutzt.
    Lg Thomas

    1. Von dem habe ich noch gar nichts gehört, klingt aber gut, wenn es buchspezifische Listen gibt. Kann man die Inhalte auch selbst gestalten, also Anmerkungen hinzufügen, eigene Vokabeln eintragen usw.?

      1. Ich habe Liao Lioa. Kann mich abhören lassen. Auch Audio (für Aussprache). Kannst auch eigenes gestalten. Gibt es in verschiedenen Versionen.

  7. Ich lerne Chinesisch im Konfuzius Institut in Leipzig (gibts aber in mehreren Städten in Deutschland und Österreich) einmal wöchentlich 3 Stunden. Gerade bin ich im 2. Kurs, also A1.2. Es macht super viel Spaß, weil wir auch viel über die chinesische Lebensweise erfahren. Da ich gerade meine Bachelorarbeit schreibe und auch noch einen normalen Job habe, kommt das Vokabellernen immer zu kurz, aber ich schnappe mir gleich mein Handy und installiere ein paar Apps. Dann kann ich immer nebenbei, wenn ich auf dem Bus warte, etc. mal ein paar Vokabeln lernen. Mein Englisch müsste ich auch noch auffrischen. Vielleicht lerne ich mit einer App Chinesisch und mit einer anderen Englisch. Ansonsten schreibe ich Karteikarten mit allen Vokabeln und ich habe mir einen chinesischen Sprachkalender gekauft. Der ist aber total schwierig, denn die meisten Vokabeln kenne ich nicht.
    Dein Beitrag ist total hilfreich, werde ihn mir bookmarken und immer mal wieder einen neuen Tipp ausprobieren.

    LG Myriam

    1. Wenn du Memrise nimmst, findest du auch eine große Auswahl an Englisch-Wortschätzen, dann brauchst du keine zusätzliche App. Oder du legst dir selber Wortschätze an (wie gesagt, ich mag Memrise ;-)).

      Wahlweise könntest du ja auch Vokabellisten auf Chinesisch-Englisch nutzen, 2-in-1.

      So einen Sprachkalender hätte ich früher gern gehabt, aber damals gab es das noch nicht für Chinesisch. Wenn der sich aber nicht nach Niveaustufe richtet, ist das auch nicht gerade zielführend. Schade.

  8. Oh man, wenn nur der Fleiss nicht im Weg stünde. Als wir im Januar aus dem Urlaub zurück kamen, war ich so frustriert mit meinem langsamen „Fortschritt“, dass ich mehrmals die Woche Vokabeln gelernt hab (statt immer nur am Mittwoch, kurz vor dem Kurs). Dann habe ich mir total ambitioniert vorgenommen, endlich auch Schriftzeichen zu lernen. So langsam sollte ich das Projekt jetzt echt angehen. Ich bin jetzt ein halbes Jahr da und finde es total traurig, dass ich nur ein paar Brocken rausstammeln kann. Für nai cha (bing de!), jianyi kele, dan tar (onomnom…!) reicht es. Aber ich bin da wie Du, ich will können, nicht lernen. Schmeiß doch bitte mal wer Geduld und Fleiß vom Himmel.

    Welches der Bücher die Du gelesen hast, würdest Du als das sprachlich einfachste bezeichnen? Dann versuche ich mich mal da dran und übervordere mich heillos! 😉

  9. Hallo und Nihao 😀

    Ja, das mit der Musik war auch immer meins 😉
    Bin mehr durch Zufall in großer Fan von (Stefanie) Sun Yanzi geworden, und die singt zu 99% chinesisch … weshalb ich mich da natürlich auch an das Übersetzen von Liedtexten rangewagt habe.
    Hatte ne Zeit lang nen Blog mit den Übersetzungen und sonstigen Infos drumrum auf Blog.de
    (die haben ihren Dienst eingestellt) bzw. auf meiner eigenen Seite ( http://c-boy.de/div/cn/lyrchix/lyrchix.htm ) – wobei das nun noch nicht wirklich viel Songs sind, weil man ja noch andere Hobbies hat 😀 … aber wenn jemand Lust hat, mir da eine Übersetzung eines Lieds beizusteuern, her damit !!! 😉

    Ansonsten war anfangs meines Chinesischlernens – auch mangels Sprachpartner – nur eines Angesagt: Schreiben, schreiben und nochmal schreiben!! – Anders lernt man die Zeichen nicht, auch wenn man keine Hürde in den (Teil-)Symbolen sieht, und sich jede Menge Eselsbrücken baut. Merkt man auch gleich, wenn man ne Weile nichts macht: Setzt euch vor ein leeres Blatt und schreibt die Zeichen auf, die euch noch einfallen … Sieht man dann das Problem der elektronischen Schreibhilfen … (Ok, ich hab mir auch schon eigene Apps gebastelt, als HTML-Seite oder als ne Art Memory – statt Bilder dann Wörter und Zeichen). Einziger Trost: den Chinesen gehts im Zeitalter der Elektronik genauso: Zeichen schreiben ist viel schwieriger als lesen.
    Ich hatte mal vor, in so’n normalen Wochen-Klappkalender Zeichen zu schreiben: jeden Tag „nur“ ein neues! … dann hat man am Ende des Jahres doch ne ganz nette Summe zusammen … allerdings ist nichts draus geworden – vielleicht auch, weil ich da meine Ex kennenlernte 😀

    Einige Male hab ich auch Chinesische Zeitungen im Laden mitgenommen, und ein bisschen drin rumgestöbert, aber ein richtiges Buch – wie Du empfiehlst – gibt sicher mehr her. 😉
    Was ein Traum von mir noch ist: Wolfstotem auf Chinesisch lesen zu können 😀

    @MYRIAM: Wieso lernst Du nicht Chinesisch-Englisch (ohne Deutsch) so schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe 😀

    btw: was ist eigentlich leichter/schwerer zu verstehen bzw. übersetzen? Lieder oder Geschichten?? 😐

    LG, Matze

    1. Schade, ich habe meine übersetzten Lieder damals immer mit Hand auf Papier geschrieben, das natürlich längst nicht mehr existiert. Sonst hätte ich dir die Lyrics beisteuern können (allerdings nicht von Stefanie Sun).

      Stimmt, chinesische Zeichen lernt man gerade am Anfang nur durch Schreiben, Schreiben, Schreiben, was ich auch exzessiv getan habe. Momentan reicht es mir aber, die Zeichen nur wiederzuerkennen, also lesen zu können. Es gibt einfach zu selten Gelegenheit etwas schreiben zu müssen.

      Warum versuchst du nicht einfach mal, Wolfstotem auf Chinesisch zu lesen? Vielleicht ist es ja gar nicht so schwer wie du denkst.

      Was schwerer zu übersetzen ist? Schwer zu sagen 😉 Lieder sind halt gerne mal etwas kryptischer, achten nicht so auf Grammatik und vollständige Sätze. Bei Geschichten kommt es auch darauf an, ob die deutsche Übersetzung dann so natürlich wie ein ursprünglich deutscher Text klingen soll oder ob es auch eine holprige Wort-für-Wort-Übersetzung sein darf. Aber egal, Hauptsache, man beschäftigt sich mit Chinesisch, oder? Was daraus mitnehmen kann man bei beidem 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s