Ist Shanghai authentisches China?

Ist Shanghai authentisches China?

Ist Shanghai authentisches China? Was ist eigentlich authentisches China? Und was bedeutet diese Authentizität überhaupt? Meine Gedanken dazu. Und wie ein Chinese das sieht.

Eine neue Kollegin, frisch in China, war neulich zum Sightseeing in Lujiazui, dem Viertel mit Shanghais berühmter Skyline. Da wo ein paar der höchsten und modernsten Wolkenkratzer der Welt stehen. „Shanghai ist ja gar nicht chinesisch“, war ihr enttäuschtes Fazit. Natürlich nicht, nicht in Lujiazui. Oder doch?

Die Unterhaltung hat mich an zwei angefangene Artikel erinnert; einer von 2015, einer von 2014. Offensichtlich beschäftigt mich das Thema „Shanghai und Authentizität“ einmal im Jahr. Dass Ulrike vom Bambooblog gerade zur passenden Blogparade aufgerufen hat, muss ein Zeichen sein. Sie will bis zum 15. Juni 2016 von uns wissen: Authentizität auf Reisen – was ist das eigentlich?

Lujiazui, Shanghai
Lujiazui – Ist Shanghai authentisch?

Ist Shanghai eigentlich authentisches China?

Ausländer, die nach Shanghai ziehen, werden von anderen Ausländern, die in kleineren – gerne im Westen unbekannten – Städten leben, oft belächelt. Wer real sein will, muss gefälligst in einer Kleinstadt leben, in die sich nur alle Jubeljahre mal ein Ausländer verirrt, und so authentisch wie möglich wie ein Local leben. Man kann eben aus allem einen schwachsinnigen Wettbewerb machen (wen das genauso nervt wie mich: Expat-Foren meiden!).

Shanghai, so heißt es dann, ist für die Leute, die sich nicht ins „richtige China“ trauen. Shanghai ist höchstens „China light“, das ist gar kein „authentisches China“. Letztes Mal als ich eine aktuelle Weltkarte bemühte, lag Shanghai sehr wohl noch innerhalb der Grenzen der Volksrepublik. Was könnte also authentischer sein?

International und modern = nicht authentisch?

Vor wenigen Jahrhunderten war Shanghai noch ein kleines Fischerdorf. Dann wurde es durch die internationalen Konzessionen eine Metropole. Shanghai ist also eine chinesische Stadt, die schon früh international geprägt wurde. Das macht sie vielleicht internationaler und moderner als andere Städte in China und lässt vielleicht nicht ganz so viel Raum für „typisch Chinesisches“, aber ist die Stadt deshalb weniger authentisch? Zumal viele Ausländer lamentieren, dass Shanghai nur oberflächlich betrachtet international ist, da nicht alle Chinesen Englisch sprechen und sie auf so viele geliebte Produkte und Lokalitäten aus der fernen Heimat verzichten müssen.

Shanghai ist eben trotzdem in chinesischer Hand. Die Starbucks-Dichte mag in Shanghai zwar sehr hoch sein, aber einen großen Teil seiner Kunden machen eben auch Chinesen aus. Nicht nur in Shanghai trifft man sich bei Pizza Hut oder shoppt in der französischen Hypermarktkette Carrefour – sofern es sich die Leute leisten können, natürlich. Internationale Ketten sind eben gerade hip, Globalisierung macht sich auch hier breit und China ist momentan Starbucks größter internationaler Markt. Die internationalen Ketten sind nun einfach ein Teil im Leben der städtischen Chinesen. Auch der verlinkte Forbes-Artikel gibt zu, dass „KFC in China längst so alltäglich geworden ist wie das billige Nudelrestaurant an der Ecke“.

German New Town, Little Scandinavia, Thames Town – Authentisches Europa oder authentisches China?

Was Ulrike auf ihrem Blog erwähnt, ist mir auch schon aufgefallen. „Je einsamer, je dreckiger und ärmer, umso authentischer“, scheinen viele zu denken. Ist ein abgelegenes Bergdorf also authentischeres China als eine international ausgerichtete Metropole wie Shanghai? Oder ist es einfach nur eine andere Facette von China?

Übrigens: Auch in Shanghai sind längst nicht alle reich. Im Gegenteil, an manchen Ecken kann es genauso dreckig und ärmlich sein wie in einem Dorf. Anders gefragt: Was ist chinesischer? Der Wanderarbeiter, der all sein Hab und Gut in einem zum Sack gebundenen Bettbezug mit sich führt, oder der Rolex-tragende Multimillionär, der sich vom Chauffeur die Tür seines Bentleys öffnen lässt? Oder vielleicht die dichtgedrängte Koexistenz von beidem? Was ist chinesischer? Eine Altstadt mit süßen altmodischen Häuschen, die erst kürzlich für Touristen aus dem Boden gestampft wurde, ein Dorf, dessen alte, abgeranzte Häuschen modernisiert werden sobald es sich die ärmlichen Bewohner leisten können, oder die omnipräsenten Hochhaussiedlungen, die sich auch im popeligsten Ort in den Himmel bohren?

Hochhaussiedlung, Baustelle, China, Sonnenuntergang
Eine authentische Hochhaussiedlung entsteht

Was ist eigentlich authentisches China?

Bleibt natürlich die Frage, was Authentizität überhaupt bedeutet. „Kommen Sie mit uns nach [beliebten Touristenort einsetzen] und erleben Sie authentisches China. Sie werden sich wie 1000 Jahre zurückversetzt fühlen.“ So warb einmal ein Reisebüro für seine China-Reisen. Ist China also nur authentisch, wenn es uns so präsentiert wird, wie es vor 1000 Jahren war (bzw. wie wir uns vorstellen, dass es vor 1000 Jahren war)?

Auch Linni aus Peking sinniert auf Ombidombi:

Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir „authentisch“ sagen und in Wahrheit „historisch“ meinen.

Lijiang, Yunnan, China
Authentisches China? Lijiang, ein von der Naxi-Minderheit geprägtes Dorf, das heute Touristenhochburg ist

Klar, wie alle anderen Länder und Kulturen hat auch China im Laufe der Zeit eine Entwicklung durchgemacht. Zu welchem Zeitpunkt war es denn überhaupt „richtiges China“, wann „authentisch“? Was ist chinesischer? Die Kaiserzeit oder die Kulturrevolution? Spielt das alles überhaupt noch eine Rolle? Fakt ist, dass beides das Land nachhaltig geprägt hat. Aber beides ist inzwischen Geschichte.

China ist nicht mehr das China, das es vor 1000 oder 50 Jahren war. Und auch im [beliebten Touristenort] geht es heute bestimmt anders zu als damals zur Tang-Dynastie. Aber macht diese Tatsache den beliebten Touristenort deshalb weniger authentisch? Oder ist das Klischee von malerischen Bergdörfern, geschwungenen Dachsparren und Bauern mit Büffeln, Strohhut und primitivem Ackergerät das einzig wahre China-Bild?

Ich sehe das im Grunde genau wie Ulrike, die mit eigenen Worten ausführlich genau das wiedergegeben hat, was auch ich denke. Auszug:

Besonders häufig höre ich die Frage nach dem „authentischen China“. Dabei wird auch meistens gleich nachgeschoben, dass man das in den großen Metropolen, den Millionenstädten mit ihren Hochhäusern nicht findet. Ja, hör ich das richtig? Mittlerweile wohnen mehr als 50% aller Chinesen in den Städten. Was kann also authentischer sein, als der Besuch einer solchen Großstadt?

Eine chinesische Metropole könnte authentischer nicht sein. Doch viele Leute, die zum ersten Mal nach China kommen, suchen vermutlich nach etwas anderem als Gedränge in einer Großstadt, internationalen Ketten, die man auch zu Hause hat, oder langweilen Hochhaussiedlungen. Meine Kollegin erwartete auf der Schnellzugstrecke zwischen Shanghai und Peking zum Beispiel Reisfelder und Wasserbüffel – und war enttäuscht, als ich ihr eher das gelegentliche Kraftwerk prophezeite.

China ist groß. Den Bauer mit Büffel mag es in Yunnan noch geben. Aber eben nicht im ganzen Land. Und so ist ein Büffel in Yunnan wohl genauso authentisch wie der Typ in Shanghai, der im Starbucks seiner Wahl zwei Smartphones und ein iPad gleichzeitig benutzt. Bedeutet Authentizität am Ende vielleicht einfach nur, die eigenen Vorstellungen und Vorurteile bestätigt zu bekommen?

Kraftwerk, China, Shanghai
Authentisches China? Eines von mehreren Kraftwerken zwischen Shanghai und Nanjing

Shanghai vs. Peking – Welche Stadt ist authentischeres China?

Wer zum Beispiel Shanghai und Peking miteinander vergleicht, kommt gerne drauf, dass Peking die authentischere chinesische Stadt ist. Auch ich sehe Peking natürlich als eine chinesischere und traditionellere Stadt als Shanghai. Sie hat eine längere Geschichte und mehr historische Überbleibsel als Shanghai, die alte Kultur wirkt hier greifbarer. Insgesamt wirkt Peking auch nicht ganz so verwestlicht (aber vielleicht war ich bis jetzt nur in den falschen Vierteln unterwegs). Trotzdem finde ich beide Städte authentisch, sie sind einfach total unterschiedlich, aber beide auch irgendwie „typisch China“.

Was ein Chinese dazu sagt

Mein Mann, selbst Chinese, protestiert da allerdings schon. Peking mag zwar lange Zeit Hauptstadt von China gewesen sein, wurde aber immer auch stark von außerhalb geprägt. Fremdherrschaften wie die Yuan-Dynastie (1279-1368, Mongolen) oder zuletzt die Qing-Dynastie (1644-1911, Manchu) haben gerade in Peking ihre Spuren hinterlassen, meint er. Die für Peking typischen Hutongs, die sich vor allem unter der mongolischen Fremdherrschaft entwickelten, sind nicht typisch chinesisch, sondern zählen mehr zur Kultur der Völker im Norden. Authentisches China, wirklich?

Hutong in Peking
Authentisches China? Hutong in Peking

Und überhaupt, so argumentiert Herr M., die Gegend um Peking war nie echtes China, hat sich die eigentliche chinesische Kultur (also die der Han-Chinesen) ursprünglich doch eher in der Ecke Jiangsu – Zhejiang – Shanghai entwickelt. Wer „echtes China“ sehen will, so Herr M., der solle lieber nach Nanjing kommen (Achtung, Starbucks!) oder nach Yangzhou (aufgehübschte Altstadt!). Auch dort ist China moderner als vielleicht erwartet, aber das Leben ist noch ein wenig ruhiger und traditioneller als in Shanghai. Altmodischer. „Da ist die Zeit in den 80ern stehen geblieben“, meint Herr M. Authentisches China oder eher authentisches 80er-Jahre-China?

Fazit

China ist groß und vielseitig. Jede Stadt, jeder Ort zeigt eine bestimmte Facette des Landes. Shanghai zeigt eben eine besonders moderne und internationale, ist für mich aber trotz allem chinesisch und eben auch authentisches China.

Was ich an China so schätze – z.B. leckere Gerichte aus unterschiedlichen Regionen, Schinken, der neben Unterhosen zum Trocknen an Strommasten hängt, und Menschen, die so amüsant wie interessant sein können – gibt es auch in Shanghai. Vielleicht nicht in Lujiazui und auch nicht in Xintiandi, zwei Orte, die in der Tat wie Parallelwelten anmuten. Für „authentisches China in Shanghai“ muss man die üblichen Touristen- und Ausländersammelpunkte verlassen, man muss in Seitenstraßen und für Touristen auf den ersten Blick uninteressante altmodische Wohnviertel schauen. Weg von (oft künstlichen) Sehenswürdigkeiten und näher ran an den Alltag der Einheimischen.

In meinem Viertel zum Beispiel lernt ein Nachbar gerade ein traditionelles chinesisches Instrument, der Schrottsammler macht täglich per Megaphon auf sich aufmerksam und alte Männer sitzen schachspielend im Hof. Eine Nachbarin ist eine fleißige Müllsammlerin mit voll authentischem rostigen Dreirad, ein anderer Nachbar hat einen Familienschrein auf dem Balkon und seine verehrte Gottheit starrt jeden Morgen mit rot glühenden Augen zu mir herüber. Vorn an der Ecke kann ich abends voll authentischen Straßengrill genießen, aber nur wenige Schritte weiter kann ich aus mehreren Starbucks-Filialen wählen. Für mich ist das eine authentische Mischung. Mag sein, dass diese Mischung mehr „typisch Shanghai“ als „typisch China“ ist, aber authentisch ist es auf jeden Fall. Ich finde in Shanghai jedenfalls mehr von China wieder als im durchschnittlichen China-Restaurant in Deutschland.

Einem China-Touristen würde ich als Destination trotzdem lieber Peking als Shanghai empfehlen, einfach weil es in Peking mehr historisch relevante Sehenswürdigkeiten gibt und die alte Kultur da noch greifbarer ist. Ob restaurierte Sehenswürdigkeiten einen Ort authentischer machen, sei allerdings dahingestellt.

Was denkt ihr? Was ist Authentizität? Wann empfindet ihr einen Ort als authentisch?

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23 Gedanken zu “Ist Shanghai authentisches China?

  1. Liebe Tanja! ich bin schwer beeindruckt von Deinem Artikel! Den muss ich mir noch ein paar Mal durchlesen. Ich stimme Dir überall zu. Besonders begeistert bin ich davon, dass Du Deinen Mann zu Wort kommen lässt! Vielen Dank
    Alles Gute
    Ulrike

    1. Danke, ich hatte ja genug bereits vorhandene Textteile zur Auswahl, die ich nur noch mit „neuen Erkenntnissen“ zusammenflicken musste 😉

      Was mein Mann gesagt hat, fand ich auch sehr interessant, weil es einfach auch noch mal eine ganz andere Sichtweise ist. Zum Glück durfte ich seine Aussagen bloggen!

  2. „Bedeutet Authentizität am Ende vielleicht einfach nur, die eigenen Vorstellungen und Vorurteile bestätigt zu bekommen?“
    Für viele leider schon. Da macht man sich ein Bild von einem Land, ob das nun alte Bauern, die mit Büffeln Acker bestellen, oder junge Mädchen in verrückten Klamotten sind, und dann hat das Land nicht einmal den Anstand sich dem anzupassen! 😉 Hier wird auch manchmal nach dem alten Japan gesucht, aber eigentlich mehr nach dem „Verrückten“. „Voll komisch, diese Japaner“…

    1. Es gibt also gar keine verrückten Japaner?! 😉

      Komischerweise hat sich mein Japanbild, seit ich in China lebe, ziemlich gewandelt. Oder anders: ich habe keine Ahnung von Japan. Manchmal denke ich, dass es eine „spießigere“ Variante von China sein könnte (die Japaner in meinem Bürogebäude wirken immer so steif und seriös, die Chinesen dagegen schlurfen schon mal mit Mickey-Mouse-Pullover und Badelatschen über den Gang). Aber wahrscheinlich ist das auch zu eindimensional gedacht und die Japaner in meinem Gebäude nicht repräsentativ für ein ganzes Land …

      1. Natürlich gibt es verrückte Japaner, aber wenn ich irgendwo lese, dass Cosplay ein wichtiger Teil der japanischen Kultur sei, kräuseln sich meine Fußnägel hoch. 😉 Von den steifen Japanern (die sind in japanischen Firmen echt so) gibt es tausendmal mehr als von den Cosplayern, aber irgendwie werden sie immer ignoriert. Passiert halt, wenn man sein Wissen von Anime, Manga und aus dem Fernsehen bezieht. 😉

      2. Na, ein Cosplayer im schillernden Gewand ist doch auch viel interessanter als ein Salaryman im unscheinbaren Anzug 😉

      3. Dabei zeigt der Salaryman viel mehr vom echten Leben in Japan. Jedes Land wird in den Medien irgendwie falsch dargestellt (Japan hilft auch kräftig mit), aber oft geht die „tatsächliche“ japanische Kultur unter dem ganzen Kawaii-Krams unter. 😦 Ist halt spannender und lauter und bunter…

  3. Hallo,

    oh ja das denke ich mir sehr gut. Als Tourist will man natürlich das „China“ sehen, spüren und leben, dass wir im TV sehen und vergessen dabei, dass es sich meist um historische Dokus handelt und die Welt sich weiterdreht, genauso die Entwicklung der Länder.
    Ich gestehe auch, dem Charme von China und Japan erlegen zu sein und gerade nach deinen Artikel habe ich mir jetzt Gedanken gemacht, denn auch ich muss sofort an Ramen, Pagoden und den vielen traditionellen Festen denken. Eine Enttäuschung kann dann beim ersten Besuch sicher groß sein, da man doch etwas Anderes vorfindet als man sich gewünscht hat.
    Sehr schöner Bericht, danke
    Liebe Grüße

    1. Ramen, Pagoden und Feste gibt es in China natürlich auch, wenn die Pagoden auch oft nur für Touristen dastehen (angeblich 2000 Jahre alt, aber zuletzt 1997 neu aufgebaut usw.) und Zeiten mit wichtigen traditionellen Festen dürften für Touristen eher unspektakulär ausfallen, weil das „Feiern“ oft mehr in den Familien stattfindet, z.B. am Frühlingsfest. Aber China ist natürlich noch so viel mehr. Am besten kommst du wirklich persönlich her und machst dir dein eigenes Bild 😀

    2. Hallo, ich lebe in Japan und wollte meinen Kram dazu geben. Ramen und traditionelle Feste gehören durchaus auch für Japaner zu dem, was ihr Land ausmacht! 😀 Die Pagoden sind für die meisten aber nicht wirklich so spannend, „ist halt hübsch“.Wie Shaoshi sagt, komm am besten vorbei und schau dir an, wie es wirklich aussieht. 🙂

      1. Wenn es so einfach wäre😉 aber irgendwann geht es sich sicher aus. Arigato Claudia

  4. Wirklich toller Artikel! Ich glaube ja, dass wir oft „authentisch“ sagen und eigentlich „romantisch“ meinen….daher auch die herbe Enttäuschung, nicht nur in der (authentischen) Liebe, sondern auch auf Reisen 😉

    1. Hmm, in manchen Fällen bestimmt, obwohl ich eine künstlich aufgebaute Altstadt durchaus hübsch und romantisch finden kann, aber nicht unbedingt authentisch.

      So oder so, am Ende bleibt es ein subjektives Empfinden, das erfüllt werden muss, damit wir etwas als „authentisch“ sehen, oder?

  5. Genial finde ich Deine Frage „Bedeutet Authentizität am Ende vielleicht einfach nur, die eigenen Vorstellungen und Vorurteile bestätigt zu bekommen?“ – Ich glaube, das trifft es doch am besten, auch wenn die meisten das sicherlich nicht vor Augen geführt bekommen möchten.

    Deinen und Ulrikes Beitrag zu China finde ich sehr gut – ich bin da bei Euch, so vieles deckt sich mit meinen Erfahrungen. Klasse geschrieben, danke!

    Und ein Foto von Hähnchen mit Unterwäsche auf einer Wäscheleine habe ich auf meinem Foodblog mal gebracht. Kam gut an. 🙂

    1. Haha, Fleisch und Unterwäsche an einer Leine, der große Klassiker 😀 Ich habe es tatsächlich noch nie geschafft, ein Bild davon zu machen, weil ich dann entweder keine Kamera dabei hatte oder mich so drüber amüsiert habe, dass ich gar nicht ans Fotografieren gedacht habe …

  6. Hallo Shaoshi,

    bei dieser Passage musste ich richtig schmunzeln: „Eine Nachbarin ist eine fleißige Müllsammlerin mit voll authentischem rostigen Dreirad, ein anderer Nachbar hat einen Familienschrein auf dem Balkon und seine verehrte Gottheit starrt jeden Morgen mit rot glühenden Augen zu mir herüber. Vorn an der Ecke kann ich abends voll authentischen Straßengrill genießen, aber nur wenige Schritte weiter kann ich aus mehreren Starbucks-Filialen wählen.“ Ich stelle mir die rot glühenden Augen der Gottheit gerade bildlich vor. Gibt’s davon auch ein Foto? Und das voll authentische Fahrrad bringt die Ironie dahinter genau auf den Punkt, Chapeau! Wirklich toll geschrieben und ich finde mich selbst in deinen Gedanken wieder. Hab dein Blog auch direkt abonniert und freu mich auf die Lektüre.

    LG und noch einen schönen Abend 🙂

  7. Vielen Dank für diesen tollen Artikel. China ist auch noch so ein großer Traum von mir. Ich verbinde das Land vor allem mit Geschichte und Traditionen, möchte unbedingt die chinesische Mauer sehen und vor allem zwei Städte kennen lernen: Peking und Shanghai.
    Dein Artikel ist „Food for Thoughts“ für mich und er bestätigt mich in meiner Vermutung, dass beide Städte einen Besuch wert sind – gerade aufgrund des spannenden Gegensatzes! Vielen Dank dafür.

    Lg Michael

  8. ein sehr schöner artikel zu einem spannenden thema. das aus allem einen wettkampf machen beobachte ich auch immer wieder und finde es fürchterlich nervtötend.dass man authentisch mit historisch verbindet, ist glaube ich eine sehr gute beobachtung. authentisch ist in den köpfen der menschen wahrscheinlich das, was „vor der globalisierung“ (also vor starbucks und co) einmal war. aber im grunde ist das nicht mehr gegenwart. authentisch ist in wahrheit das, was einheimische als „normal“ empfinden. aber grade in so riesigen ländern mit sovielen unterschieden gibt es nicht DAS authentische.

  9. Vielleicht hängt die Authentität nicht vom Reiseziel ab sondern vom Reisenden und die Umstände, die er sich ggf. für seine Reise auswählt.

    Als Pauschaltourist wird man ein anderes Land erleben, als wenn man dort Freunde gewonnen hat, und das Land aus deren Sicht kennen lernt.
    Ich denke, dass letzteres mehr Authentität (welcher Art auch immer) vermittelt. 😉

    LG

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