3 leckere chinesische Gerichte für den Winter

chinesische Wintergerichte - Hot Pot

Das Schlechte: Die kalte Jahreszeit nähert sich mit großen Schritten. Das Gute: Es ist endlich wieder Hot-Pot-Zeit!

Hot Pot – Ein Winteressen

Was in der Sommerhitze kaum auszuhalten ist, ist bei Kälte ein willkommenes Essen: Hot Pot. Für alle drei der folgenden Gerichte habe ich diese internationale Bezeichnung schon gehört. Allerdings unterscheiden sie sich voneinander.

Etwas haben aber alle Gerichte gemein: sie sind lecker und vielfältig und meistens gar nicht teuer.

Malatang - Hot Pot

麻辣烫 – málàtàng

In Deutschland mochte ich keine Suppen. Das waren für mich einfach keine Mahlzeiten. Ganz anders in China. Hier haben Suppen oft richtige Einlagen. Man hat das Gefühl, tatsächlich etwas zu essen. Meine liebste Suppe: Malatang.

Schon das Konzept macht Spaß. In einem Malatang-Restaurant kann man sich aus einem Kühlschrank Spieße mit Zutaten auswählen (je Spieß ca. 1-3 RMB), die der Koch dann mit wahlweise scharfem oder mildem Sud zubereitet (noch mal ca. 3 RMB).

Malatang-Restaurants findet man in Einkaufszentren ebenso wie in zwielichtigen Hinterhöfen oder direkt auf der Straße als mobiler Stand.

Malatang ist sehr preiswert und die Auswahl an Zutaten groß. Vegetarier kommen ebenso auf ihre Kosten wie Fleischfresser. Von Kartoffeln, Wintermelone oder Kürbis über Fleisch- und Fischbällchen bis hin zu Wachteleiern, Gedärmen oder Tintenfisch – wer hier nichts nach seinem Geschmack findet, dem kann echt nicht mehr geholfen werden.

Weil Malatang letztendlich auch nur eine Suppe bleibt und sie so billig ist, essen wir sie oft nur zu Mittag.

Witzig: málàtàng klingt so ähnlich wie mǎlāsōng, dem chinesischen Wort für Marathon. War das neulich unter den Chinesen ein Gelächter, als jemand statt meinem »Marathon« »Malatang« verstanden hatte!

Malaxiangguo - Hot Pot

麻辣香锅 – málàxiāngguō

Malaxiangguo ist im Prinzip das gleiche wie Malatang – nur ohne Suppe. Das Gericht kommt ursprünglich aus Sichuan, eine Provinz, die für besonders scharfe Gerichte und den „feurigen“ Sichuan-Pfeffer berühmt ist.

Im Malaxiangguo-Imbiss unserer Wahl gibt es die Würze in folgenden Stufen:

不辣 (bù là) – nicht scharf
微微辣 (wēiwēi là) – ganz leicht scharf
微辣 (wēi là) – leicht scharf
辣 (là) – scharf
特别辣 (tèbié là) – besonders scharf

Da ich schon bei »leicht scharf« zu weinen beginne, frage ich mich, wer tatsächlich die extrem scharfe Mischung aushält.

Beim Malaxiangguo-Imbiss unseres Vertrauens mischen wir uns meistens eine große Schale für zwei Personen zusammen. Wer für mindestens 50 RMB bestellt, bekommt die Getränke umsonst.

Adresse:
兆丰广场 (Zhaofeng Plaza), Untergeschoss
Changning Lu, gegenüber vom Zhongshan-Park

Hot-Pot

火锅 (huǒguō) – Hot Pot

Auf Deutsch oft Feuertopf (direkte Übersetzung) oder chinesisches Fondue genannt, ist der huoguo international wohl eher unter dem englischen Namen geläufig: Hot Pot.

Im Gegensatz zu Malatang essen alle zusammen aus einem großen Topf – und zwar nicht wie beim deutschen Fondue nach dem Motto »Was ich reingeworfen habe, darf ich auch essen«. Hier herrscht noch wirklich ein Miteinander/Durcheinander. Nur bei der taiwanesischen Variante hat jede Person ihren eigenen kleinen Topf.

Obwohl ich nicht so gern scharf esse, empfehle ich beim Hot Pot unbedingt die scharfe Variante. Denn die milde schmeckt nach nichts. Wem die Suppe zu scharf ist, der kann sie mit Wasser verdünnen, bis die Schärfe angenehm ist.

In Restaurants kann der Hot Pot schnell sehr teuer werden, da man jede Zutat extra bestellt. Es lohnt sich also, Hot Pot in einer großen Gruppe zu essen, da man so viele verschiedene Zutaten bestellen kann. Oder man kocht ihn selbst.

Hot-Pot-Mischungen
Hot-Pot-Mischungen (die Marke mit dem Schaf gibt es auch in deutschen Asienläden). Auch fertige Mischungen für Malaxiangguo können gekauft werden (hinten rechts).

Hot Pot selbst zubereiten

Selbstgemacht zu Hause ist der Hot Pot eine billige Variante fürs Abendessen und schnell gemacht. Einfach Zutaten kleinschneiden – sofern man sie sich nicht schon auf dem Markt schälen und schneiden lässt – und tagelang davon zehren.

Uns bringt der Hot Pot durch den halben Winter. Langweilig wird es nie. Man kann schließlich in Zutaten und Suppengewürzmischung variieren. Auch toll: Wenn man um einen Hot Pot herumsitzt, muss man das Zimmer nicht heizen, weil der Topf schon genügend Wärme abgibt. Umso praktischer, wenn man wie in Shanghai üblich keine Heizung hat.

Und so geht’s:

Zunächst stellt man einen beheizbaren Topf/Wok in die Mitte des Tisches (wir haben eine elektrische Kochplatte und einen flachen Topf). Gewürzmischung und Wasser in den Topf geben, aufkochen lassen und beliebige, rohe Zutaten hineinwerfen. Wer im örtlichen Asienladen keine Gewürzmischung finden sollte, kann sich auch selbst eine zaubern.

In unserer Mischung für die Brühe befindet sich normalerweise Folgendes:

schwarze Bohnenpaste
getrocknete Chilis
Sichuan-Pfeffer
schwarzer und grüner Kardamom
Chili-Öl

Wir geben auch gerne Sternanis, Ingwer und Knoblauch hinzu. (Allgemein ist die Brühe variabel, auch die Mengenangaben sind nicht festgelegt. Im Internet finden sich viele andere Rezepte von mild bis scharf). Das Ganze mit Wasser aufgießen und aufkochen lassen.

Dann können die gewünschten Zutaten hinzugegeben werden. Dabei sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Besonders eignen sich für einen Hot Pot hauchdünn geschnittenes Fleisch (besonders Lamm/Hammel- und Rindfleisch), Fisch- und Fleischbällchen aller Art, Surimi (Krebsfleischersatz), Shrimps, Wachteleier, Rettich, Möhren, Brokkoli, frischer Spinat, Chinakohl, Pak Choy, Lotuswurzel, Tofuerzeugnisse (Knoten, fester Tofu, Tofuhaut), Algenknoten (Kelp), Nudeln und Pilze wie Shiitake oder Mu’er.

Herr M. macht für jeden noch einen Dip aus frisch gehacktem Koriander, ein wenig chinesischem Essig und Erdnusspaste (gibt’s im Asienladen, wahlweise geht auch Erdnussbutter). Das sorgt nicht nur für ein weiteren Geschmack, sondern löscht auch die Schärfe des Essens ab.

Weitere interessante Tipps zum Hot Pot gibt es hier: 25 Tipps für das Hot-Pot-Erlebnis zu Hause (Englisch)

Habt ihr schon mal chinesischen Hot Pot gegessen? Wie hat er euch geschmeckt und welche Zutaten mögt ihr am liebsten?

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20 Gedanken zu “3 leckere chinesische Gerichte für den Winter

  1. Lecker! Auch wenn ich gerade erst zu Mittag gegessen habe, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. lg aus dem herbstlichen und nass-kalten Schwarzwald!

    1. Und ich habe gerade das Abendessen hinter mir – es gab Hot Pot 😉 Das Bild oben ist also brandaktuell, wenn auch nicht so schön.

      Viele Grüße nach Deutschland!

  2. Klar, ich hab schon Hotpot gegessen, meistens in der tebie-la-Version. In Chongqing z.B. Hab ich geweint! Es gibt in Hamburg auch ein gutes Hotpot-Restaurant. Da ist es dann nicht ganz so scharf. 🙂 Aber so richtig mein Lieblingsessen ist das nicht.

      1. Mir ist das Fischen nach Häppchen in der Suppe zu viel Mafan. Ich schmeiß die leckeren Sachen rein und andere fischen die wieder raus. 😦 Tebie La mag ich, Sichuan-Küche, tebie la – hao chi!

  3. Sieht ja wirklich lecker aus. Und praktisch finde ich, dass es so variabel ist, weil man die Zutaten rein tun kann, die man selbst möchte.
    Guten Appetit, Eberhard

    1. Eben, dadurch wird das Essen auch nicht langweilig. Und Kompromisse muss man auch nicht eingehen. Wer keine Fischbällchen mag, holt sich eben die Sachen aus dem Topf, die er mag. Trotzdem kann man gemeinsam aus einem Topf essen…

  4. Ich denke, es kommt auch auf die Mitesser an. Bei unserem Feuertopfessen in Chengdu bei einer Gruppenreise hatte ich nicht nur das Problem, dass andere bei guten Sachen Geschwindigkeitsrekorde aufstellen wollten, sondern auch, dass die Gruppe etwas zu groß für einen Topf und etwas zu klein für zwei Töpfe war (selbstverständlich gab es dann nur einen Topf). Wer sich zuletzt setzte, musste mit angelegten Ellenbogen im Topf fischen. Wie es mir geschmeckt hat, kann ich gar nicht mehr sagen. (Ähnlicher) Feuertopf in Thailand (im Kreise der Familie) war immer sehr lecker.

  5. Bei uns Zuhause wird im Winter auch sehr gern Hot Pot gegessen. Und natürlich die scharfe Variante. Das macht einem im Winter erst richtig warm ^^
    Ich esse sehr gerne diese hohlen Tofu Kugeln, die später in Kontakt mit Wasser total platt werden. Ich glaube die heißen „youmianjin“.
    Ps. darf ich mal fragen, was für ein VPN du benutzt? Mit meinem kann ich leider all deine Bilder auf deinem Blog nicht sehen 😦

    1. Ich glaube, ich weiß, was du für Tofu-Kugeln meinst. Die mag ich auch. Eigentlich mag ich das meiste Tofu-Zeug, das man so in den Hot Pot werfen kann.

      Ich habe ein kostenloses, chinesisches VPN. Das funktioniert in letzter Zeit wieder sehr zuverlässig. Allerdings kann ich an manchen Tagen auch nicht alle Bilder sehen …

  6. Ich wurde mal in einer Partynacht von einem Chinesen gefragt, ob ich noch mit ihm Hot Pot essen gehen möchte.. da ich nachts nichts mehr esse und auch keine Lust hatte mit ihm da jetzt etwas essen zu gehen sagte ich nein. Später erzählten mir unsere Chinesen, das wäre in der Situation eine Art Code, da „Zu mir oder zu dir“ einfach zu offensichtlich ist.. :D:D

    Was ist denn eigentlich diese grüne „Schleife“? Ich mochte die immer total gerne am Spieß in der Brühe ziehend – ich habe das in Deutschland noch nirgends gesehen…

    1. Haha, gut zu wissen, das mit dem Code 😉

      Das Grüne müsste eine Art Seetang sein. In Asienläden in Deutschland habe ich das auch schon gekauft, allerdings nicht in Schleifenform. Die gibt es in großen getrockneten „Platten“, die man zu Hause im Wasser einweichen muss. Nach ein paar Stunden (?) kann man sie dann schneiden und knoten.

      Wikipedia weiß auch was dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Japanischer_Blatttang

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