Nanjing | Der Xuanwu-See und sein schwarzer Drache

Xuanwu-See in Nanjing

Nach dem Westsee in Hangzhou schon wieder ein See! Die Feiertage um den ersten Mai (China feierte da zufällig auch den Tag der Arbeit) boten uns Anlass für einen erneuten Kurztrip. Letztendlich hat es nur wieder nach Nanjing gereicht, diese beschauliche, rund 7 Millionen Einwohner starke Stadt, die ungefähr eine Stunde von Shanghai entfernt ist (wenn man den Schnellzug nimmt). Nachdem ich in Nanjing schon das meiste gesehen habe und wir sowieso nur einen Tag zur Verfügung hatten (der zweite diente Verwandtschaftsbesuchen und Shopping), entschlossen wir uns zu einem Spaziergang am Xuanwu-See. In Jeans bei 31°C. Was so ungewöhnlich aber nicht war, denn Chinesen zwängen sich bei diesen Temperaturen ja selbst noch in Feinstrumpfhosen und Stiefeletten und tragen zwei Shirts übereinander (gerne auch mal langärmlig…).

Xuanwuhu, Stadttor, Nanjing
Das alte Stadttor, das erst 1910 gebaut wurde, dient heute als Haupteingang zum Park

See und Park

Der Xuanwu-See liegt im Nordosten von Nanjing und stellt mit seinem 1911 gegründeten Park dank kostenlosem Eintritt ein beliebtes Ausflugsziel dar (war aber trotzdem nicht übermäßig besucht – Glück für uns: endlich mal kein Gewühle). Der Park bietet Natur, Wasser und einige historische Sehenswürdigkeiten.

Um den Parkaufenthalt angenehmer zu machen, sind übrigens überall unter Plastikgehäusen in Steinoptik Lautsprecher versteckt, die den lieben langen Tag Musik dudeln. Zumindest glaubt man in China oft, dass das einen Parkaufenthalt angenehmer macht.


Obligatorisches Sonnenuntergangsbild

Der See selbst ist nicht allzu spektakulär, da man ihn weder zum Baden noch zum Segeln benutzen kann. Für 60 RMB pro Stunde kann man auf einem kleinen Elektroboot übers Wasser tuckern – in unserem Fall allerdings nur in einem Teilbereich des Sees, da der Rest komplett mit fiesen Algen zugewuchert war und noch gesäubert werden musste. Kein allzu schöner Anblick.

Wie der Xuanwu-See zu seinem Namen kam

Vielleicht war’s ja auch verboten, auf die andere Seite des Sees zu fahren, weil dort ein Seeungeheuer haust. Den Legenden nach wohnt in dem See nämlich ein schwarzer Drache – Chinas ganz persönliches Nessie. Der Drache, der wie eine Mischung aus Schildkröte und Schlange aussehen soll, heißt Xuanwu (»schwarze Schildkröte«). Er hat dem See also seinen Namen gegeben.

Schildkröte und Schlange
Xuanwu – Schildkröte und Schlange – war auch eine daoistische Gottheit

Historische Sehenswürdigkeiten

Der Park beherbergt einige Original-Sehenswürdigkeiten aus der Ming-Dynastie (1368-1644), wie kaiserliche Tribünen und ein Schleusenhäuschen und wird ein ganzes Stück von Nanjings alter Stadtmauer flankiert, die entweder vorbildlich restauriert oder hoffnungslos mit Unkraut überwuchert ist.

kaiserliche Tribüne am Xuanwu-See
Von dieser Tribüne aus verfolgte einst der Kaiser das Drachenbootrennen auf dem See

Schleusenhäuschen am Xuanwu-See
Tor des (leider geschlossenen) Schleusenhäuschens aus der Kaiserzeit


Uralte Treppe

Keine Blumen im Mai

Für den Seerosenpark war die Zeit leider noch nicht reif. Gerade mal eine einzige Seerose blühte. Für sonstige Blüten an Büschen und Bäumen waren wir wiederum zu spät, so dass wir zwar viel Grün (und schwarze, exotische Schmetterlinge), aber sonst nichts wirklich Aufregendes gesehen haben.

Stadtmauer
Alte Stadtmauer mit neuem Tor

Jiming-Kloster

Nach einem langen Spaziergang wollten wir eigentlich noch das Jiming-Kloster auf der anderen Seite der Mauer anschauen. Leider war das bereits geschlossen. Dann eben beim nächsten Mal.


Leider nur von außen gesehen – das Jiming-Kloster

Anfahrt

Am einfachsten erreicht man den Xuanwu-See per Metro-Linie 1, Station Xuanwumen (玄武门).
Eintritt frei.

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11 Gedanken zu “Nanjing | Der Xuanwu-See und sein schwarzer Drache

  1. ich möchte noch etwas dazu sagen: wenn mein Traum wahr wird und ich im August nach Indien fliege, wünsche ich mir fast genauso schöne Touristenfotos *herz*
    ich freue mich auf weitere Fotos aus Japan von dir.
    lg magdalena

    1. Ach, in Indien ist es bestimmt unmöglich schlechte Fotos zu machen 🙂 (Und meine sind ja auch nicht soooo toll… ich werde immer ganz neidisch, wenn ich die Urlaubsfotos von anderen sehe.)

      Ich bin übrigens in China, nicht in Japan, hihi. Aber sollte ich mal nach Japan kommen, werde ich natürlich auch viele Eindrücke mitbringen!

      LG
      Shaoshi

  2. uiuiui – da habe ich aber total daneben geraten mit der Länderzuweisung. Macht aber nichts, ich schaue sehr gern bei dir vorbei 🙂 ich winke herzlich nach China….

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