Nanjing | Dinglin-Tempel auf dem Fangshan

Dinglin-Tempel auf dem Fangshan

Zum westlichen Neujahrsfest waren wir wieder einmal in Nanjing und haben den Dinglin-Tempel auf dem verschneiten Fangshan besucht.

Neujahr in Nanjing

Der westliche Jahreswechsel wird auch in China zelebriert. Zwar wird weder geböllert (macht man ja schon das ganze Jahr über) noch maßlos gesoffen (dafür gibt es genügend andere Gelegenheiten), aber ein Fressgelage im Kreis der Familie sollte schon drin sein. Aus diesem Grund haben die Chinesen auch drei Tage frei (1.-3. Januar) und wir verbrachten Neujahr – Überraschung! – bei den Schwiegereltern in Nanjing.

Ach ja, wer in China doch Feuerwerk will: Städte wie Peking und Shanghai geben mit riesigem Feuerwerk vor Sehenswürdigkeiten an, um mit dem Rest der Welt mithalten zu können. Das Ganze wird dann – wie scheinbar überall auf der Welt – im Fernsehen übertragen und mit dümmlichen Jahresrückblicken ausgeschmückt.

Fangshan

Um auch mal außerhalb der eigenen vier Wände zu frieren Um auch ein bisschen was von Nanjing zu sehen, beschlossen wir, zum nahegelegenen Fangshan zu fahren. Das ist ein Vulkan, der schon vor ein paar Jahrtausenden erloschen ist und heute als »Fang Shan National Geopark« (Eintritt frei) bekannt ist.

Der Park besticht im Sommer vermutlich durch viel idyllisches Grün (trotz Blick aufs Nanjinger Industriegebiet), wirkt im Winter aber so trostlos wie Deutschland. Und weil halb China gerade von einer doofen Kältewelle fest im Griff gehalten wird, ist es auch in Nanjing scheißkalt (bis zu -2°C!) – auf dem Fangshan hat es sogar geschneit. Ein bisschen schmutziger Schnee lag sogar noch am Straßenrand, bäh!

Dinglin-Tempel
方山定林寺 | Dinglin-Tempel

Dinglin-Tempel

Weil der winterliche Berg also schrecklich unansehnlich war und die vielen in Fels gehauenen Stufen zur Aussichtsplattform vereist waren und uns sowieso nicht mehr genügend Zeit bis Sonnenuntergang blieb, besuchten wir nur den Dinglin-Tempel.

Der Tempel wurde seit seiner Gründung schon mehrmals komplett neu aufgebaut und stand ursprünglich ganz woanders (das letzte Mal wurde er, glaube ich, in den 90er Jahren rekonstruiert; momentan werden noch ein paar Gebäude ergänzt). Trotzdem rühmen sich die Chinesen mal wieder damit, dass der Tempel schon gute 1500 Jahre alt ist. Das einzige wirkliche Originalbauwerk an der Tempelstätte ist eine schiefe Pagode, die auf einer Informationstafel selbstverständlich mit dem schiefen Turm von Pisa verglichen wird, weil sie in ihren schiefsten Tagen schiefer stand als der um ein Vielfaches berühmtere Turm in Italien.

Die anwesenden Kinder fanden die frei herumhoppelnden Tempelhasen interessanter und die unzähligen Soldaten, die aus der nahegelegenen Militärstation einen Ausflug gemacht hatten, fanden es spannender, einen Ausländer hier oben zu sehen. Jedenfalls glotzten sie mich an, zeigten mit dem Finger auf mich und kicherten und tuschelten dabei wie Schulmädchen. Wirkt irgendwie seltsam, wenn das erwachsene Männer in Kampfuniform tun.

Dinglin Temple, Nanjing


Nicht gerade fotogen: die schiefe Pagode vom Dinglin-Tempel

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