Kulturschock in China – 19 Wege, um das Tief zu überwinden

Kulturschock in China, 19 Wege, um das Tief zu überwinden

Wer nach China zieht, wird früher oder später vom Kulturschock eingeholt. Dann gilt es, das China-Tief zu überwinden, um weiterhin gut im Land leben zu können. Ich habe 19 Wege gesammelt, um den Kulturschock in China zu überwinden.

Was ist ein Kulturschock?

Wer länger im Ausland bleibt, wird ihn früher oder später erleiden: den Kulturschock. Er ist Teil des Integrationsprozesses in einem fremden Land und somit etwas ganz Natürliches. Über die vier Phasen des Kulturschocks von Euphorie bis Verzweiflung habe ich schon einmal ausführlicher geschrieben.

Auf die erste euphorische Phase des Kulturschocks folgt irgendwann die Krise: Plötzlich wird einem alles zu viel, alles nervt und kleine Probleme scheinen wie unüberwindbare Hindernisse. Dazu kommt oft der Gedanke, dass »in Deutschland alles viel besser ist«. Wer es schafft, diese Phase zu überwinden, hat die Chance, in seiner neuen Heimat glücklich zu werden.

Wie ich das geschafft habe, möchte ich anhand der folgenden 19 Tipps zeigen. Einige Punkte habe ich instinktiv richtig gemacht, andere musste ich auf die harte Tour lernen und wieder andere musste ich mir gelegentlich wieder in Erinnerung rufen.

19 Tipps gegen den Kulturschock

1. Bereite dich gut vor.

In China ist alles anders als in Deutschland. Bereite dich schon vor der Auswanderung darauf vor. Die üblichen Benimmregeln (z.B. die Visitenkarte immer mit beiden Händen zu überreichen) helfen da nur bedingt weiter – einen solchen Fauxpas verzeihen Chinesen uns Ausländern gern. Informiere dich lieber über den Alltag in China (z.B. in Expat-Gruppen), wie die Menschen so ticken und lies dich ein bisschen in die chinesische Geschichte und Kultur ein. Noch besser: Fahr erst einmal zum Reisen hin und schau dir deine zukünftige Heimat vor Ort an, um einen ersten Eindruck zu erhalten und vielleicht schon das ein oder andere negative Vorurteil aus deinem Kopf zu kriegen.

Je besser du China schon vor deinem Umzug kennst, umso weniger wird das Land an sich schuld am Kulturschock sein. Vermeiden lässt er sich dadurch natürlich nicht hundertprozentig, da der Kulturschock auch von anderen Faktoren ausgelöst werden kann, z.B. durch Einsamkeit, Heimweh oder Unzufriedenheit mit der eigenen Situation (plötzlich „nur noch“ Hausfrau usw.).

2. Sei dir bewusst, dass der Kulturschock kommen wird.

Auch wenn du dich noch so gut vorbereitet hast, auch wenn es drei Wochen, zwei Monate oder mehr als ein Jahr dauern mag – irgendwann kommt er, entweder so plötzlich wie der wortwörtliche Schock, oft eher schleichend. Manch einer wird vom Kulturschock von den Füßen gerissen, andere behaupten, sie hätten nie einen Kulturschock erlebt, da sie glauben, an dem ein oder anderen Tag einfach schlechte Laune gehabt zu haben.

Mach dich auf den Kulturschock gefasst und sei dir bewusst, dass auch andere Ausländer durch diese Phase müssen und es eben nur das ist: eine Phase. Allerdings kannst du dein China-Tief nur durch eigene Anstrengung überwinden. Wenn du es nicht schaffst, wirst du wohl bald in deine Heimat zurückkehren oder ein unglückliches Leben in China führen.

3. Lerne Chinesisch.

Wenn du kein Wort Chinesisch kannst, wirst du dich in so mancher Situation schnell wie ein Analphabet oder Kleinkind vorkommen. Die banalsten Alltagsaktivitäten können so zu unüberwindbaren Hindernissen werden. Das nagt nicht nur an deinem Selbstbewusstsein, sondern lässt China auch in einem düsteren Licht erscheinen. Das ist natürlich Gift für eine schnelle Integration mit Wohlfühlcharakter.

Ich verstehe natürlich, dass ein Expat, der maximal ein paar Jahre im Land bleibt, eher wenig Motivation hat, Chinesisch zu lernen, doch ein paar Sätze für den Alltag sind schnell gelernt und machen dich einfach selbstsicherer und weniger hilflos.

4. Lass dich nicht von deinen Lieben in Deutschland enttäuschen.

Erwarte nicht, dass dich all deine Freunde und Familienmitglieder in China besuchen kommen, egal wie groß die Versprechen vorher waren. Wir wissen ja alle, wie oft Sätze, die „müssen/unbedingt/mal“ enthalten, ins Leere laufen. Wenn für dich der Heimflug zu teuer und beschwerlich ist, dann ist das der Flug nach China für die anderen vielleicht auch.

Sei außerdem nicht überrascht, wenn Freunde und Familie beim Skypen nicht so viel Interesse für deine Anekdoten aus China aufbringen wie du es gerne hättest. Wer noch nie in China war, kann sich ein Leben hier oft nur schwer vorstellen und deine Erzählungen wirken auf viele so fremd, dass ihnen der Bezugspunkt dazu fehlt. Wenn deine Gesprächspartner bei solchen Geschichten eher einsilbig kommentieren, liegt das vielleicht gar nicht an Desinteresse, sondern eher an den total unterschiedlichen Welten, in denen ihr gerade lebt. Ein Gespräch über gemeinsam Erlebtes aus eurer gemeinsamen Vergangenheit kann ja auch mal ganz nett sein.

5. Mach dir klar, dass du wichtige Ereignisse verpassen wirst.

Ob Hochzeiten, Geburten oder Geschlechtsumwandlungen – mach dir bewusst, dass du viele Meilensteine im Leben von Freunden und Familie in der alten Heimat nicht live miterleben kannst. Im Gegenzug werden auch deine Freunde viele Ereignisse in deinem Leben höchstens aus deinen Erzählungen kennen.

6. Verlass dich nicht zu sehr auf deine/n chinesische/n Partner/in.

Wenn du eine/n chinesische/n Partner/in hast – Verlass dich nicht zu sehr auf ihn/sie. Er hat auch nicht immer Zeit und Lust, dir bei jedem Handgriff in China zu helfen, und ist auch nicht dazu da, dich rund um die Uhr zu bespaßen. Versuche, auch in der Fremde selbstständig zu bleiben – auch wenn es schwer fällt. Am Ende kannst du Erfolgserlebnisse vorweisen und die Beziehung wird auch nicht so strapaziert.

7. Mach was gegen dein Heimweh.

An manchen Tagen wird dich das Heimweh überrollen. Finde heraus, was dir dann gut tut, um dagegen zu steuern. Ob du dir dann überteuerte Importsüßigkeiten aus dem internationalen Supermarkt kaufst oder deine liebste deutsche Serie guckst – alles ist erlaubt. Auch wenn du dich mit aller Macht so schnell wie möglich in China integrieren willst, heißt das nicht, dass du in deinem Vorhaben gescheitert bist, nur weil du auch mal was „Westliches“ machst. Setz dich nicht zu sehr unter Druck.

Bring am besten emotional wertvolle Gegenstände aus Deutschland mit, wie das liebste Kuscheltier, das Lieblingsbuch oder ein schönes Bild für die Wand. Du kannst natürlich auch mit Freunden und Familie skypen. Allerdings können dich deine Bezugspersonen vielleicht nur schwer trösten, wenn sie selbst keine Auslandserfahrung haben und deine Probleme nicht nachvollziehen können. Ein „dann komm doch einfach wieder heim“ ist wenig zielführend. Auf Aussteigen bitte gibt Corinna von ihr erprobte Tipps, wie du dein Heimweh bekämpfen kannst.

8. Mach dir deine neue Bleibe so schnell wie möglich gemütlich.

Vielleicht wirst du nur ein Jahr in deiner neuen Wohnung wohnen, aber in dieser Zeit wird sie deine Burg sein, in der du dich wohl und sicher fühlen solltest. Deshalb hilft es, wenigstens ein bisschen Geld in eine Wohnungsverschönerung zu stecken. Kauf dir ein paar Pflanzen, ein schönes Bild für die Wand oder eine Matratzenauflage, die die steinharten chinesischen Matratzen erträglicher macht.

9. Konzentrier dich auf die positiven Aspekte in China.

Trauer nicht den Dingen nach, die es in China nicht gibt, sondern freu dich lieber über all die Dinge, die du in Deutschland nicht hättest: etwa das riesige Angebot in den Supermärkten, erschwingliche Taxifahrten und die Möglichkeit täglicher Restaurantbesuche.

Jammer auch nicht über die Dinge, die dir in China nicht gefallen, wie Luft- und Umweltverschmutzung oder das geräuschvolle Auf-den-Boden-Rotzen. Solche Sachen kannst du sowieso nicht ändern und wenn du dich dann noch pausenlos darüber ärgerst, macht dich das gleich doppelt unglücklich. Konzentriere dich lieber auf die guten Dinge (ohne dabei alles schönreden zu müssen). Nur aus einer positiven Grundeinstellung kann auch ein positiver China-Aufenthalt entstehen.

10. Sei offen und bleib neugierig.

Sei neugierig. Nichts ist schlimmer, als unwissend nach China zu kommen und es fast genauso unwissend wieder zu verlassen. Denn wozu warst du dann überhaupt im Ausland? Wenn du auch mal nach den Hintergründen für bestimmte Verhaltensweisen und Bräuche suchst, wirst du (fast) immer logische Erklärungen finden – und so das Land und seine Leute ein kleines bisschen besser verstehen. Vielleicht erschließen sich dir sogar ganz neue Interessengebiete. Mein Credo hier: Ein Tag, an dem du nichts Neues lernst, ist ein verlorener Tag.“ Gehe einmal die Woche an einen Ort, an dem du noch nie warst (und wenn es nur die eine Nebenstraße ist, in die du noch nie eingebogen bist), lerne neue Fakten aus der chinesischen Geschichte oder einen sinnvollen neuen chinesischen Ausdruck.

Das gilt auch fürs Essen. Wenn du nur nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“ handelst, entgehen dir so viele leckere Dinge. Außerdem ist die chinesische Küche so unglaublich vielfältig, dass für jeden etwas dabei sein sollte. Sei ruhig auch mal mutig und wage dich an so „eklige“ Dinge wie tausendjährige Eier, Stinktofu oder Entenblutsuppe. Am Ende schmecken dir diese Sachen vielleicht sogar.

11. Verlass die Expat-Blase.

Viele Ausländer in Shanghai führen ein Leben in der berühmt-berüchtigten Expat-Blase. Sie gehen auf internationale Treffen oder wohnen in Compounds, in denen hauptsächlich andere Ausländer leben. Einige bereuen später, ihren China-Aufenthalt in dieser Kunstwelt verbracht und nichts von Land und Leuten gelernt zu haben. Freunde dich deshalb auch mit Chinesen an, um einen besseren Zugang zu Kultur und Menschen zu bekommen. Viele Chinesen freuen sich, mit Ausländern befreundet zu sein, auch weil sie dann ihre Englischkenntnisse verbessern können – eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Du wirst sehen: Wenn du erst in den Freundeskreis von Chinesen aufgenommen worden bist, ist China nicht mehr ganz so schlimm.

Sofern du Chinesisch sprichst, bietet sich ein gelegentlicher Plausch mit Menschen an, die keine Fremdsprachen sprechen, z.B. der neugierige Parkarbeiter, die Rentner in der Nachbarschaft. Je mehr positiven Kontakt du mit Einheimischen hast, umso freundlicher wird das Land auf dich wirken.

12. Freunde dich auch mit Ausländern an.

Mache nicht den Fehler, für die totale Integration andere Ausländer wie die Pest zu meiden. Manchmal kann der Kontakt zu Leuten mit demselben Hintergrund sogar ganz erfrischend sein. Sie machen dasselbe durch wie du und können deine Probleme besser verstehen als ein Chinese, der noch nie im Ausland war. Wenn ihr in derselben Zeit und derselben Kultur aufgewachsen seid, habt ihr wahrscheinlich sogar ähnliche Erlebnisse aus der Schulzeit oder bedient euch derselben popkulturellen Referenzen (so ein Jodeldiplom müsste man einem, der Loriot nicht kennt, zum Beispiel erst umständlich erklären, was im Gespräch ziemlich frustrierend sein kann). So ein kollektives Kulturgedächtnis kann gegen Heimweh und Einsamkeit helfen: plötzlich freut man sich gemeinsam über ein Bild von Kommissar Rex, auch wenn man die Serie früher nie gesehen hat.

13. Lerne loszulassen.

Hänge nicht zu sehr an neu geknüpften Freundschaften. Die Chance ist hoch, dass viele das Land vor dir wieder verlassen werden und der Kontakt dann schlagartig abbricht. Andersrum ist das genauso: Viele der Freunde, die du in deiner Heimat zurückgelassen hast, werden bald nicht mehr deine Freunde sein. Das ist zwar schade, aber die richtig tiefen Freundschaften überstehen auch die große Distanz.

14. Meide dauerjammernde Expats.

Meide Ausländer, die in China alles nur extrem negativ sehen und auf die Frage „Wie geht’s?“ einen zweistündigen Monolog darüber führen, wie Scheiße hier alles ist. Auch wenn du versuchst, ihre pessimistischen, arroganten und hochgradig rassistischen Worte nicht an dich ranzulassen, werden sie deine Stimmung früher oder später beeinflussen – negativ natürlich.

Diese Warnung gilt auch für Expat-Foren. Sie können in manchen Dingen hilfreich sein, aber halte dich bloß nicht zu lange dort auf. Was da teils an Behauptungen und rassistischen Äußerungen rausgehauen wird, lässt mich manchmal doch sehr an der Menschheit zweifeln – und zieht genauso runter wie das Gejammer eines Ausländers, der direkt vor dir steht.

15. Sieh dich nicht als das Maß aller Dinge.

Sieh dich nicht als das Maß aller Dinge. Das sollte eigentlich nicht nur im Ausland sondern generell gelten. Nur weil dir chinesische Popmusik nicht gefällt, heißt es nicht, dass alle Menschen, die sie gern hören, unter deiner Würde sind. Nur weil du eine Sache anders machen würdest als deine chinesische Kollegin, heißt das noch lange nicht, dass nur deine Lösung die einzig wahre ist.

Auch die Kultur deiner Heimat ist nicht die einzig wahre Kultur, nach der sich die ganze Welt zu richten hat. Sie ist nur eine von vielen möglichen Weltanschauungen. Wenn du China und deine Heimat schon vergleichen musst, dann am besten investigativ und fair, mit Blick auf das Warum. Noch besser ist es natürlich, die Länder gar nicht erst zu vergleichen, da deine Heimat ohnehin immer besser abschneiden wird – schließlich wurdest du und deine Weltsicht vom dortigen Wertesystem geprägt.

16. Begegne Chinesen mit Respekt.

Hör auf, in einer Tour über Chinesen abzulästern oder ihnen in deiner Muttersprache Kraftausdrücke hinterherzuschreien, auch wenn das an den ganz schlimmen Tagen schwerfallen kann. Zeige ihnen den Respekt, den du auch gern von ihnen hättest. Ein Lächeln macht oft den Unterschied. Hör auch auf, zu versuchen, Chinesen ihr Land und ihre Politik zu erklären oder ihnen eine deutsche Denkweise einzutrichtern. Bleibe fair und tolerant. Aus verhärteten Fronten entstehen wohl kaum positive Erlebnisse.

17. Nimm’s mit Humor.

Manchmal hilft es, eine nervige Situation einfach mal mit ein bisschen Humor zu nehmen. Solche Anekdoten sind am Ende oft die unterhaltsamsten Geschichten. Außerdem hilft Humor dabei, davon abzulenken, dass du Situationen wie Smog oder Handwerkerbesuchen machtlos ausgeliefert bist.

18. Grenze dich nicht selbst aus.

Es klingt verlockend, sich zu Hause einzuigeln und den ganzen Tag im Bett Kekse zu essen. Auf Dauer hast du nichts davon. Du verpasst Land, Leute und Abenteuer. Auch Situationen einfach zu vermeiden, weil du sonst überfordert wärst, ist sicher nicht die beste Strategie.

Du kannst dein Lieblingshobby in China nicht mehr ausführen? Hör auf, diesen Dingen nachzutrauern und such dir neue Beschäftigungen – am besten welche, denen auch die Chinesen nachgehen. Vielleicht findest du ja auch Spaß daran, ob du nun in einen kindischen Freizeitpark oder nur wegen einem ganz bestimmten Hotel in eine anderen Stadt oder auch einfach nur rüber nach Pudong fährst. Selbst Karaoke kann lustig sein (man muss ja nicht singen, würde ich auch nicht – die Chinesen verstehen das, denn so das Vorurteil: „Deutsche singen beim Karaoke nur, wenn sie viel Alkohol getrunken haben“). Fun Fact: Wer den Song „One Night in Beijing“ von SHIN singt, ist in geselligen Runden immer der Held. (Taiwan-Rock und Peking-Oper? Doch, das passt.)

19. Schreibe dir Frust und Lust von der Seele.

Gerade, wenn Familie und Freunde zu Hause eher wenig Verständnis für deine Probleme in der Ferne haben, lohnt es sich, ein Tagebuch zu führen. Schreibe dich täglich leer, um Frust abzubauen. Vergiss aber nicht, auch die positiven Momente festzuhalten. Wenn du dir von anderen Gehör wünscht, richte dir doch einen Blog ein und halte die positiven und kuriosen Momente in China öffentlich fest. Wenn du erst Feedback von deinen Lesern erhältst, spornt dich das bestimmt an, weitere interessante Erfahrungen in deiner neuen Wahlheimat zu machen.

Fazit

Mit ein bisschen positivem Denken, Neugier und Offenheit gegenüber der chinesischen Kultur ist schon ein großer Schritt getan, um den Kulturschock zu überwinden. Wenn du dich wenigstens ein bisschen anpasst, versuchst Land und Leute zu verstehen und ein bisschen Chinesisch lernst, erleichtert dies viel im Alltag. Auf Chinesisch nennt man das 入乡​随俗 (rùxiāng-suísú) – sich den örtlichen Gepflogenheiten anpassen.

Wichtig ist, dass du dich und deine Bedürfnisse ernst nimmst und dich nicht sinnlos unter Druck setzt, nur weil du irgendjemandem beweisen willst, dass du dich perfekt integrieren kannst. Gib dir außerdem genug Zeit, das China-Tief zu überwinden. Sollte es überhaupt nicht klappen, wende dich an professionelle Hilfe oder brich deinen China-Aufenthalt ab, bevor er dich krank macht. China ist nicht für jeden und vielleicht wirst du als Ausländer in einem anderen Land glücklicher. Vielleicht ist dir aber auch klar geworden, dass du dich nur in deiner alten Heimat wirklich wohlfühlen kannst. Dann ist das weder peinlich noch ein Armutszeugnis. Solange du einen Platz auf dieser Welt findest, an dem du dich rundum wohlfühlst, ist doch alles bestens.

Habt ihr im Ausland gelebt oder lebt ihr im Ausland? Was habt ihr gemacht, um die kritische Phase zu überstehen? Was sind eure besten Tipps gegen den Kulturschock?

Zum Mitnehmen:

So überwindest du den Kulturschock in China

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15 Gedanken zu “Kulturschock in China – 19 Wege, um das Tief zu überwinden

  1. Hi ,Du kannst Gedanken lesen ! Außer das ich die Süßigkeiten gegen ein (echtes) deutsches Bier tausche , könnte der Text von mir sein.
    Gruß ina
    ….noch ein Tipp von mir : verreisen in und um China herum . Reisen bildet ( meine ich völlig uneingebildet) und erfrischt .

    1. Stimmt! Das Reisen habe ich gar nicht extra angesprochen, gehört natürlich unbedingt dazu (am besten wohl in die Kategorie neugierig bleiben, Land und Leute kennenlernen und jede Woche an einen neuen Ort gehen …).

      1. Ja, stimmt! Reisen und Ausflüge! Ich finde es so klasse, mehr Zeit als für die Reiseführer-TOP-10 zu haben und liebe diese kleinen Alltagsabenteuer, die einen wirklich auch aus trüber Laune reißen können.

  2. Das ist ein toller Artikel! Ich bin völlig begeistert! Immer neugierig und offen bleiben, das ist der beste Tipp! Ich könnte jeden Punkt so unterschreiben!
    Als ich vor vielen Jahren in Peking studiert habe,war mein MIttel gegen Heimweh immer iener Rosinenschnekce vom Kiosk auf dem Uni-Gelände…
    Alles Gute!
    Ulrike

    1. Ja, neben der Sprache finde ich den Tipp auch mit am wichtigsten, vielleicht auch, weil der indirekt so viele andere Punkte aus der Liste mit einschließt.

      Rosinenbrötchen – da bin ich zu oft drauf reingefallen, weil ich nur nach der Optik ging und am Ende Rote-Bohnen-Teilchen essen musste 😉

  3. Moin!

    Absolut großartig! Kann ich eigentlich fast alles unterschreiben! Ich bin eigentlich schon eine Weile über den Kulturschock hinweg, aber es gibt ab und zu Phasen, wo er sich gerne mal zurückmeldet, z.B. wenn im Sommer mal wieder „Bettenwechsel“ ist und liebgewordene Leute China verlassen.
    „One Night in Beijing“ werde ich jetzt mal auswendig lernen. Und HSK 3 steht auch auf dem Zettel… Die mangelnden Sprachfähigkeiten sind tatsächlich der größte Frustfaktor für mich, wobei es inzwischen für ein bisschen belanglosen Smalltalk und den Alltag zum Glück meistens reicht.

    Danke für diesen genialen Artikel!

    LG aus Peking
    Linni

    1. Ich glaube, das ist auch normal, dass er sich manchmal wieder zurückmeldet. Dass man so viele Leute gehen sieht, hat mich am Anfang auch sehr gefrustet. Und die Sprache – oh ja! Ich glaube, damit steht und fällt hier sehr viel.

  4. Hi,
    dein Artikel ist echt großartig! Und,vor allem nicht nur für China gültig. Habe mich oft selbst darin erkannt. Wenn du diese ganzen 19Punkte für dich durchgezogen hast,hast du meine Hochachtung.
    Ich war ja erst 3J in Trinidad in der Karibik und sorry,das war nun mal auf Dauer nicht meins.Jetzt lebe ich seit knapp 1J in Nordengland und ganz ehrlich,es ist auch nicht so 100% meins.
    Aber mein Problem ist,nach Dtld. will ich auf auf keinen Fall zurück,ist für mich absolut keine Alternative. Ab und zu deutsch sprechen via Skype genügt mir vollkommen. habe nämlich gemerkt,wenn man sehr lange kein dt. mehr spricht,fehlen einem manchmal spezielle Begriffe,die einem nur noch in einer anderen Sprache einfallen.
    Ich würde deinen 19 Punkten 2 Punkte dazu fügen,die mir geholfen haben.

    1. Versuche dir irgendeine Tätigkeit zu suchen,bezahlt oder unbezahlt,man findet so besser ins Land herein,lernt Leute kennen und fühlt sich nicht so entsetzlich nutzlos. Und wenn es kinderhüten ist,Sprachunterricht oä.

    2.Versuche neue Hobbies zu finden,möglicherweise per Internet und auch dadurch neue dt. Kontakte zu knüpfen. Ich habe in einem Bücherforum und einem Esoterikforum 2 Frauen kennengelernt,mit denen ich ständig in Kontakt bin,über Skype oder Email. Mit meinen alten Freunden,habe ich aus den von dir genannten Gründen sogut wie keinen Kontakt mehr. Die Interessen sind zu unterschiedlich und die Gründe,warum man mal befreundet war,haben sich erübrigt,wie gemeinsame Arbeit,Hundespaziergänge etc.
    Die neuen Freunde ,die du gewinnst,kennen dich gleich,als die Person ,die du heute bist und akzeptieren,das du nun mal ganz andere Probs hast und wo ganz anders lebst..

    LG Claudia

    1. Ja, mehr oder weniger habe ich alle Punkte durchgezogen. Das klingt jetzt aber nach mehr als es ist, weil man manche Punkte ja schon automatisch richtig macht und manches „Fehlverhalten“ doch schnell korrigiert ist. Heimweh habe ich zum Glück nur einmal im Jahr, an Weihnachten – wohlwissend, dass es das Weihnachtsfest aus meiner Erinnerung ohnehin nicht mehr geben würde.

      Dass du nicht nach Deutschland zurückwillst, kann ich gut verstehen. Das geht mir ähnlich. Wenn ich manchmal lese, was in D. so abgeht, kommt es mir teilweise so fremd vor als hätte ich da nie gelebt. Außerdem müsste ich da bei Null wieder anfangen – nicht nur materiell, sondern auch vom Sozialleben her. Da ist auch keine Homebase mehr, an die man zurück könnte …

      Das mit den fehlenden Wörtern kenne ich auch. Hier im Blog fällt’s vielleicht nicht so auf, aber ich nutze oft Übersetzungsprogramme, um das deutsche Wort zu finden, das ich meine (Grammatikfehler mache ich auch immer mehr). Im echten Gespräch mit Personen muss ich manchmal ganz schön nach Worten stammeln und aufpassen, dass meine Aussprache nicht einen chinesischen Akzent bekommt (ich rede eher selten mit Muttersprachlern).

      Deine Punkte sind gute Ergänzungen. Sich irgendwie nützlich machen ist wichtig. Ich hatte damals wohl das Glück, dass ich hier gleich eine (tolle) Arbeitsstelle hat, sonst wäre vielleicht auch manches anders gekommen.

      Ich wünsche dir, dass du dein 100%-Plätzchen auch noch findest!

      Alles Gute!
      Shaoshi

  5. Ich glaube, die meisten Leute trifft es wirklich irgendwann einmal. Letztes Jahr hatte ich im Herbst, nach sechs Jahren Japan, so eine Phase, in der ich hier plötzlich alles ganz schrecklich fand und mich unglaublich über Japan echauffieren konnte. Zum Glück ist das jetzt wieder vorbei.

    Es gibt glaube ich wenig Wichtigeres, als die Sprache zu lernen. Ohne die Sprache zu lernen, kannst du die Gepflogenheiten nicht lernen, kannst du nicht verstehen, was um dich herum geschieht. Das ist unglaublich isolierend und frustrierend.

    1. Den daraus resultierenden Artikel habe ich gesehen 😉

      Sprachkenntnisse sind wirklich wichtig, ohne kann das ja auf Dauer nur in deinen letzten Satz resultieren.

  6. Richtig gute Tipps, die sich wahrscheinlich auf einen Kulturschock in den meisten Ländern gut anwenden lassen 🙂
    Mir hat auf jeden Fall das Skypen mit Familie und Freunden, der Austausch mit anderen Deutschen, die in Japan leben und die gemeinsame Teilnahme an Freizeitaktivitäten (= spaßige Aktivitäten zusammen mit Japanern) geholfen, wenn ich mal wieder eine dieser Kulturschock-Phasen hatte.

  7. Es gibt einen Brazilianer, Namen habe ich vergessen, er schreibt, dass der Mensch generell 4 Stadien im Ausland durchläuft. Zuerst der Zauber, alles erscheint spannend und schön, dann die Enttäuschung, danach einen Widerstand und in der 4ten Phase der Akzeptanz kommt ein Gefühl von Heimat. Ich denke es ist generell hilfreich über diesen natürlichen Prozess zu wissen.

    Ich stimme Shaoshi zu und finde es sehr wichtig, sich von Expats zu trennen, da ihre Negativität einem den Fortschritt kaput machen kann. Nicht jeder Expat ist für das international Leben geschaffen und sollte dementsprechend die talentierten lieber nicht negative beeinflussen. Auch wenn das jetzt etwas arrogant klingt, so ist da was dran.

    1. Da stimme ich Dir zu! Auch wenn’s doof klingt , aber wenn ich so manche Deutsche schlecht und motzig über Ihr „ach so schlechtes Leben „ in China reden höre , dann sage ich kein Wort und gebe mich als „Deutsche“ nicht zuerkennen

  8. Oh was für ein wahrer Beitrag, da stimme ich echt nur zu! Danke dir übrigens für deine wertvollen Kommentare auf meinem Blog, ich habe gesehen, dass die leider im Spam gelandet sind.
    Lg Sabrina

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