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DIY-Mehrfachsteckdosenleistenverlängerungskabel made in China. Man beachte auch den dezenten Einsatz von Klebeband.

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Uralt, aber voll funktionsfähig im Einsatz. Meinen Laptop habe ich feigerweise nicht dort eingesteckt…

China glotzt #3 | Haaansi

Manchmal sind Chinesen wirklich schwer zu begreifen. Dass sie ausgerechnet den »Eurovision Song Contest« importieren, ist ja schon schwer verständlich. Aber warum Hansi Hinterseer ins chinesische Staatsfernsehen holen? Warum? Warum nur? Und wer schaut sich so was an?

Vor einiger Zeit bin ich auf die Übertragung eines kompletten Haaansi-Konzerts gestolpert, passend dazu gab es eine Haaansi-Biografie auf eben diesem Sender und kurz darauf schon wieder ein komplettes Konzert auf dem staatlichen Musiksender. Warum?! Gefällt das den Chinesen wirklich? Oder ist das eine neue Art der Folter?


Hansi Hinterseer im chinesischen Fernsehen – auf Chinesisch heißt er übrigens »Hansi Xindesen«

Ich kleb‘ dir eine!

Als Kinder hielten wir Klebeband für ein Allroundtalent. Man konnte einfach alles damit kleben—kaputte Spielsachen, Papier an Wände, ausgefallene Milchzähne (gut, letzteres hat dann doch nicht funktioniert). Chinesen denken das offensichtlich auch. Wie sonst lässt sich erklären, dass hier um alles, was kaputt ist (oder auch nicht), zwei Kilometer Klebeband gewickelt ist?

Bleiben die Schranktüren nicht zu? Nimm Klebeband.
Müssen mehrere Fensterrahmen für den Transport aneinandergebunden werden? – Nimm Klebeband.
Ist das Blaulicht kaputt? – Nimm Klebeband.
Hattest du einen Unfall mit deinem Elektroroller? – Nimm Klebeband.
Verkaufst du zwei Dinge zum Preis von einem? – Nimm Klebeband.

Und bitte immer reichlich. Nimm eines, das säuisch klebt und einen beim Abmachen zur Weißglut treiben kann. Am besten nimm buntes oder kackbraunes. Damit beim Abmachen hässliche, klebrige Rückstände bleiben, die sich nicht wegmachen lassen. Besonders schön macht sich das übrigens an Fenstern, die von innen vergittert sind. Sieht toll aus, wirklich.

Am allerliebsten wird Klebeband aber immer noch nach einem Unfall benutzt:


Unfallinstandsetzung auf Chinesisch


Unfallinstandsetzung oder billige Alternative zu Umlackierarbeiten?


Das fehlende Rücklicht wurde durch eine mit farblosem Klebeband befestigte CD ersetzt

Sie fürchten weder Tod noch Teufel

Chinesen kennen keine Furcht. Das kann der einzige Grund sein, warum sie auch an stark befahrenen Straßen bei Rot über die Ampel gehen, sich neben »Rauchen verboten«-Schildern eine Kippe anzünden, Kabel anschließen ohne den Strom abzustellen, mit Böllern um sich schmeißen, für die man in Deutschland einen Waffenschein bräuchte, oder mit ihren Elektrorollern auf der falschen Straßenseite fahren. Heute ist mir das wieder einmal bewusst geworden.

Nach wochenlangem Dauerregen gab es heute endlich einen trockenen Tag. Nicht sonnig, dafür war der Smog zu dicht, aber immerhin trocken. So ein Wetterchen ermuntert Shanghais Bewohner nicht nur dazu, farbenfrohe Wäsche aus den Fenstern zu hängen, sondern eignet sich auch besonders für Reparaturarbeiten unter freiem Himmel. So konnte ein kleiner Imbissstand in meiner Nähe endlich ein Geschäftsschild über dem Eingang anbringen. Weil die Leiter zu kurz war, stellte man diese kurzerhand auf zwei wackelige Bistrotische unterschiedlicher Höhe und ließ das Ganze von einer alten Dame halten, die im Notfall wohl stark genug geworden wäre, um den mutigen Schildanschrauber aufzufangen.

Später sah ich dann aus meinem Fenster und entdeckte das:

Wollte da etwa jemand im sechsten Stock Selbstmord begehen und sich aus dem Fenster werfen? Nein. Da wollte nur jemand die Gelegenheit nutzen, die Klimaanlage abzuschrauben. Indem er ungesichert aus dem Fenster klettert, sich auf das Gerät setzt, das mit fadenscheinigen Seilen von seinem rauchenden Kollegen im Wohnzimmer gehalten wird, und anfängt, das Gerät direkt unter seinem Hintern abzuschrauben.

Es grenzt an ein Wunder, dass es immer noch eine Milliarde Chinesen gibt. Offensichtlich funktionieren ihre Schutzheiligen ganz gut.